PayPal, Starke

PayPal lehnt 53-Milliarden-Übernahme ab: Starke Quartalszahlen geben Rückenwind

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal weist Übernahmeofferte von Stripe und Advent zurück. Starke Quartalszahlen und ein milliardenschweres Sparprogramm untermauern die Eigenständigkeit.

PayPal lehnt 53-Milliarden-Angebot von Stripe ab
Schlankes Smartphone mit Finanzanalysen auf einem Konferenztisch mit Blick auf die Stadtsilhouette. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal hat ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Stripe und Advent International zurückgewiesen. Grundlage für die Ablehnung sind überraschend starke Quartalszahlen.

Im zweiten Quartal 2026 erzielte PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden Euro – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen, die bei 8,47 Milliarden Euro gelegen hatten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 1,38 Euro deutlich über den prognostizierten 1,28 Euro.

Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um zehn Prozent auf 486,4 Milliarden Euro. Insgesamt wickelte PayPal 6,8 Milliarden Transaktionen ab, acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings sank der Nettogewinn auf 1,1 Milliarden Euro – ein Rückgang von zwölf Prozent. Auch die bereinigte operative Marge gab nach: Sie fiel auf 17,4 Prozent, ein Minus von 248 Basispunkten.

Kampfansage an die Übernahmepläne

Der Finanzbericht kommt nur wenige Tage, nachdem der Verwaltungsrat von PayPal ein 53 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot von Stripe und Advent International abgelehnt hatte. Das Angebot lag bei 60,50 Euro pro Aktie und wurde am 20. Juli offiziell zurückgewiesen. Analysten von William Blair bezeichneten die Offerte als zu niedrig – ein realistischer Preis liege eher bei 70 Euro pro Aktie.

CEO Alex Lores betonte, das Unternehmen stehe potenziellen Deals grundsätzlich offen gegenüber. Allerdings müsse jedes Angebot den „überlegenen Wert" widerspiegeln, den PayPal durch seine aktuelle Strategie schaffe. Die Analysten von Cantor beließen es bei einer neutralen Bewertung mit einem Kursziel von 54 Euro – obwohl die Aktie nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen bei rund 58 Euro notierte.

Milliarden-Sparprogramm durch Künstliche Intelligenz

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PayPal befindet sich mitten in einem mehrjährigen Umbau. Im Fokus stehen operative Effizienz und der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen hat sich Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro für die nächsten zwei bis drei Jahre vorgenommen. Rund 400 Millionen Euro davon sollen bereits bis Ende 2026 realisiert sein.

Drei Führungsebenen wurden gestrichen, die Geschäftsbereiche auf drei Einheiten verschlankt. Ein Großteil der Einsparungen soll durch eine umfassende Cloud-Migration und den Einsatz von KI-Systemen kommen. Die größten Effekte durch digitale Identitätstechnologien und KI-gestützte Zahlungssysteme erwartet das Management allerdings erst ab 2028. Kurzfristig steht der Personalabbau im Vordergrund, zudem könnte sich PayPal von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen wie PayPal Ventures trennen.

Venmo und Finanzdienstleistungen als Wachstumstreiber

Ein Lichtblick im zweiten Quartal war die Entwicklung von Venmo und spezialisierten Finanzdienstleistungen. Die monatlich aktiven Nutzer der Venmo-Debitkarte stiegen um 50 Prozent im Jahresvergleich. Auch die „Buy Now, Pay Later"-Volumen legten um 26 Prozent zu.

Finanzdienstleistungen machen inzwischen 20 Prozent der Transaktionsmarge des Unternehmens aus und wachsen zweistellig. Das Management setzt verstärkt auf diese margenstarken Bereiche, um das schwächere Wachstum im klassischen Checkout-Geschäft auszugleichen. Ziel ist es, PayPal von einem simplen Bezahlknopf zu einer umfassenden Finanzplattform zu entwickeln.

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Deutlich angehobene Prognose

Nach den starken Quartalszahlen hob PayPal seine Jahresprognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie auf rund 5,38 Euro an – zuvor hatten Analysten mit 5,31 Euro gerechnet. Zudem bestätigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro.

Mit 439 Millionen aktiven Konten und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa elf positioniert sich PayPal als unterbewertet – gemessen am aktuellen Stripe-Angebot. Die nächste Quartalsmitteilung ist für den 27. Oktober 2026 geplant. Dann wird sich zeigen, ob der Aufwärtstrend auch ohne einen Verkauf des Unternehmens anhält.

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