PayPal, EPC

PayPal tritt EPC bei: Strategischer Schritt für europäische Zahlungsstandards

04.07.2026 - 06:50:31 | boerse-global.de

PayPal wird Mitglied im European Payments Council und steigert Umsatz um sieben Prozent. Analysten sehen die Aktie weiterhin als Halteposition.

PayPal tritt EPC bei: Expansion in Europa und starke Quartalszahlen
PayPal - Digitale Illustration des PayPal-Logos, verbunden durch leuchtende Linien mit einer Karte von Europa und Asien, symbolisiert globale Zahlungen. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juli 2026 offiziell dem European Payments Council (EPC) beigetreten. Das Gremium verwaltet die Regeln für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) in 41 Ländern. Für PayPal ist dies ein strategischer Schritt, um die Zukunft der Zahlungssysteme in Europa aktiv mitzugestalten.

Einfluss auf europäische Zahlungsstandards

Sean Byrne, Chef von PayPal Europe, kündigte an, eng mit dem Rat zusammenzuarbeiten, um künftige Zahlungsrahmenwerke zu entwickeln. Der Beitritt erfolgt parallel zu einer massiven Expansion der grenzüberschreitenden Zahlungsmöglichkeiten des Konzerns. Besonders für internationale Reisende soll PayPal damit attraktiver werden.

Erst Ende Mai 2026 hatte Tencent eine Integration bekannt gegeben, die US-PayPal-Nutzern ermöglicht, mit dem WeChat Pay-QR-Code-Netzwerk in China zu bezahlen. Die Verbindung von Tencents Plattform TenPay Global mit dem PayPal-World-Netzwerk vereinfacht Transaktionen für amerikanische Chinareisende erheblich.

Solides Quartal mit verhaltenem Ausblick

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte PayPal seinen Umsatz um 7 Prozent auf 8,35 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) legte leicht um ein Prozent auf 1,34 Euro zu und übertraf die Analystenerwartungen um rund vier Prozent.

Die Nutzerbasis wächst kontinuierlich: 439 Millionen aktive Konten verzeichnete der Konzern zum Quartalsende – ein Plus von einem Prozent im Jahresvergleich. Davon gelten 225 Millionen als monatlich aktiv. Das gesamte Zahlungsvolumen erreichte 463,95 Milliarden Euro, die Zahl der Einzeltransaktionen stieg um sieben Prozent auf 6,48 Milliarden.

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Doch es gibt auch Schattenseiten: Die operative Marge nach GAAP-Standard sank um 182 Basispunkte auf 17,8 Prozent. Zudem gab das Management einen vorsichtigen Ausblick für das zweite Quartal und erwartet einen Rückgang des bereinigten Gewinns pro Aktie im hohen einstelligen Prozentbereich.

Fastlane-Technologie überzeugt Händler

PayPals „Fastlane“-Technologie für den Ein-Klick-Checkout gewinnt an Fahrt. In den USA sind bereits 60 Millionen Profile hinterlegt. Händler auf Plattformen wie WooCommerce und BigCommerce berichten von deutlichen Verbesserungen bei den Konversionsraten.

Ein Möbelhändler verzeichnete einen Anstieg der Gast-Checkout-Konversionen von 51 auf 63 Prozent innerhalb von 60 Tagen. Die Wiedererkennungsrate – wie oft das System einen wiederkehrenden Käufer identifiziert – verbesserte sich von unter 20 Prozent im Jahr 2024 auf nun 38 bis 52 Prozent.

Aktie erholt sich – Analysten bleiben gespalten

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Am 2. Juli 2026 schloss die PayPal-Aktie bei 45,47 Euro – ein Tagesplus von 3,18 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 40,1 Milliarden Euro. Trotz Kursverlusten im Jahresverlauf zeigen institutionelle Anleger weiter Interesse: Im ersten Quartal 2026 erwarben die Chicago Trust Co NA und LB Partners LLC Positionen im Wert von 1,06 Millionen beziehungsweise 905.000 Euro.

Im Juni verkauften die Führungskräfte Frank Keller und Suzan Kereere Aktien zu Kursen zwischen 42,54 und 42,79 Euro. Ende April hatte bereits Finanzvorstand Chris Natali 1.337 Anteile zu 49,46 Euro abgestoßen.

Die Analystenmeinungen bleiben geteilt: Das Konsensrating lautet „Halten“. Während einige Häuser Kursziele von bis zu 60 Euro setzen, bleiben andere mit rund 42 Euro konservativ. Am 25. Juni zahlte PayPal eine vierteljährliche Dividende von 0,14 Euro pro Aktie. Die nächsten Quartalszahlen werden am 28. Juli 2026 erwartet.

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