PayPal-Umbau, Milliarden

PayPal-Umbau: 1,5 Milliarden Dollar Sparpaket und 20% Jobabbau

18.06.2026 - 17:43:30 | boerse-global.de

PayPal baut unter neuem Chef radikal um und spart Milliarden, während institutionelle Anleger unterschiedlich reagieren.

PayPal-Aktie: Sparprogramm und gespaltene Großanleger
PayPal-Umbau - A dynamic graph showing upward and downward trends, overlaid with abstract digital payment symbols, representing financial market fluctuations. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während das Unternehmen unter neuem Chef Enrique Lores massiv spart und die Belegschaft reduziert, zeigen sich institutionelle Anleger gespalten. Die Aktie bleibt unter Druck – trotz solider Quartalszahlen.

Institutionelle Anleger uneins über Zukunft

Die jüngsten Börsenpflichtmitteilungen zeichnen ein gemischtes Bild: Während einige Großinvestoren ihre PayPal-Positionen deutlich ausbauten, fuhren andere massiv zurück. Die spanische Großbank BBVA etwa verkaufte im vierten Quartal 138.737 Aktien und reduzierte ihr Engagement um 23,7 Prozent. Der verbleibende Bestand von 447.851 Papieren ist rund 24,5 Millionen Euro wert.

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Auch Rakuten Investment Management strich seine Beteiligung um 12,5 Prozent zusammen. Noch drastischer fiel der Schritt von Brooks Moore & Associates aus: Das Investmenthaus halbierte seinen PayPal-Anteil (minus 52,4 Prozent).

Ganz anders agierte Invenomic Capital Management: Der Hedgefonds verdoppelte sein Engagement nahezu auf 404.617 Aktien (plus 103,6 Prozent) – ein Wert von rund 22 Millionen Euro. Ein klares Bekenntnis zu den Sanierungsplänen.

Insider-Verkauf und Dividende

Bereits Anfang Juni sorgte eine Transaktion aus dem Unternehmen selbst für Aufmerksamkeit. Suzan Kereere, Mitglied des Führungskreises, veräußerte am 3. Juni 3.379 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 42,79 Dollar. Der Verkauf erfolgte kurz vor dem nächsten Dividendenzahltermin: Am 25. Juni erhalten Aktionäre die bereits beschlossene Quartalsdividende von 0,14 Dollar je Anteilsschein.

Milliardensparprogramm: 20 Prozent der Stellen weg

Der Umbau unter CEO Enrique Lores, der im Februar die Führung übernahm, hat es in sich. Das Unternehmen peilt Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar an. Der Plan: Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll jeder fünfte Arbeitsplatz verschwinden – ein Personalabbau von 20 Prozent.

Besonders symbolträchtig ist die Schließung der hauseigenen Venture-Capital-Sparte PayPal Ventures. Die 2016 gegründete Einheit wurde von über zehn auf nur noch zwei Mitarbeiter zusammengestrichen. Die Investmentbank Jefferies soll nun einen Käufer für das Beteiligungsportfolio finden. Dabei hatte der Bereich zuletzt durchaus positive Beiträge geliefert: Im vierten Quartal steuerte er zehn Cent zum Gewinn je Aktie bei – nach negativen Werten zuvor.

Stablecoin PYUSD: Internationale Expansion mit Dämpfer

PayPals Vorstoß in die Welt der digitalen Währungen zeigt ein ambivalentes Bild. Der firmeneigene Stablecoin PYUSD ist inzwischen in 70 Ländern verfügbar – weit über die ursprünglichen Märkte USA und Großbritannien hinaus. Die Kryptowährung läuft auf mehreren Blockchain-Netzwerken, darunter Ethereum, Solana, Arbitrum und Stellar.

Doch die Marktdaten Mitte Juni geben Anlass zur Vorsicht. Zwar lag die Marktkapitalisierung zwischenzeitlich bei rund 3,8 Milliarden Euro, ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr. Allerdings deuten aktuelle Zahlen auf einen Rückgang von bis zu 30 Prozent gegenüber den Höchstständen hin – auf rund 2,6 Milliarden Euro. Parallel dazu brachen die täglichen Transfervolumina ein, und die Zahl aktiver Nutzeradressen sank im Vergleich zum Spätjahr 2025.

Solide Quartalszahlen trotz Gegenwind

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Die Kernzahlen des Zahlungsdienstleisters können sich dennoch sehen lassen. Am 5. Mai übertraf PayPal die Erwartungen der Analysten: Der Gewinn je Aktie lag bei 1,34 Dollar – sieben Cent über der Konsensschätzung. Der Quartalsumsatz kletterte auf 7,8 Milliarden Euro, ein Plus von 7,2 Prozent im Jahresvergleich.

Die Analystengemeinde bleibt vorsichtig abwartend. Von 45 beobachtenden Experten raten acht zum Kauf, 32 zum Halten und fünf zum Verkauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 55,85 Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen die Experten mit einem Umsatzwachstum von rund 3,5 Prozent auf etwa 32 Milliarden Euro.

Ob die radikale Spar- und Umbau-Strategie aufgeht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Fest steht: PayPal ist dabei, sich grundlegend neu zu erfinden.

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