PayPal-Ratenkauf: 40 Mio. Nutzer können Amazon-Einkäufe finanzieren
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
PayPal weitet seine Partnerschaft mit Amazon aus: Ab sofort können Kunden in Deutschland und Österreich Einkäufe auf Amazon.de in Raten finanzieren. Der Zahlungsdienstleister setzt damit auf Wachstum – und Amazon gleichzeitig auf europäische Zahlungsalternativen.
Mehr als 40 Millionen PayPal-Nutzer in Deutschland und Österreich können seit August ihre Amazon-Einkäufe über „PayPal Ratenzahlung" finanzieren. Die Integration erfolgt schrittweise im Laufe des Monats und deckt Kaufbeträge zwischen 30 und 10.000 Euro ab. Übliche Laufzeiten liegen zwischen 3 und 24 Monaten, exklusiv für Amazon-Kunden gibt es zudem Optionen über 36 und 48 Monate.
Zwei Zahlungsgiganten, eine Allianz
Der effektive Jahreszins liegt standardmäßig bei 11,49 Prozent. Die Unternehmen kündigten jedoch an, dass zeitweise Sonderaktionen mit 0-Prozent-Finanzierung möglich sind. Trotz der neuen Ratenoption bleibt eine direkte „One-Click"-Zahlung per PayPal für reguläre Einkäufe auf der Plattform weiterhin nicht verfügbar.
Die Ausweitung der Partnerschaft kommt nicht zufällig: PayPal hatte zuletzt im zweiten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar vermeldet. Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um 10 Prozent auf 486,4 Milliarden Dollar. CEO Enrique Lores setzt auf eine Strategie mit drei Kerngeschäftsfeldern und striktem Kostenmanagement. Bis Jahresende sollen 400 Millionen Dollar eingespart werden, bis 2029 sogar 1,5 Milliarden Dollar. Im Zuge der Neuausrichtung wird Venmo als eigenständige Einheit geführt, um das Wachstumspotenzial besser auszuschöpfen.
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Amazon setzt auf europäische Alternative
Parallel zur PayPal-Erweiterung treibt Amazon die Ablösung des niederländischen Bezahlsystems iDEAL voran. Die Umstellung auf Wero – eine digitale Wallet der European Payments Initiative (EPI) – ist in Deutschland bereits sichtbar: Dort wird die Option nun als „iDEAL | Wero" angezeigt. Die schrittweise Migration soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Wero wird von 14 Banken und mehreren Zahlungsdienstleistern unterstützt und ist bereits in Deutschland, Belgien und Frankreich aktiv. Das Ziel: ein einheitlicher europäischer Standard, der die Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungssystemen reduziert.
Wettbewerb im Checkout-Geschäft
Im Hintergrund brodelt es im Markt für Bezahltechnologien. PayPals Schnellcheckout-Tool Fastlane hat inzwischen über 50 Millionen registrierte Nutzer. Interne Benchmarks zeigen: Die Checkout-Geschwindigkeit steigt um 32 Prozent, die Abschlussrate um 20 Prozent. Über Integrationen mit BigCommerce und WooCommerce wurde das Tool Anfang des Jahres breiter verfügbar.
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Doch die Konkurrenz schläft nicht. Branchenberichten zufolge arbeitet Stripe an einem eigenen Checkout-Identitätsprodukt namens „Project Beacon", das direkt mit Fastlane und Shop Pay konkurrieren soll. Zudem zeigen sich einige Händler mit Jahresumsätzen zwischen 5 und 50 Millionen Dollar unzufrieden – insbesondere wegen Gebührenerhöhungen und Verzögerungen bei Streitfällen. Ein A/B-Test im April offenbarte: Ein Händler steigerte seine Conversion um 2,3 Prozentpunkte, nachdem er alternative Zahlungsmethoden gegenüber PayPal priorisierte.
Wachstum bei digitalen Vermögenswerten
Auch im Bereich digitaler Assets expandiert PayPal weiter. Der hauseigene Stablecoin PYUSD wurde am 9. Juli auf das Polygon-Netzwerk ausgeweitet. Die Gesamtzirkulation erreichte Anfang August rund 2,7 Milliarden Dollar. Der Stablecoin ist mittlerweile in 70 Märkten verfügbar und bildet das Herzstück des neu geschaffenen Geschäftsbereichs „Payment Services & Crypto".
