PCPJack-Angriff: Hacker kaperter 230 Cloud-Server von AWS, Azure, Google
12.06.2026 - 13:27:30 | boerse-global.de
Betroffen sind Dienste von Amazon, Microsoft und Google.
Die Angreifer nutzten die rund 230 kompromittierten Server als verdeckte SMTP-Proxy-Netzwerke. Ihr Ziel: das Verschleiern von E-Mail-Verkehr und das Umgehen von Spam-Filtern. Die Sicherheitsfirma Hunt.io entdeckte die Kampagne durch offene Verzeichnisse auf einem Kommando-Server der Gruppe.
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Wie die Angreifer vorgingen
Die gekaperten Maschinen – überwiegend Linux-Server – synchronisierten sich alle fünf Minuten mit einem zentralen Steuerungsserver. Diese kurzen Intervalle erlaubten es den Angreifern, stets aktuelle Knotenpunkte für ihr Relay-Netzwerk bereitzuhalten. Die Wahl fiel bewusst auf Cloud-Umgebungen: Deren IP-Adressen genießen hohes Vertrauen bei Sicherheitssystemen und umgehen so Standard-Spam-Filter.
Für Administratoren gibt es klare Warnsignale. Die Sicherheitsexperten raten, Linux-Umgebungen auf folgende Indikatoren zu prüfen:
- Eine Datei unter
/var/tmp/.xs - Aktive Chisel-Prozesse (ein Werkzeug für Netzwerk-Tunnel)
- Unerwarteten ausgehenden SMTP-Verkehr auf Port 587
Parallele Angriffe auf Entwickler-Tools
Die PCPJack-Operation fällt in eine Phase erhöhter Aktivität gegen Cloud- und Entwicklungsumgebungen. Zeitgleich berichten Sicherheitsforscher von einem separaten Angriff der Gruppe TeamPCP. Diese nutzte Anfang Juni den Miasma-Wurm – eine Variante der Mini-Shai-Hulud-Malware – um 73 GitHub-Repositories von Microsoft zu infiltrieren, darunter solche für Azure Functions und KI-Beispielanwendungen.
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Die Angriffswelle begann am 1. Juni mit über 30 schädlichen Paketen unter einem Red-Hat-npm-Namespace. Vier Tage später schleusten die Angreifer einen bösartigen Commit in eine Azure-Bibliothek ein. Der Exploit zündete, sobald Entwickler das Repository mit KI-gestützten Tools wie Claude Code, Cursor oder VS Code öffneten.
Microsoft konnte die betroffenen Repositories innerhalb von 105 Sekunden nach Erkennung abschalten. Dennoch gelang den Angreifern zuvor der Abfluss sensibler Daten: AWS- und Azure-Zugangsschlüssel, GitHub-Tokens und CI/CD-Geheimnisse. Ob PCPJack und TeamPCP direkt zusammenarbeiten, ist noch unklar – die Namensähnlichkeit und der Fokus auf Cloud-Zugangsdaten lassen jedoch Verbindungen vermuten.
