PayPal-Kursziel: Freedom Broker senkt die Marke von 72 auf 63 US-Dollar
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Analysehaus Freedom Broker hat die Aktie des Zahlungsdienstleisters PayPal von Kaufen auf Halten herabgestuft und das Kursziel von 72 US-Dollar auf 63 US-Dollar gesenkt.
Wie aus Marktberichten hervorgeht, begründete Analyst Mikhail Paramonov diesen Schritt mit einer Bewertungsanpassung, nachdem sich ein Übernahmeangebot von Stripe und Advent Ende August 2026 zerschlagen hatte. Zudem belaste das anhaltend maue Wachstum im markeneigenen Bezahlbereich das Gesamtbild des Konzerns.
Stagnation im Kerngeschäft dämpft die Bewertung
Das neue Kursziel von 63 US-Dollar basiert nach Berechnungen von Freedom Broker auf einem erwarteten Gewinn je Aktie von 6,30 US-Dollar für den Zeitraum vom vierten Quartal 2027 bis zum dritten Quartal 2028 sowie einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10x.
Die Herabstufung erfolgte ungeachtet der jüngsten Quartalsergebnisse, die beim Gewinn über den Erwartungen lagen, und einer angehobenen Unternehmensprognose.
Ausschlaggebend war vor allem die Entwicklung beim sogenannten Branded Checkout: Dieser Bereich wuchs im vierten Quartal in Folge lediglich um ein bis zwei Prozent. Zudem sieht sich PayPal anhaltenden Gegenwinden auf dem europäischen Markt für markeneigene Bezahlvorgänge gegenüber.
Im Handel an der NASDAQ notierte das Papier am Nachmittag mit einem leichten Minus von 0,15 Prozent bei 58,69 US-Dollar. Zuvor war die Aktie bis zum 2. November seit dem Vortag der Zahlenvorlage für das dritte Quartal um 6,9 Prozent gestiegen, während der marktbreite S&P 500 im selben Zeitraum um 1,7 Prozent nachgab.
Quartalszahlen zeigen gemischtes Bild
In den am 27. Oktober vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal 2026 wies PayPal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,45 US-Dollar aus, was einem Anstieg von 8 Prozent im Jahresvergleich und 5 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Damit lag das Ergebnis 11 Prozent über den Konsensschätzungen, die bei 1,31 US-Dollar gelegen hatten.
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Die Non-GAAP-Operativmarge erreichte 18,8 Prozent. Getragen wurde dieses Gewinnwachstum vor allem durch Kostendisziplin, verringerte Verluste sowie einen Rückgang der ausstehenden Aktien um 11 Prozent. Über 2.000 Stellen wurden im Zuge von Sparmaßnahmen bereits abgebaut.
Auf der Umsatzseite blieb das Unternehmen hingegen hinter den Erwartungen zurück. Die Erlöse legten im dritten Quartal um 2 Prozent auf 8,58 Milliarden US-Dollar zu und verfehlten die Schätzungen um 1,5 Prozent. Das gesamte Zahlungsvolumen belief sich auf 487 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 6 Prozent, während die Transaktionsmarge um 2 Prozent auf 3,95 Milliarden US-Dollar kletterte.
Betrachtet über längere Zeiträume verlangsamte sich das Umsatzwachstum sukzessive: Lag es in den zwölf Monaten bis September 2024 noch bei 8,0 Prozent, fiel es in den Folgejahren auf 4,5 Prozent bis September 2025 und auf 4,4 Prozent bis September 2026.
Ausblick und Verhalten an den Märkten
Einzelne Segmente entwickelten sich zuletzt dynamisch: Die Dienste Pay Later legten um 25 Prozent und Pay with Venmo um 43 Prozent zu. Finanzdienstleistungen machen inzwischen über 20 Prozent der Transaktionsmargendollar aus und verzeichnen zweistellige Zuwachsraten.
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Für das Gesamtjahr 2026 hob das Management die bereinigte Prognose für den Gewinn je Aktie von zuvor rund 5,38 US-Dollar auf rund 5,60 US-Dollar an. Angepeilt werden mindestens 6,5 Milliarden US-Dollar an bereinigtem freiem Cashflow sowie Aktienrückkäufe von rund 6 Milliarden US-Dollar. An die Aktionäre wird am 24. Dezember 2026 eine Quartalsdividende von 0,14 US-Dollar je Aktie ausgezahlt, mit Stichtag zum 4. Dezember 2026.
Das Jahr 2027 stufte das Management als Investitionsjahr ein, in dem höhere Ausgaben geplant sind und ein Gewinnwachstum von rund 5 bis 6 Prozent erwartet wird. Eine formelle Prognose für 2027 kündigte der Konzern für Februar 2027 an.
Bis Ende des vierten Quartals sollen die annualisierten Einsparungen laut CEO Enrique Lores über 700 Millionen US-Dollar erreichen, mit dem mittelfristigen Ziel von mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar binnen zwei bis drei Jahren.
An der Wall Street bleibt die Skepsis spürbar: Neben Freedom Broker führen Barclays und Morgan Stanley die Aktie mit Underweight bei Kurszielen von 53 US-Dollar beziehungsweise 46 US-Dollar, während die Bank of America ein Kursziel von 54 US-Dollar und die UBS ein Ziel von 60 US-Dollar ansetzen.
