PCOS, PMOS

PCOS heißt jetzt PMOS: 170 Millionen Frauen betroffen

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen X-Chromosom als Risikofaktor, PCOS wird zu PMOS umbenannt und neue Leitlinien für Inkretin-Therapien veröffentlicht.

Autoimmunerkrankungen: Neue Forschungsergebnisse verändern die Behandlung
Nahaufnahme eines Modells der Schilddrüse oder abstrakte Darstellung von Schilddrüsenhormonen und Zellen mit frischen, gesunden Lebensmitteln im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse stellen alte Annahmen infrage und eröffnen neue Therapieansätze.

X-Chromosom als Risikofaktor

Bislang galt Östrogen als Hauptgrund für die hohe Erkrankungsrate von Frauen bei Autoimmunerkrankungen. Eine Studie aus Philadelphia mit 113 Millionen Teilnehmern zeigt nun: Die Anzahl der X-Chromosomen ist entscheidend. Frauen mit zusätzlichen X-Chromosomen (Klinefelter- oder Triple-X-Syndrom) haben ein deutlich höheres Risiko für Lupus oder Sjögren-Syndrom.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA zog im November 2025 Sicherheitswarnungen für bestimmte Hormontherapien zurück. Für Patientinnen mit Hashimoto in den Wechseljahren empfehlen aktualisierte Leitlinien lokales vaginales Östrogen bei urogenitalen Beschwerden.

PCOS heißt jetzt PMOS

Im Frühjahr 2026 einigten sich 56 Fachgesellschaften auf eine Umbenennung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) in PMOS – „Polyzystisches Metabolisches Ovarsyndrom". Weltweit sind schätzungsweise 170 Millionen Frauen betroffen, die Dunkelziffer liegt bei rund 70 Prozent.

Bei 85 Prozent der Betroffenen steht eine Insulinresistenz im Zentrum. Sie vervierfacht das Risiko für Typ-2-Diabetes. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl am 22. Mai 2026 eine orale Semaglutid-Tablette, deren Zulassung für Mitte August erwartet wird.

Neue Leitlinien für Inkretin-Therapien

Ein internationales Konsortium aus EASO, EFAD und ECPO veröffentlichte gestern erstmals gemeinsame Empfehlungen für die Begleitung Inkretin-basierter Therapien. Die Fachgesellschaften fordern eine medizinische Ernährungstherapie, regelmäßige Kontrollen der Körperzusammensetzung und gezieltes Krafttraining.

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Warum? Um dem gefürchteten Muskelabbau entgegenzuwirken, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).

Prävention beginnt auf dem Teller

Fachleute raten zu einer bewussten Mahlzeitengestaltung, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Proteine und gesunde Fette sollten Kohlenhydraten vorgezogen werden. Beeren mit weniger als 6 Gramm Zucker pro 100 Gramm schneiden besser ab als Bananen oder Mangos.

Die Universität Gießen startet im November die EASE-Studie. Sie untersucht, wie ein gewichtsneutraler Ansatz durch intuitives Essen und Achtsamkeit die Lebensqualität bei Adipositas verbessern kann.

Metabolisches Board am Uniklinikum Homburg

Jeder dritte Deutsche ist vom metabolischen Syndrom betroffen. Das Universitätsklinikum des Saarlandes startete gestern ein interdisziplinäres „Metabolisches Board". Experten aus Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin arbeiten dort zusammen.

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Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) veröffentlichte im Juli neue „Klug entscheiden"-Empfehlungen. Sie fordern unter anderem die frühzeitige Identifikation von Mangelernährung bei Tumorerkrankungen und den Verzicht auf Routine-Untersuchungen bei gesichertem Reizdarmsyndrom.

Darmflora beeinflusst Sturzrisiko

Die Universität Göteborg publizierte heute in Nature Communications eine Studie mit über 2.000 schwedischen Frauen zwischen 75 und 80 Jahren. Ergebnis: Eine geringe Diversität der Darmbakterien hängt statistisch mit erhöhtem Sturzrisiko und höherer Gebrechlichkeit zusammen. Die Mikrobiom-Gesundheit wird damit auch im Alter zum entscheidenden Faktor.

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