PayPal und Sparkasse: 48-Stunden-Phishing-Masche im Umlauf
02.07.2026 - 23:50:34 | boerse-global.de
Im Fokus stehen vor allem Kunden von PayPal und den Sparkassen.
Die 48-Stunden-Masche bei PayPal
Die Verbraucherzentrale schlägt Alarm: Eine neue Variante setzt Kunden unter massiven Zeitdruck. Die Betrüger verschicken E-Mails mit dem Betreff einer angeblichen Sicherheitsmaßnahme zur Konto-Verifizierung.
Die Drohung ist klar: Wer den beigefügten Link nicht innerhalb von 48 Stunden anklickt, dem droht die Kontosperrung. Typische Warnsignale: unpersönliche Anrede, unseriöse Absenderadresse und die künstliche Dringlichkeit. Ziel der Masche sind gefälschte Webseiten, die Login-Daten abgreifen sollen.
Sparkasse: Gefälschte E-Mails und Telefonbetrug
Parallel dazu warnt die Sparkasse vor betrügerischen Mails, die über angebliche Nachrichten im elektronischen Postfach informieren. Auch hier dient die Drohung einer Kontosperrung als Druckmittel.
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Doch die Angriffe bleiben nicht digital. Regionalinstitute wie die Sparkasse Märkisch-Oderland berichten von einer Zunahme des Telefonbetrugs. Die Täter geben sich als Mitarbeiter der Betrugsabteilung aus und fordern PINs, Online-Banking-Zugänge oder sogar die Bankkarte zur angeblichen Überprüfung.
Die Botschaft der Institute ist eindeutig: Kein Bankmitarbeiter wird jemals telefonisch nach sensiblen Daten fragen oder Karten persönlich abholen.
Neue Taktiken: Online-Handel und Kryptowährungen
Die Polizei Braunschweig hat eine weitere perfide Masche identifiziert. Kriminelle treten als Kaufinteressenten auf und fordern die E-Mail-Adresse der Verkäufer. Im Anschluss verschicken sie gefälschte Zahlungsbestätigungen mit Phishing-Links. In mehreren Fällen autorisierten Opfer darüber Überweisungen per Push-TAN-App – mit sofortigen finanziellen Verlusten.
Auch Krypto-Anleger sind betroffen. Betrüger nutzen die Einführung der MiCA-Richtlinien als Vorwand. Im Namen von Plattformen wie Binance drohen sie mit Kontoschließungen und fordern Passwörter sowie Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes. Bitpanda stellt klar: Solche Abfragen erfolgen niemals per E-Mail.
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Alarmierende Zahlen zur Cybercrime-Lage
Die Warnungen haben Hand und Fuß. Eine Kaspersky-Studie unter 7.200 Personen aus 18 Ländern zeigt: 2025 waren 56 Prozent der Internetnutzer weltweit von Online-Betrug betroffen. In Deutschland lag der Anteil bei 39 Prozent.
Allein im ersten Quartal 2026 blockierten Sicherheitstechnologien über 140 Millionen Phishing-Versuche. Offiziell registrierte die Polizei 2025 rund 334.000 Cybercrime-Fälle in Deutschland.
Die Experten raten: Keine Links in unaufgeforderten E-Mails öffnen. Freigabeanfragen in Banking-Apps kritisch prüfen. Bei Verdacht sofort das Kreditinstitut kontaktieren und Anzeige erstatten. Denn die Rückholung von Geldern ist oft hochgradig unwahrscheinlich – wie der Fall einer Frau aus Nienburg zeigt, die über 2.200 Euro an Trading-Betrüger verlor.
