PayPal-Stablecoin, PYUSD

PayPal-Stablecoin PYUSD: Versorgung um 31% eingebrochen

01.07.2026 - 01:01:45 | boerse-global.de

Die umlaufende Menge des PayPal-Stablecoins PYUSD sinkt drastisch, während neue Konkurrenz wie Open USD den Markt aufmischt.

PayPal-Stablecoin PYUSD: Versorgung bricht um 31 Prozent ein
PayPal-Stablecoin - Digitale Münzen mit PayPal-Logo zwischen fallenden Finanzcharts, die einen Rückgang des Stablecoin-Angebots darstellen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ende Juni lag die Versorgung bei nur noch 2,92 Milliarden Dollar – ein Verlust von über einer Milliarde Dollar seit dem Allzeithoch von 4,2 Milliarden Dollar im März 2026.

Trotz dieser drastischen Schrumpfung setzt PayPal die globale Expansion des an den Dollar gekoppelten Tokens fort. Der Stablecoin, der ursprünglich am 7. August 2023 startete, ist mittlerweile in 70 Märkten verfügbar. Das Unternehmen positioniert PYUSD als Werkzeug für schnellere Händlerabrechnungen und grenzüberschreitende Zahlungen. Ob die sinkende Nachfrage die Expansionsstrategie gefährdet, bleibt abzuwarten.

Neue Konkurrenz setzt den Markt unter Druck

Der Rückgang der PYUSD-Versorgung fällt zeitlich mit dem Auftauchen neuer Wettbewerber zusammen. Am 30. Juni 2026 startete ein Konsortium aus über 140 Firmen – darunter Mastercard, Visa, Stripe, BlackRock, Coinbase und Google – einen neuen regulierten Stablecoin namens Open USD (OUSD). Das Besondere: OUSD erhebt keine Präge- oder Einlösegebühren und teilt die Reserveerträge mit den Partnern. Der Token startete gleich auf mehreren Blockchains wie Solana, Stellar und Polygon.

Auch der etablierte Marktführer USDC von Circle gerät ins Straucheln. Die Marktkapitalisierung fiel bis Ende Juni 2026 auf 73,5 Milliarden Dollar – ein Rückgang vom Allzeithoch bei 80 Milliarden Dollar. Circles Aktienkurs stürzte auf 64,9 Dollar ab, ein Minus von 53 Prozent gegenüber dem Jahreshoch. Analysten beobachten, dass rund 75 Prozent aller USDC-Token derzeit in dezentralen Finanzprotokollen (DeFi) und auf Börsen zirkulieren.

Institutionelle Nutzung wächst trotz Volatilität

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Während die Gesamtversorgung schwankt, bleibt die institutionelle Unterstützung für Stablecoin-Infrastruktur intakt. Die BNY Mellon hat kürzlich Funktionen eingeführt, die es institutionellen Kunden ermöglichen, USDC direkt aus der Verwahrung zu prägen und zu verbrennen.

PayPal wirbt weiterhin für den praktischen Nutzen von PYUSD im Handel. Das Unternehmen betont, dass Stablecoins die Abwicklungszeiten für Händler auf wenige Minuten verkürzen können – und damit die traditionellen Bankverzögerungen umgehen. Der PYUSD-Stablecoin ist vollständig durch US-Dollar-Einlagen und Staatsanleihen gedeckt. Stand 29. Juni 2026 hielt der Token seine 1:1-Bindung zum Dollar bei einem 24-Stunden-Handelsvolumen von rund 113,44 Millionen Dollar.

BIS warnt vor „Stablecoin-Dollarisierung“

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in ihrem Jahresbericht 2026 eine kritische Einschätzung des Stablecoin-Marktes abgegeben. Die BIZ charakterisiert Stablecoins eher als börsengehandelte Fonds (ETFs) denn als funktionales Geld. Sie verweist auf häufige Kursabweichungen von der Parität und Reibungsverluste beim Einlöseprozess.

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Die BIS warnt vor einer „Stablecoin-Dollarisierung“ und kritisiert mangelnde Geldeigenschaften. Wer in Stablecoins investiert, sollte die regulatorischen Risiken kennen – unser Report liefert eine aktuelle Einschätzung. Risiko-Check jetzt herunterladen

Der Ende Juni veröffentlichte Bericht zeigt: Dollar-gebundene Assets machen mehr als 99 Prozent des 320 Milliarden Dollar schweren Stablecoin-Marktes aus. BIZ-Forscher warnen, dass diese digitalen Assets eine „Stablecoin-Dollarisierung“ in Schwellenländern beschleunigen könnten – mit potenziell negativen Folgen für die lokale Währungssouveränität.

Die Organisation stellt fest, dass Stablecoins derzeit wesentliche Geldeigenschaften fehlen: mangelnde Angebotselastizität, fehlende nahtlose Interoperabilität und unzureichende Sicherungen gegen illegale Nutzung. Als Lösung schlägt die BIZ eine einheitliche Ledger-Architektur vor. Auf der regulatorischen Seite kommen derweil der US-amerikanische GENIUS Act und die EU-Verordnung MiCA voran – zwei Gesetzesrahmen, die den Stablecoin-Markt in Zukunft stärker regulieren sollen.

de | wissenschaft | 69664109 |