PayPal, Milliarden

PayPal: 1,5 Milliarden Dollar für KI gegen Kursverfall

07.06.2026 - 02:18:23 | boerse-global.de

PayPal investiert 1,5 Milliarden Dollar in KI und wird NFL-Partner, um den Aktienabschwung zu stoppen. Die Aktie notiert 80% unter dem Rekordhoch.

PayPal: NFL-Sponsoring und Milliarden-KI-Investition gegen Kursverfall
PayPal - A stylized graphic featuring a downward-trending stock chart, financial data, and a subtle PayPal logo in the background. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktie liegt 80 Prozent unter ihrem Rekordhoch.

München – PayPal setzt auf die ganz große Bühne. Seit dem 5. Juni ist der Zahlungsdienstleister offizieller Partner der US-Football-Liga NFL. Der Deal soll die Marke im hart umkämpften Markt für mobile Bezahldienste wieder sichtbarer machen. Doch reicht das, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen?

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Milliarden für Künstliche Intelligenz

Der neue Konzernchef hat einen klaren Plan: Statt einer Zerschlagung setzt er auf interne Optimierung. Ein zentraler Baustein ist die Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) in Künstliche Intelligenz. Die Technologie soll Prozesse automatisieren und langfristig erhebliche Kostenvorteile bringen.

Parallel treibt PayPal die Expansion voran. Eine Partnerschaft mit der KI-Modeplattform Hey Savi zielt auf das sogenannte „Agentic Commerce“ ab – also Einkäufe, die von KI-Assistenten abgewickelt werden. Zudem verbessert eine Kooperation mit Sri Lankas Sampath Bank die Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen.

Aktie im freien Fall

Die strategischen Neuausrichtungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Am 6. Juni 2026 notierte die PayPal-Aktie bei rund 41,29 US-Dollar – ein Minus von elf Prozent innerhalb eines Monats und satte 43 Prozent im Jahresvergleich. Vom Allzeithoch bei über 300 Dollar ist der Wert damit rund 80 Prozent entfernt.

Analysten sehen eine massive Kluft zwischen Marktpreis und innerem Wert. Schätzungen zufolge liegt der faire Wert bei etwa 82 Dollar – die Aktie wäre demnach fast 50 Prozent unterbewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist mit Werten zwischen 7,7 und 8,52 auf einem Rekordtief.

Gemischte Bilanz aus dem ersten Quartal

Die Zahlen für das erste Quartal 2026, vorgelegt am 5. Mai, zeigen Licht und Schatten. Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar. Doch die Zahl der aktiven Konten sank um 200.000 auf insgesamt 439 Millionen.

Besonders kritisch sehen Investoren die schrumpfenden Margen. Die Transaktionsmarge fiel von 47,7 auf 45,6 Prozent. Die sogenannte Take-Rate – also die Gebühr, die PayPal pro Transaktion einbehält – sank auf 1,62 Prozent. Zwar stieg das gesamte Zahlungsvolumen um elf Prozent auf 464 Milliarden Dollar. Doch das schneller wachsende ungebrandete Geschäft (Braintree) macht dem klassischen PayPal-Checkout zunehmend Konkurrenz.

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Anleger bleiben skeptisch

Institutionelle Investoren reagieren verhalten. So reduzierte etwa Natixis Advisors LLC sein Engagement im vierten Quartal des Vorjahres um fast 25 Prozent. Die Analystenmeinung ist gespalten: Die Mehrheit rät zum Halten der Aktie. Viele warten ab, ob der NFL-Deal und die KI-Offensive den Abwärtstrend tatsächlich stoppen können.

PayPal bleibt ein Sanierungsfall mit Potenzial. Ob die Milliarden-Wette auf KI und die neue NFL-Partnerschaft die Trendwende bringen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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