PayPal setzt auf Stablecoins: 486 Mrd. Dollar Zahlungsvolumen im Q2
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Zahlungsdienstleister PayPal macht Stablecoins zum Kern seiner Strategie – und meldet zugleich solide Geschäftszahlen für das zweite Quartal.
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende Juli hat PayPal eine deutliche Neuausrichtung angekündigt: Digitale Währungen wie der eigene Stablecoin PYUSD sollen künftig das Rückgrat der Zahlungsabwicklung bilden. Das Gesamtzahlungsvolumen stieg im zweiten Quartal 2026 auf 486,4 Milliarden Dollar – ein Plus von zehn Prozent im Jahresvergleich, wie das Unternehmen mitteilte.
Solide Zahlen, verhaltene Gewinnentwicklung
Der Umsatz kletterte im Berichtszeitraum um fünf Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,38 Dollar deutlich über den Markterwartungen von 1,28 Dollar. Allerdings: Der Nettogewinn nach US-GAAP sank um zwölf Prozent auf 1,10 Milliarden Dollar. Als Gründe nennt das Unternehmen strategische Investitionen und Wertveränderungen bei Krypto-Beständen – daraus resultierte ein Verlust von 81 Millionen Dollar im Quartal.
Die Transaktionsmarge wuchs leicht um ein Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar, der freie Cashflow erreichte 1,83 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der deutsche Zahlungskonkurrent Wirecard – vor seinem Zusammenbruch – erzielte zuletzt vergleichbare Margenstrukturen, wenngleich die Dimensionen bei PayPal ungleich größer sind.
Neue Division bündelt Krypto-Kompetenz
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Ein zentraler Schritt der Neuausrichtung: PayPal hat eine neue Sparte namens Payment Services & Crypto geschaffen. Sie vereint den firmeneigenen Stablecoin PYUSD mit der Zahlungsplattform Braintree, über die zahlreiche Online-Händler ihre Transaktionen abwickeln. Ziel ist es, die digitale Währung stärker in bestehende Produkte zu integrieren.
Die Umlaufmenge von PYUSD schwankt allerdings: Anfang August lag sie bei rund 2,7 Milliarden Dollar – ein leichter Rückgang gegenüber Mitte Juli (2,8 Milliarden). Deutlicher war der Rückgang seit März, als die Menge noch knapp unter vier Milliarden Dollar lag. Verfügbar ist der Stablecoin in etwa 70 Märkten und auf mehreren Blockchain-Netzwerken.
Milliarden-Einsparungen bis 2029
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Konzernchef Enrique Lores verfolgt neben der Krypto-Offensive ehrgeizige Effizienzziele. Mindestens 1,5 Milliarden Dollar an Kosten sollen eingespart werden – vollständig umgesetzt bis 2029. Die Strategie: Stablecoins nicht als Randerscheinung behandeln, sondern als zentralen Baustein der Zahlungsarchitektur.
Die Integration in Dienste wie Braintree soll grenzüberschreitende Zahlungen schneller und günstiger machen. Weitere Blockchain-Netzwerke sollen folgen, um den Nutzen für den internationalen Handel zu erhöhen. Ob sich die Rechnung für PayPal aufgeht, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen – der Wettbewerb durch etablierte Banken und Krypto-Start-ups ist jedenfalls erheblich.
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