PCOS, PMOS

PCOS wird PMOS: Ärzte benennen Hormonerkrankung neu

12.06.2026 - 07:22:01 | boerse-global.de

Das polyzystische Ovarialsyndrom heißt künftig PMOS. Die Umbenennung betont metabolische Faktoren statt Ovarialzysten als Kernmerkmal.

PCOS wird zu PMOS: Neue Bezeichnung für Hormonerkrankung
PCOS - Ein Blutzuckermessgerät mit einem Bluttropfen, umgeben von medizinischen Fläschchen und einer Spritze in einem Labor. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aus dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) wird das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS).

Warum der neue Name?

Ein globales Namensänderungs-Konsortium veröffentlichte die Entscheidung im Fachjournal „Lancet“. Der Grund: Ovarialzysten sind kein charakteristisches Merkmal der Erkrankung. Stattdessen stehen metabolische Faktoren im Fokus – Insulinresistenz, gestörter Zuckerstoffwechsel und ein Androgenüberschuss.

Etwa jede achte bis zehnte Frau ist betroffen. Bis zu 70 Prozent der Fälle bleiben unerkannt.

Die Endokrinologin Cornelia Jaursch-Hancke betont: Die neue Bezeichnung bilde die Komplexität der Erkrankung besser ab. Für die Umstellung ist ein Übergangszeitraum von drei Jahren mit einer Doppelbenennung vorgesehen.

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GLP-1-Medikamente: Nicht jeder reagiert

Rund 550.000 Menschen in Deutschland nutzen GLP-1-Präparate wie Semaglutid und Tirzepatid. Klinische Studien zeigen hohe Erfolgsraten – der Behandlungsalltag sieht anders aus.

Laut Daten der Clinical Diabetology liegt der durchschnittliche Gewichtsverlust bei etwa 5,7 Prozent. Zwischen 10 und 30 Prozent der Patienten sprechen gar nicht auf die Medikamente an. Sie gelten als Non-Responder.

Die Stanford University identifizierte in der Fachzeitschrift „Genome Medicine“ eine Ursache: Genvarianten des Enzyms PAM. Etwa jeder zehnte Patient trägt eine Variante, die die Wirksamkeit abschwächt. Während 25 Prozent der Patienten ohne diese Genvariante ihre Blutzuckerziele erreichten, waren es bei Trägern nur 12 Prozent. Rund 17 Prozent brechen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab.

Überraschender Nebeneffekt: Bessere Fruchtbarkeit

Prof. Uwe Nixdorff erklärt: Eine Verbesserung des Stoffwechsels und ein Gewichtsverlust von fünf bis zehn Prozent können die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit signifikant erhöhen.

Muskelverlust: Neue Hoffnung durch Antikörper

Ein kritischer Begleiteffekt von Abnehmtherapien ist der Verlust von Muskelmasse. Anwender klagen häufig über Kraftlosigkeit.

Eine Studie mit 102 Erwachsenen untersuchte den Antikörper Apitegromab. Die Ergebnisse: Der Muskelverlust unter einer Tirzepatid-Therapie ließ sich um 55 Prozent reduzieren. Ohne den Zusatzstoff verloren Probanden 3,5 kg Magermasse, mit Apitegromab nur 1,6 kg.

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Bewegung als Schlüssel

Zur langfristigen Behandlung der Insulinresistenz empfehlen Mediziner eine strukturierte Lebensstiländerung. Dr. Nguyen Trong Thuy betont die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining.

Aerobes Training reduziert das viszerale Fett und senkt den Blutzuckerspiegel. Krafttraining verbessert durch Muskelaufbau langfristig die Glukoseverwertung. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche plus zwei bis drei Krafttrainingseinheiten.

Fettleber vorbeugen

Unbehandelte Insulinresistenz gilt als wesentlicher Treiber für die Entwicklung einer Fettleber (Steatosis hepatis). Die Fettanhäufung in den Leberzellen kann über Entzündungsprozesse zu Fibrose, Zirrhose oder Leberkrebs führen.

Zur Vorbeugung empfehlen Experten eine Ernährung mit hohem Anteil an Ballaststoffen und Antioxidantien. Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel sollten vermieden werden.

Leistungssport trotz Diabetes möglich

Für Patienten mit Typ-1-Diabetes zeigt sich: Moderne CGM-Systeme und strukturierte Behandlungspläne machen Leistungssport möglich. Die Insulinsensitivität lässt sich dadurch positiv beeinflussen.

de | wissenschaft | 69524180 |