PayPal-Aktie: Manager verkaufen Millionen-Pakete, Kurs fällt 3%
05.06.2026 - 23:26:51 | boerse-global.de
Am heutigen Freitag fiel der Aktienkurs um mehr als drei Prozent auf rund 41,43 Euro – und das gleich aus mehreren Gründen.
Insider räumen Aktienpakete ab
Auslöser der jüngsten Kursverluste sind unter anderem Verkäufe aus dem Top-Management. Laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht reduzierte Frank Keller, President of Checkout Solutions und PayPal, bereits am Mittwoch seinen Aktienbesitz. Er veräußerte 4.612 Anteilsscheine zu einem Durchschnittspreis von 42,54 Euro – ein Gesamtwert von rund 196.000 Euro.
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Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines vorsorglich aufgesetzten Handelsplans (Rule 10b5-1) vom Oktober 2025. Solche Pläne erlauben es Führungskräften, Aktienverkäufe langfristig zu planen, um Vorwürfen von Insiderhandel vorzubeugen. Dennoch kommt der Zeitpunkt für die Anleger denkbar ungünstig.
Auch Suzan Kereere trennte sich am selben Tag von Papieren. Insgesamt verkauften beide Manager 7.991 Aktien. Zwar sind solche Verkäufe oft Monate im Voraus terminiert – das ändert aber nichts an der Stimmungslage. Die PayPal-Aktie hat binnen eines Jahres rund 41 Prozent an Wert eingebüßt und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 38,46 Euro.
Geschäftszahlen mit Licht und Schatten
So düster die Kursentwicklung, so solide präsentieren sich die jüngsten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal 2026 steigerte PayPal den Umsatz um sieben Prozent auf 8,35 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um ein Prozent auf 1,34 Euro zu.
Das Unternehmen zeigt sich zudem aktionärsfreundlich. Erst kürzlich schloss PayPal ein 1,5 Milliarden Euro schweres Aktienrückkaufprogramm ab – dabei wurden rund 34 Millionen eigene Aktien vom Markt genommen. Hinzu kommt eine Dividende von 0,14 Euro pro Anteilsschein, die am 25. Juni ausgezahlt werden soll.
Die Analysten blicken bereits auf den nächsten Quartalsbericht, der für den 28. Juli erwartet wird. Die Prognosen liegen bei einem Umsatz von 8,0 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 1,28 Euro.
Technische Indikatoren schlagen Alarm
Aus charttechnischer Sicht steht PayPal massiv unter Druck. Der Kurs liegt deutlich unter allen wichtigen Durchschnittslinien – dem 20-Tage-Schnitt bei 44,50 Euro, dem 50-Tage-Mittel bei 46,49 Euro und erst recht der 200-Tage-Linie bei 56,24 Euro.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf rund 25 Punkte gefallen. Werte unter 30 gelten eigentlich als überverkauft – signalisieren also eine mögliche Erholung. Doch die Modelle vieler Marktbeobachter sehen anders aus: Sie rechnen mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit für weitere Kursverluste. Die nächste Unterstützung wird erst bei rund 40,16 Euro vermutet.
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Tech-Sektor insgesamt unter Druck
Der PayPal-Absturz ist kein Einzelfall. Am heutigen Freitag verlor der Technologieindex Nasdaq mehr als 500 Punkte – der dritte Verlusttag in Folge. Auslöser sind enttäuschende Zahlen aus der Halbleiterbranche und wachsende Zweifel an der Nachhaltigkeit der Milliardeninvestitionen in Künstliche Intelligenz.
Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Ob sich PayPal aus diesem Abwärtssog befreien kann, wird maßgeblich vom nächsten Quartalsbericht Ende Juli abhängen.
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