PayPal, Stripe

PayPal lehnt 53-Mrd.-Übernahmeangebot ab: Quartal am 28. Juli

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal wies ein 53-Milliarden-Euro-Angebot von Stripe und Advent zurück. Der Kurs legte dennoch zu, während alle auf den Bericht am 28. Juli warten.

PayPal lehnt 53-Milliarden-Übernahme ab und fokussiert Quartalszahlen
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Der Zahlungsdienstleister PayPal hat ein Übernahmeangebot von rund 53 Milliarden Euro abgewiesen. Nun richten sich alle Blicke auf den Quartalsbericht am 28. Juli.

Der Vorstand des US-Konzerns lehnte den unaufgeforderten Vorschlag eines Konsortiums um den Rivalen Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International ab. Das Angebot lag bei umgerechnet rund 60,50 Euro pro Aktie – ein Aufschlag von 28 Prozent auf den damaligen Kurs. Die Nachricht von der Offerte ließ die PayPal-Aktie dennoch vorbörslich um über elf Prozent steigen.

Übernahmespekulation treibt Aktie

Die Absage erfolgte am 20. Juli, wie aus Kreisen des Unternehmens bekannt wurde. Schon zuvor hatte die Aktie massiv zugelegt: 32 Prozent Plus in den letzten vier Wochen. Die Analysten von Truist Financial stufen die Aktie inzwischen wieder von „Verkaufen" auf „Halten" hoch und erhöhten das Kursziel von 44 auf 57 Dollar. Grund sei vor allem die Spekulation um eine mögliche Übernahme. Seit den Tiefstständen im Juni hat sich der Kurs um rund 45 Prozent erholt.

Vom Bezahldienst zur Finanzplattform

PayPal treibt den Wandel zum umfassenden Finanzökosystem voran. Der Konzern bündelt mehrere Dienste, um Kunden länger an sich zu binden und das Transaktionsvolumen zu steigern:

  • Kredit und Finanzierung: Die „Buy Now, Pay Later"-Angebote „Pay in 4" und „Pay Monthly" werden weiter ausgebaut
  • Bankfunktionen: PayPal Savings lockt mit wettbewerbsfähigen Zinsen
  • Alltagstauglichkeit: Funktionen wie „One Touch" und die PayPal-Debitkarte sollen den Bezahlvorgang für rund 440 Millionen aktive Konten vereinfachen

Für den anstehenden Quartalsbericht erwarten Analysten ein Zahlungsvolumen von rund 474,5 Milliarden Euro – ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll bei etwa 8,5 Milliarden Euro liegen. Allerdings deuten die Prognosen auf einen Rückgang des Gewinns je Aktie um 8,6 Prozent hin.

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Stablecoins als Zukunftsstrategie

Ein zentraler Baustein der Digitalstrategie ist die hauseigene Kryptowährung PYUSD. Deren Marktkapitalisierung fiel zwar von 4,2 Milliarden Euro im Februar auf aktuell rund 2,7 Milliarden Euro. Dennoch baut PayPal die Integration weiter aus – etwa für grenzüberschreitende Überweisungen über den Dienst Xoom.

Der Trend zur Digitalwährung ist branchenweit zu beobachten: Stablecoins machten im ersten Halbjahr 2026 bereits 60 Prozent aller Krypto-Käufe aus. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es noch 43 Prozent. Bei Ersterwerbern stieg der Anteil auf 47 Prozent.

Auch die Regulierung treibt die Entwicklung voran. Seit dem 1. Juli gilt in der EU die umfassende MiCA-Verordnung für Kryptowerte. Gleichzeitig arbeiten Wettbewerber an eigenen Lösungen: Ein Konsortium um Visa, Mastercard, Stripe und BlackRock startete Ende Juni die Plattform „Open USD".

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Solide Finanzen trotz Übernahmekarussell

Unabhängig von den Übernahmegerüchten zeigt PayPals Geschäft solide Cash-Generierung. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Konzern 5,6 Milliarden Euro freien Cashflow. Im ersten Quartal 2026 lag der bereinigte freie Cashflow bei 1,7 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro.

Besonders aktiv war PayPal bei Aktienrückkäufen: Rund 100 Millionen eigene Aktien wurden in den letzten zwölf Monaten für etwa sechs Milliarden Euro zurückgekauft. Analysten richten nun den Fokus darauf, ob Stablecoins und neue Zahlungsmethoden in der zweiten Jahreshälfte zu wesentlichen Umsatztreibern werden. Die Prognosen für das Gesamtjahr 2026 liegen bei einem Gewinn je Aktie von 5,31 Euro – mit weiterem Wachstumspotenzial bis 2028.

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