PC-Markt, Speicherchip-Krise

PC-Markt Q2 2026: Speicherchip-Krise bremst Auslieferungen um 4,9%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 19:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Speicherchip-Mangel drückt PC-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026. Hersteller geben höhere Kosten an Kunden weiter.

PC-Markt im Q2 2026: Chip-Knappheit bremst Auslieferungen aus
Nahaufnahme eines leuchtenden RAM-Riegels mit feinen Schaltkreisen auf dunkler, reflektierender Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schuld ist eine massive Knappheit bei Speicherchips, die durch den KI-Boom ausgelöst wurde.

Chip-Krise bremst den PC-Markt aus

Nach neun aufeinanderfolgenden Wachstumsquartalen erlebt die PC-Branche einen herben Dämpfer. Marktforscher vermelden für das zweite Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang der Auslieferungen. Die IDC registrierte einen Einbruch um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Geräte, Omdia zählte 65,7 Millionen Einheiten – ein Minus von 3,6 Prozent.

Besonders hart traf es die Notebooks: Sie verloren 4,2 Prozent und kamen auf 51,7 Millionen Stück. Desktop-PCs gaben mit 1,3 Prozent weniger stark nach und erreichten 13,9 Millionen Einheiten.

Die Ursache liegt in einem akuten Mangel an Speicherkomponenten. Hochleistungsspeicher wird zunehmend in KI-Rechenzentren abgezogen, was das Angebot für Unterhaltungselektronik verknappt. Die Folge: Speicherpreise schossen im Jahresvergleich um 20 bis 40 Prozent nach oben. Zwar sinken die Stückzahlen, doch viele Hersteller verzeichnen dank höherer Verkaufspreise weiter steigende Umsätze.

Preisschock für Verbraucher

Die gestiegenen Komponentenkosten geben die Hersteller an die Kunden weiter. Die IDC prognostiziert für 2026 einen Preisanstieg von sechs bis acht Prozent über alle PC-Kategorien hinweg. Bei gängigen Laptops könnten die Aufschläge sogar bis zu 40 Prozent betragen.

Mehrere Hersteller haben bereits im Frühjahr und Frühsommer 2026 die Preise angepasst:

  • Apple erhöhte die MacBook-Preise im Juni um 15 bis 20 Prozent. In Deutschland kostet das MacBook Neo nun 800 Euro. Das 13-Zoll MacBook Air mit M5-Chip stieg in Südafrika von umgerechnet rund 1.000 auf 1.325 Euro. Der Mac Mini verteuerte sich von 599 auf 799 Dollar.
  • Microsoft verlangt für Surface-PCs inzwischen bis zu 500 Dollar mehr als noch vor zwei Jahren.
  • Spielekonsolen werden ebenfalls teurer: Sony zog im April die Preise für die PlayStation 5 an. Microsoft kündigte für den 1. August Preiserhöhungen auf 500 Dollar für die Xbox Series S (512 GB) und 800 Dollar für die Xbox Series X (1 TB) an.
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Branchenexperten rechnen nicht vor Ende 2026 mit fallenden Speicherpreisen. Analysten von Micron und IDC halten eine Verknappung sogar bis Anfang 2028 für möglich.

Apple trotzt dem Abwärtstrend

Während der Gesamtmarkt schrumpfte, konnte Apple seinen Marktanteil ausbauen. Dank des erfolgreichen MacBook Neo legten die Auslieferungen um 10,1 bis 15,9 Prozent zu – auf insgesamt 6,7 bis 7,3 Millionen Geräte. Analysten sehen größere Anbieter wie Apple, Lenovo und Dell im Vorteil: Sie können ihre Größe nutzen, um sich in der Krise besser mit Komponenten zu versorgen.

Andere Hersteller hatten es schwerer:

  • Lenovo lieferte 16,6 Millionen Einheiten aus – ein Minus von rund 2,1 Prozent.
  • HP verzeichnete einen Rückgang um neun Prozent auf 13 Millionen Geräte.
  • Dell büßte rund fünf Prozent ein und kam auf 9,3 Millionen Stück.
  • ASUS hielt sich stabil mit fünf Millionen ausgelieferten Einheiten.

Gebrauchtmarkt boomt

Angesichts steigender Neupreise suchen Verbraucher zunehmend nach günstigeren Alternativen. Einer Umfrage vom 9. Juli zufolge haben 48 Prozent der US-Amerikaner zuletzt über den Kauf gebrauchter Technik nachgedacht.

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Der Gebrauchtmarktplatz Back Market meldete einen Anstieg der Verkäufe von refurbished MacBooks um 62 Prozent – unmittelbar nach Apples Preiserhöhung im Juni. Die Handelskette PayMore verzeichnete ein Plus von 30 Prozent bei Computern, während die Nachfrage nach gebrauchten Smartphones im ersten Halbjahr 2026 um 13 Prozent zulegte.

Die Marktforscher erwarten weiteren Druck auf das Budget-Segment: Smartphones unter 400 Dollar könnten bis Ende 2026 einen Nachfragerückgang von über 22 Prozent erleiden, da die Hersteller sich auf margenstarke Premiumgeräte konzentrieren.

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