PayPal, Umsatz

PayPal Q2: Umsatz auf 8,68 Mrd. Dollar, Fokus auf KI-Zahlungen

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal übertrifft Umsatzprognosen im zweiten Quartal, leidet aber unter Sondereffekten bei Krypto-Investments. Das Unternehmen hebt die Jahresprognose an und treibt die Neuausrichtung voran.

PayPal Q2: Umsatz übertrifft Erwartungen, Krypto-Belastungen drücken Gewinn
Digitales Finanzinterface mit abstrakten Blockchain-Netzwerken und leuchtenden Verbindungsknoten auf einem Smartphone. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal hat am 28. Juli 2026 seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Während das Unternehmen beim Umsatz die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte, fielen die Ergebnisse im Bereich der Kryptowährungs-Investitionen durch Sondereffekte belastet aus. Zeitgleich konkretisierte das Management die strategische Ausrichtung auf digitale Identitäten und automatisierte Zahlungssysteme.

Umsatzwachstum und operative Kennzahlen im zweiten Quartal

Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht und über der Analystenschätzung von 8,47 Milliarden US-Dollar liegt. Das gesamte Zahlungsvolumen (Total Payment Volume, TPV) stieg um 10 Prozent auf 486,4 Milliarden US-Dollar. Insgesamt verzeichnete die Plattform 6,8 Milliarden Transaktionen, ein Plus von 8 Prozent. Die Anzahl der aktiven Konten wurde mit 439 Millionen angegeben.

Beim Ergebnis je Aktie (EPS) nach US-GAAP wies das Unternehmen 1,25 US-Dollar aus, während das Non-GAAP-EPS bei 1,38 US-Dollar lag. Damit übertraf PayPal den Non-GAAP-Schätzwert von 1,28 US-Dollar, blieb jedoch beim reinen EPS-Wert leicht hinter den Erwartungen von 1,28 US-Dollar zurück. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch eine Non-GAAP-Anpassung in Höhe von 81 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Krypto-Assets, was einem negativen Effekt von 0,07 US-Dollar je Aktie entspricht.

Expansion des Stablecoins und Fokus auf neue Technologien

Ein wesentlicher Pfeiler der künftigen Strategie bleibt der hauseigene Stablecoin PYUSD. Dieser wird von Paxos emittiert und unterliegt der Aufsicht durch das OCC. Wie das Unternehmen mitteilte, war PYUSD bereits im März 2026 in 70 Märkten verfügbar; die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 4 Milliarden US-Dollar. Am 9. Juli 2026 wurde die Kryptowährung zudem nativ auf das Polygon-Netzwerk ausgeweitet.

Zudem plant PayPal eine stärkere Integration von biometrischen Verfahren und digitaler Identität. Ein weiterer Fokus liegt auf sogenannten "Agentic Payments" – automatisierten Zahlungen, die durch KI-Agenten gesteuert werden. Das Management erwartet, dass diese Bereiche ab dem Jahr 2028 signifikante Beiträge zum Geschäftsergebnis leisten werden. Innerhalb der Plattform PayPal World wurden zuletzt rund 200 Millionen US-Dollar an Volumen zwischen Venmo und PayPal abgewickelt.

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Umstrukturierung und angehobene Jahresprognose

Um die Profitabilität zu steigern, führt PayPal eine umfassende Umstrukturierung durch. Das Unternehmen reduziert drei organisatorische Hierarchieebenen und gliedert das Geschäft in drei Segmente. Ziel ist es, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von 1,5 Milliarden US-Dollar (Gross Run-Rate) zu erreichen, davon etwa 400 Millionen US-Dollar bis zum Ende dieses Jahres.

Im operativen Geschäft wuchs das Marken-Checkout-Volumen im Online-Bereich um 2 Prozent, während die monatlich aktiven Nutzer der Venmo-Debitkarte ein Wachstum von 50 Prozent verzeichneten. Aufgrund der bisherigen Entwicklung hob PayPal die Prognose für den bereinigten Jahresgewinn auf etwa 5,38 US-Dollar je Aktie an und liegt damit über der bisherigen Marktschätzung von 5,31 US-Dollar.

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Marktbewertung und Übernahmeaktivitäten

In der Bilanz per 28. Juli 2026 verfügte PayPal über Barmittel und Investitionen in Höhe von 15,3 Milliarden US-Dollar bei einer Verschuldung von 13,4 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen kündigte zudem Aktienrückkäufe im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar sowie eine Quartalsdividende von 0,14 US-Dollar an.

Hinsichtlich möglicher Übernahmen erklärte CEO Enrique Lores, dass der Fokus auf Finanzdienstleistungen liege und man offen für Akquisitionen sei, die einen überlegenen Wert schaffen. Ein Übernahmeangebot von Stripe und Advent in Höhe von 60,50 US-Dollar je Aktie (Gesamtwert ca. 53,4 Milliarden US-Dollar) wurde als unzureichend eingestuft. Während die Aktie zuletzt bei etwa 58 US-Dollar notierte, bezifferten Analysten von Cantor den Wert des Unternehmens auf rund 70 US-Dollar je Anteilsschein.

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