PayPal streicht 164 Stellen in Irland: Zwölf Prozent der Belegschaft
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der internationale Zahlungsdienstleister PayPal hat am 31. August 2026 weitreichende Personalkürzungen an seinen irischen Standorten bekannt gegeben. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen 164 Stellen gestrichen werden, was fast 12 Prozent der derzeitigen Belegschaft von 1.380 Mitarbeitern in Irland entspricht. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer gescheiterten Milliarden-Übernahme und einer globalen Neuausrichtung des Konzerns.
Details zum Stellenabbau in Irland
Die geplanten Streichungen betreffen nach Unternehmensangaben zunächst 33 Positionen, darunter 29 Senior Agents, drei Teamleiter sowie eine Führungskraft. In einem zweiten Schritt sollen weitere 131 Arbeitsplätze wegfallen.
Der Prozess sieht vor, dass die Redundanzen zwischen dem 7. und dem 21. Oktober 2026 umgesetzt werden. Eine entsprechende Voranmeldung für eine Kollektivkündigung wurde bereits am 28. August beim zuständigen Department of Enterprise eingereicht.
Der Sinn-Féin-Abgeordnete Ruairí Ó Murchú bestätigte die Pläne und bezeichnete die Nachricht als verheerenden Schlag für die betroffenen Arbeitnehmer. Bereits im Jahr 2024 hatte PayPal in Irland 290 Stellen abgebaut. Die neuerlichen Kürzungen unterstreichen den anhaltenden Konsolidierungskurs des Unternehmens in der Region.
Gescheitertes Übernahmeangebot durch Stripe und Advent
Parallel zu den Personalentscheidungen wurde bekannt, dass ein Konsortium aus dem Wettbewerber Stripe und dem Finanzinvestor Advent International sein Übernahmeangebot für PayPal zurückgezogen hat. Das Angebot belief sich auf zirka 60,50 US-Dollar pro Aktie, was einem Unternehmenswert von über 53 Milliarden US-Dollar entsprochen hätte.
Berichten zufolge reagierte der PayPal-Vorstand nicht auf die Offerte, da der Preis als unzureichend eingestuft wurde. Auch der Finanzdienstleister Block, bekannt durch Square und die Cash App, soll sich aus frühen Gesprächen über eine mögliche Beteiligung zurückgezogen haben.
Wer sich mit dem Bezahldienst befasst, sollte auch die eigene Sicherheit bei Transaktionen im Blick behalten. Dieses kostenlose Startpaket bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die sichere Einrichtung und Nutzung inklusive Käuferschutz-Tipps. PayPal sicher einrichten und Profi-Tipps erhalten
Infolge des Scheiterns der Verhandlungen verzeichnete die PayPal-Aktie im vorbörslichen Handel einen deutlichen Kursrückgang von bis zu 16 Prozent. Analysten von Bernstein bestätigten nach diesen Entwicklungen ihre Einstufung mit „Market Perform“ und setzten ein Kursziel von 55 US-Dollar fest. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens ist seit Anfang 2025 um etwa 40 Prozent gesunken.
Strategische Neuausrichtung unter CEO Enrique Lores
Seit März 2026 führt CEO Enrique Lores den Konzern und hat eine umfassende Reorganisation in drei Geschäftseinheiten eingeleitet: Checkout, Venmo sowie Zahlungen und Kryptowährungen.
Das Ziel dieser Strukturreform ist es, die Kostenbasis nachhaltig zu senken und die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Geschäftsprozesse zu beschleunigen. In diesem Zusammenhang plant PayPal, in den nächsten zwei bis drei Jahren weltweit zirka 20 Prozent der Belegschaft abzubauen.
Während sich die Konzernstruktur wandelt, bleibt die einfache Handhabung für Nutzer im Fokus. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie in nur 10 Minuten startklar sind und Funktionen wie das Senden von Geld oder Spenden sicher nutzen. Kostenlosen Ratgeber für den perfekten Einstieg sichern
Trotz der personellen Einschnitte verzeichnete PayPal zuletzt solide operative Zahlen. Im zweiten Quartal 2026 lag der Gewinn pro Aktie mit 1,38 US-Dollar um 8 Prozent über den Erwartungen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 8,68 Milliarden US-Dollar.
Weltweit beschäftigte PayPal im März 2026 noch 23.982 Mitarbeiter, was bereits einem Rückgang von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Über 40 Prozent der Angestellten sind in Nordamerika tätig, während Nordeuropa einen Anteil von 6,9 Prozent an der Gesamtbelegschaft hält.
Branchenanalysten erwarten die nächsten detaillierten Quartalszahlen Ende Oktober 2026, zeitgleich mit dem Abschluss der geplanten Entlassungswelle in Irland.
