PC-Krise, Steam

PC-Krise: Steam Machine kostet statt 750 nun 1.049 Dollar

02.07.2026 - 12:08:27 | boerse-global.de

Steigende Komponentenpreise und sinkende Verkaufszahlen belasten den PC-Markt. Valve und Nvidia reagieren mit Anpassungen, während eine Sammelklage die Speicherriesen trifft.

PC-Markt unter Druck: Speicherknappheit treibt Preise in die Höhe
PC-Krise - Nahaufnahme von RAM-Riegeln und SSD-Laufwerken auf dunkler Oberfläche, Symbol für die PC-Hardware-Versorgungskrise. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders günstige Geräte werden seltener, und selbst passionierte Bastler müssen bei ihren Wunschkonfigurationen Abstriche machen. Die Folgen sind bereits in den aktuellen Nutzerdaten und Verkaufszahlen deutlich sichtbar.

Steam-Umfrage zeigt: Weniger Speicher, mehr Kompromisse

Die neueste Steam-Hardware-Umfrage von Valve offenbart einen bemerkenswerten Trend. Erstmals seit Jahren liegt der Anteil der Nutzer mit mehr als einem Terabyte Speicher unter der 50-Prozent-Marke – ein Rückgang um 0,7 Prozentpunkte. Während große Festplatten und SSDs seltener werden, zeigt sich bei den Arbeitsspeicher-Konfigurationen ein anderes Bild: Systeme mit 16 Gigabyte RAM stellen nun 42 Prozent der Nutzer, während 32-Gigabyte-Maschinen auf 37 Prozent kommen.

Auch bei den Betriebssystemen und Bildschirmauflösungen tut sich etwas. Windows 11 erreichte im Juni 70 Prozent Anteil, während Windows 10 auf 24 Prozent fiel. Full-HD (1080p) bleibt mit 51 Prozent die dominierende Auflösung, verlor aber ein ganzes Prozentpunkt an die höher auflösenden Formate 1440p und 1600p, die zusammen auf 27 Prozent kommen. Branchenbeobachter weisen jedoch auf mögliche Schwankungen in den aktuellen Daten hin – ungewöhnliche Verschiebungen bei den Nutzerzahlen einzelner Regionen und der Hardware-Erfassung lassen Fragen offen.

PC-Verkäufe brechen ein – Billigrechner besonders betroffen

Die Auswirkungen der Speicherkrise zeigen sich auch auf dem Gesamtmarkt. Im ersten Quartal 2026 fielen die PC-Verkäufe in den USA im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 15,8 Millionen Einheiten. Besonders hart trifft es das Budget-Segment: Rechner unter 500 Dollar (etwa 460 Euro) verloren satte 18,7 Prozent. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem Marktrückgang von 14,4 Prozent.

Die gestiegenen Komponentenpreise haben den durchschnittlichen Verkaufspreis eines PCs auf über 1.000 Dollar (rund 920 Euro) getrieben – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Experten erwarten, dass die Preise bis Dezember 2026 um bis zu zwölf Prozent steigen könnten. Lenovo konnte sich trotz der schwierigen Lage als Marktführer behaupten: Der chinesische Hersteller verzeichnete ein Umsatzplus von 27 Prozent und ein Absatzwachstum von neun Prozent. Ein Grund dafür ist der Zugang zu günstigeren Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT. Dennoch warnt Lenovo: DRAM- und NAND-Preise werden wohl nicht auf das Niveau von Anfang 2025 zurückfallen.

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Die PC-Krise treibt die Preise in die Höhe: Die Steam Machine kostet statt 750 nun 1.049 Dollar, und Budget-Rechner unter 500 Dollar verloren 18,7 Prozent. Mit dem kostenlosen Hardware-Check erkennen Sie überteuerte Komponenten und sparen beim nächsten Kauf. Hardware-Check per E-Mail anfordern

Hardware-Kompromisse: Valve und Nvidia reagieren

Valve hat offengelegt, dass die Beschaffung von Speicher für die Steam Machine weit mehr als nur Preisverhandlungen erforderte. Wegen der Knappheit startet die Konsole nun bei 1.049 Dollar (rund 965 Euro) für das 512-Gigabyte-Modell – deutlich mehr als die ursprünglich geplanten 750 Dollar (etwa 690 Euro).

Um die Kosten zu drücken, verbaut Valve in der aktuellen Steam Machine nur einen einzigen 16-Gigabyte-DDR5-Speicherriegel statt eines Dual-Channel-Setups. Benchmark-Tests zeigen, dass dies in Spielen und Produktivitätsanwendungen zu Leistungseinbußen von 15 bis 20 Prozent führt. Ein Wechsel auf Dual-Channel käme laut Valve nur infrage, wenn die Komponentenpreise wieder sinken.

Auch andere Hersteller passen ihre Strategien an. Nvidia soll im Mai 2026 die Produktion der inzwischen fünf Jahre alten RTX 3060 mit 12 Gigabyte VRAM wieder aufgenommen haben – ein Versuch, die Lücke an bezahlbaren Grafikkarten zu schließen. Gerüchten zufolge plant AMD für Juli 2026 eine Preiserhöhung von zehn Prozent auf Grafikspeicher-Kits für seine Radeon-Partner.

Klage gegen Speicherriesen – Milliarden-Investitionen geplant

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Die Preisexplosion hat nun auch juristische Konsequenzen. Am 25. Juni 2026 wurde eine Sammelklage gegen Samsung, Micron und SK Hynix eingereicht. Der Vorwurf: Die Unternehmen sollen sich abgesprochen haben, um die DRAM-Preise künstlich hochzutreiben. Dazu hätten sie die Produktion gezielt auf High-Bandwidth-Speicher (HBM) für den KI-Sektor verlagert und so eine künstliche Verknappung im Verbrauchermarkt geschaffen. Micron wies die Vorwürfe zurück.

Die Zukunft verspricht zunächst keine Entspannung. Analysten von Jefferies warnen vor weiteren Preissprüngen von 40 bis 50 Prozent im dritten Quartal 2026. Immerhin zeichnet sich eine langfristige Lösung ab: Die südkoreanische Regierung hat gemeinsam mit Samsung und SK Hynix Investitionen in Höhe von umgerechnet rund 540 Milliarden Euro für den Bau neuer Speicherfabriken angekündigt. Ziel ist es, die DRAM-Produktionskapazität zu verdoppeln – doch die neuen Anlagen werden frühestens 2027 in Betrieb gehen. Branchenkenner, darunter der Micron-CEO, rechnen damit, dass sich das aktuelle Ungleichgewicht in Teilen bis 2030 hinziehen könnte.

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