Patientensicherheit, DGCH

Patientensicherheit: DGCH fordert Failure-to-Rescue-Rate in Qualitätsberichten

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DGCH will Rettungsraten nach schweren Komplikationen öffentlich machen und Mindestmengen stärken, um Klinikqualität besser vergleichbar zu machen.

DGCH fordert FTR-Daten für mehr Sicherheit bei komplexen Eingriffen
Ein steriler, unbesetzter Operationssaal in einer modernen Klinik mit professioneller Beleuchtung und medizinischer Ausstattung. Illustration mit AI erstellt.

Die Beherrschung unerwarteter Behandlungsverläufe rückt im Vorfeld des Tages der Patientensicherheit am 17. September 2026 in den Mittelpunkt der fachlichen Debatte. Im Zentrum steht dabei die sogenannte Failure-to-Rescue-Rate (FTR).

Diese Kennzahl erfasst den Anteil der Patientinnen und Patienten, die nach dem Auftreten schwerer postoperativer Komplikationen versterben. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) plädiert dafür, diesen Indikator künftig verpflichtend in den Qualitätsberichten deutscher Krankenhäuser für komplexe Eingriffe auszuweisen.

Der Indikator für die Beherrschung klinischer Krisen

In der chirurgischen Praxis lassen sich Komplikationen auch bei sorgfältiger Vorbereitung nicht in jedem Einzelfall vollständig ausschließen. Entscheidend für das Überleben der Behandelten ist jedoch, wie rasch und wirksam ein Spital auf unerwartete Probleme reagiert.

Die Failure-to-Rescue-Rate gilt in der klinischen Versorgungsforschung als zentraler Maßstab genau für diese Kompetenz. Während reine Komplikationsraten oft stark vom individuellen Risikoprofil und den Vorerkrankungen der Patienten beeinflusst werden, bildet die FTR-Rate primär die Fähigkeit der klinischen Infrastruktur ab, Notfallsituationen rechtzeitig zu erkennen und abzuwenden.

Die Forderung der Fachgesellschaft zielt darauf ab, diese Daten über die institutionalisierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser öffentlich und systematisch zugänglich zu machen.

Bislang müssen Einrichtungen solche Kennziffern bei anspruchsvollen chirurgischen Prozeduren nicht durchgehend standardisiert vorlegen. Eine transparente Erfassung soll Transparenz schaffen und Aufschluss darüber geben, welche Strukturen bei unerwarteten Verläufen ein hohes Maß an Patientensicherheit gewährleisten.

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Spezialisierung und Mindestmengen als Qualitätsfaktoren

Ein wesentlicher Aspekt bei der Bewertung von Rettungsraten ist der Grad der klinischen Spezialisierung. Nach Einschätzung der DGCH-Expertin Prof. Christiane Bruns weisen spezialisierte Krebszentren signifikant niedrigere FTR-Raten auf als weniger spezialisierte Abteilungen.

Der Grund hierfür liegt in der Regel in der kontinuierlichen Routine interdisziplinärer Teams, einer rund um die Uhr verfügbaren intensivmedizinischen und radiologischen Versorgung sowie in fest etablierten Alarmierungs- und Notfallpfaden.

Eng verknüpft mit dieser Expertise ist die Debatte über gesetzliche Fallzahlvorgaben. Neben der transparenten Publikation der Sterblichkeitsraten nach Komplikationen spricht sich die DGCH daher auch für einen Ausbau verbindlicher Mindestmengen aus.

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Spezialisierte Zentren weisen laut DGCH-Expertin Prof. Christiane Bruns signifikant niedrigere FTR-Raten auf — der Unterschied liegt in Notfallpfaden, 24/7-Intensiv- und Radiologieversorgung und eingespielten Teams. Dieser Leitfaden liefert die Checkliste, mit der Sie Ihre Rettungskette prüfen und Mindestmengen intern begründen. Checkliste für Notfallpfade jetzt sichern

Höhere Fallzahlen bei komplexen chirurgischen Behandlungen schaffen die Voraussetzung dafür, dass das gesamte Behandlungsteam ausreichend Erfahrung im Umgang mit seltenen oder besonders schwerwiegenden Zwischenfällen behält.

Die Veröffentlichung reliabler FTR-Daten im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages unterstreicht die wachsende Bedeutung ergebnisorientierter Qualitätskriterien. Für die Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft liefert die Kennzahl einen fundierten Anhaltspunkt, um Spezialisierung voranzutreiben und vermeidbare Todesfälle nach chirurgischen Eingriffen weiter zu reduzieren.

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