PayPal-Übernahme, Stripe

PayPal-Übernahme: Stripe und Advent bieten $60,50 pro Aktie

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal verhandelt mit Stripe und Advent über eine Übernahme. Analysten sehen Spielraum für höhere Angebote, während das Unternehmen Restrukturierungen plant.

PayPal-Verkaufsgespräche: Stripe-Konsortium will Übernahme vorantreiben
Ein Smartphone mit einer digitalen Zahlungs-App auf einem Konferenztisch in einem modernen Bürogebäude mit Blick auf eine Stadt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Zahlungsdienstleister PayPal Holdings Inc. befindet sich gegenwärtig in Verkaufsgesprächen mit einem Konsortium, dem das Fintech-Unternehmen Stripe sowie der Investor Advent International angehören.

Wie Mitte August bekannt wurde, hatte das Konsortium bereits im Juli ein Gebot in Höhe von $60,50 pro Aktie vorgelegt, was einer Unternehmensbewertung von rund $53 Mrd. entsprach. PayPal lehnte diese Offerte jedoch ab, während die Verhandlungen Berichten zufolge fortgesetzt werden.

Strategische Synergien und Marktwert

Eine Übernahme durch Stripe würde weitreichende Verschiebungen im globalen Markt für digitale Zahlungen bedeuten. Stripe erhielte Zugriff auf 439 Mio. aktive Konten und ein kombiniertes jährliches Abwicklungsvolumen von circa $3,7 Billionen.

Darüber hinaus würde Stripe die Kontrolle über die Digitalwallets PayPal und Venmo, die Kryptowährung PYUSD sowie Partnerschaften im Bereich Agentic Commerce mit Unternehmen wie OpenAI, Microsoft und Google übernehmen. Auch die Banklizenz von PayPal und das Buy-Now-Pay-Later-Geschäft (BNPL), für das im Jahr 2026 ein Volumen von $30,86 Mrd. prognostiziert wird, stünden im Fokus des Interesses.

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Nach Bekanntwerden der Gespräche legte die PayPal-Aktie moderat um 1,8 % zu. Die aktuelle Bewertung steht in deutlichem Kontrast zur historischen Höchstmarke aus dem Jahr 2021, als das Unternehmen mit fast $360 Mrd. bewertet wurde.

Finanzanalysten sehen bei einem potenziellen Verkauf Spielraum für höhere Forderungen: Während einige Experten einen Preis zwischen $70 und $80 pro Aktie als möglich erachten, nannten andere Marktbeobachter einen fairen Übernahmepreis von $110 pro Aktie als Bedingung für eine Zustimmung.

Aktuelle Geschäftszahlen und Effizienzprogramm

Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete PayPal ein Umsatzwachstum von 5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erzielte einen Umsatz von $8,68 Mrd. Der Gewinn pro Aktie belief sich auf $1,38. Die operative Marge sank jedoch um 1,71 Prozentpunkte auf 16,4 %.

Um die Profitabilität zu steigern, plant das Management unter dem seit März 2026 amtierenden CEO Enrique Lores umfassende Restrukturierungsmaßnahmen. Vorgesehen ist ein Abbau der Belegschaft um etwa 20 % innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre sowie Kosteneinsparungen in Höhe von $1,5 Mrd.

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Trotz der laufenden Verkaufsgespräche setzt das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm fort, für das im laufenden Jahr $6 Mrd. veranschlagt sind. Institutionelle Anleger halten derzeit 68,32 % der Anteile.

Analysteneinschätzungen und regulatorische Herausforderungen

Die Reaktionen an der Wall Street auf die M&A-Gerüchte fallen gemischt aus. Einige Analystenhäuser stuften die Aktie aufgrund des Übernahmepotenzials auf Kauf hoch, während andere Institute ihre neutrale Bewertung beibehielten und Kursziele im Bereich von $59 bis $65 festlegten. Ein Finanzexperte betonte den strategischen Wert von Vermögenswerten wie Venmo und den vorhandenen Lizenzen, mahnte jedoch zur Vorsicht hinsichtlich der Preisgestaltung.

Neben den Fusionsgesprächen stehen operative Herausforderungen im Fokus. Berichte deuten darauf hin, dass die Verlustquoten im BNPL-Sektor über zwei Quartale hinweg schlechter ausfielen als ursprünglich ausgewiesen.

Zudem unterliegt dieses Segment in den USA und der EU einer verstärkten regulatorischen Prüfung. Parallel dazu führt PayPal unbestätigte Gespräche mit Klarna über eine mögliche White-Label-Partnerschaft im Bereich BNPL, deren Bekanntgabe für das vierte Quartal 2026 erwartet wird.

Stripe lehnte eine offizielle Stellungnahme zu den laufenden Verhandlungen bislang ab. PayPal-Insider nutzten die Kursbewegungen der letzten Monate für Verkäufe; so veräußerten Führungskräfte in den vergangenen 90 Tagen insgesamt 10.612 Aktien.

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