Pentagon-CTO, Staatsbeteiligungen

Pentagon-CTO: Keine Staatsbeteiligungen an KI-Firmen geplant

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Emil Michael weist staatliche Anteile an KI-Firmen zurück und fordert Zurückhaltung bei neuen Regeln, während Sicherheitsfragen ungelöst bleiben.

Pentagon-Technologiechef lehnt staatliche KI-Beteiligungen ab
Ein minimalistisches, modernes Regierungsgebäude aus Glas und Stahl in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Technologiechef des Pentagon, Emil Michael, hat sich gegen eine Verstaatlichung oder den Erwerb von staatlichen Teil-Anteilen an großen Technologieunternehmen ausgesprochen.

In einer Stellungnahme erteilte er Plänen für Staatsbeteiligungen an Firmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) eine Absage. Damit positioniert sich ein ranghoher Vertreter des Verteidigungsministeriums gegen Modelle, die eine stärkere direkte Kontrolle des Staates über Schlüsseltechnologien vorsehen.

Michael verwies darauf, dass die aktuelle Administration unter Donald Trump bereits strategische Beteiligungen halte, darunter einen Anteil von 10 % an Intel sowie eine sogenannte Golden Share an US Steel, einer Tochtergesellschaft von Nippon Steel. Für den Sektor der Künstlichen Intelligenz lehne er solche Instrumente jedoch ab.

Skepsis gegenüber präventiver Regulierung

Neben der Frage der Eigentumsverhältnisse äußerte sich der Pentagon-CTO auch kritisch zu neuen gesetzlichen Vorgaben für die KI-Branche. Nach seiner Einschätzung seien die bestehenden Gesetze der US-Handelsbehörde FTC ausreichend und würden konsequent durchgesetzt. Er sprach sich dafür aus, Regulierungen erst nach dem Markteintritt von Produkten anzusetzen und nicht bereits im Vorfeld der Entwicklung. Michael warnte in diesem Zusammenhang vor einem übermäßigen Vertrauen in eine kleine Gruppe von Führungspersönlichkeiten innerhalb der KI-Industrie.

Hinsichtlich der Sicherheit von KI-Systemen bezeichnete Michael einen Hackerangriff bei der Plattform Hugging Face als besorgniserregend. Er kritisierte, dass KI-Unternehmen bislang nicht genug in Sicherheitsvorkehrungen investieren würden.

Nach seiner Auffassung müssten Modelle gezielt darauf trainiert werden, illegale oder destruktive Handlungen zu erkennen und zu unterbinden. Michael zeigte sich jedoch skeptisch, inwieweit neue Regulierungen solche Vorfälle tatsächlich verhindern könnten.

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Diplomatie und Exportkontrollen im KI-Sektor

Die Äußerungen fallen in eine Phase intensiver Abstimmungen zwischen der Regierung und führenden KI-Entwicklern. Kürzlich hielten Emil Michael und Handelsminister Howard Lutnick eine Videokonferenz mit Tom Brown ab, dem Mitgründer und Chief Commercial Officer von Anthropic.

Das Gespräch diente mutmaßlich dem Abbau von Spannungen zwischen dem Unternehmen und der Regierung, nachdem Brown im Juni Verhandlungen über die Aufhebung von Exportkontrollen für die Anthropic-Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ geführt hatte.

Handelsminister Lutnick betonte im Anschluss an das Treffen das Vertrauen der Regierung in Anthropic. Dennoch bleibt das Unternehmen weiterhin auf der sogenannten Blacklist des Pentagons. Während die Regierung intern um eine Linie ringt, forderte Anthropic-CEO Dario Amodei Mitte September in einem umfangreichen Essay mit 3.800 Wörtern explizit eine staatliche Regulierung der Technologie.

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Politische Debatte vor den Midterm-Wahlen

In der US-Politik ist die Frage der KI-Sicherheit zu einem zentralen Thema geworden, während das Land weniger als 50 Tage vor den Midterm-Wahlen steht. Im Kongress bemüht sich der republikanische Senats-Mehrheitsführer Thune um eine Lösung, welche die Innovation fördert und gleichzeitig Schutzmaßnahmen bietet. Sein Kollege, Senator Kennedy, plant unterdessen eine Abstimmung über einen verpflichtenden Notausschalter für KI-Systeme.

Innerhalb der Regierung und der Branche haben sich zwei Lager gebildet. Während Donald Trump, Nvidia-CEO Jensen Huang und der Investor David Sacks gegen neue KI-Regulierungen eintreten, befürworten Akteure wie Dario Amodei, OpenAI-CEO Sam Altman und Elon Musk eine Drosselung des Entwicklungstempos.

Vizepräsident JD Vance mahnte zur Vorsicht bei der Entwicklung mächtiger Modelle ohne entsprechende Abwehrmechanismen. Donald Trump hingegen erklärte, die entscheidende Sicherung für die Technologie sei eine starke Führung im Präsidentenamt; Risikowarnungen bezeichnete er als Täuschung.

Ehemalige Experten aus dem Verteidigungsbereich wie Will Thibeau warnen derweil vor einer zu strikten Regulierung. Diese könne die USA im Wettbewerb mit China schwächen und dazu führen, dass lediglich ein Triopol aus Anthropic, OpenAI und Google den Markt beherrsche.

Thibeau plädierte für eine eng gefasste Regulierung konkreter Risiken und eine gleichzeitige Stärkung militärischer Anwendungen. Ein Treffen von Donald Trump mit führenden Köpfen der KI-Branche im Weißen Haus wird für die kommenden Tage erwartet.

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