Pegasus-Spähsoftware, EU-Parlamentarier

Pegasus-Spähsoftware: EU-Parlamentarier mit Zero-Click-Exploit angegriffen

Veröffentlicht am: 03.07.2026 um 16:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Citizen Lab bestätigt Zero-Click-Angriffe auf iPhone des griechischen Politikers während seiner Arbeit im Untersuchungsausschuss.

Pegasus-Spähsoftware: EU-Abgeordneter Kouloglou mehrfach angegriffen
Abstrakte Darstellung digitaler Überwachung, mit leuchtenden Codezeilen, die ein Smartphone und das Europäische Parlament umgeben. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Citizen Lab hat den Einsatz der israelischen Spähsoftware Pegasus gegen ein Mitglied des Europäischen Parlaments bestätigt. Der griechische Politiker Stelios Kouloglou wurde während seiner Arbeit im Untersuchungsausschuss zur Überwachungssoftware (PEGA) mehrfach angegriffen. Die Infektionen fielen in Phasen intensiver parlamentarischer Arbeit.

Technischer Hintergrund der Infektionen

Citizen Lab untersuchte das iPhone von Kouloglou forensisch. Die Ergebnisse: Infektionen am 21. Oktober 2022 sowie am 6. und 7. März 2023. Der Angriff nutzte einen sogenannten Zero-Click-Exploit namens „PWNYOURHOME“. Dieser machte sich eine Schwachstelle in Apples HomeKit-Anwendung zunutze – ohne dass der Nutzer irgendetwas tun musste.

Die Zeitpunkte der Angriffe überschnitten sich mit wichtigen Aktivitäten des PEGA-Ausschusses. Dazu gehörten Anhörungen und die Vorbereitung von Berichtsentwürfen. Kouloglou war zwischen dem 24. März 2022 und dem 18. Juli 2023 stellvertretendes Mitglied des Gremiums. Der Politiker erhielt im Verlauf der Vorfälle Warnhinweise von Apple über mögliche staatlich geförderte Cyberangriffe.

Anzeige

Der Fall Kouloglou zeigt drastisch, wie gezielte Cyberangriffe heute selbst höchste politische Gremien erreichen können. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und Ihr Unternehmen vor modernen Bedrohungen schützen. IT-Sicherheit stärken und Unternehmen proaktiv schützen

Verbindungen zu weiteren Spionagekampagnen

Citizen Lab ordnete die Angriffe keinem spezifischen Staat zu. Die Forscher fanden jedoch signifikante Übereinstimmungen mit einer parallel laufenden Kampagne. Diese richtete sich gegen exilierte Journalisten aus Russland und Belarus. In beiden Fällen verwendete die Spyware-Infrastruktur dieselbe E-Mail-Adresse – ein Hinweis auf denselben Kunden des Pegasus-Herstellers NSO Group.

Kouloglou selbst vermutet die griechische Regierung hinter der Überwachung. Die Forscher betonten jedoch: Für eine direkte Zuschreibung gibt es derzeit keine hinreichenden Indizien.

Juristische Schritte und politische Konsequenzen

Der betroffene Politiker kündigte rechtliche Schritte gegen die NSO Group an. Das Unternehmen selbst gab zu den Vorfällen keine Stellungnahme ab. Im Europäischen Parlament entfachte der Fall die Debatte über den Schutz parlamentarischer Vertraulichkeit neu.

Anzeige

Hochkomplexe Spionage-Software ist nur eine von vielen Methoden, mit denen sensible Daten heute gefährdet werden. Dieser kostenlose Experten-Report enthüllt die psychologischen Tricks und Methoden, die Hacker aktuell nutzen, um sich unbefugten Zugriff zu verschaffen. Anti-Phishing-Paket zur Hacker-Abwehr jetzt gratis anfordern

Die EU-Abgeordnete Hannah Neumann forderte die konsequente Umsetzung der Empfehlungen des PEGA-Ausschusses. Das Parlament reagierte bereits mit speziellen Sicherheitsüberprüfungen für Abgeordneten-Geräte – um Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69680572 |