Patchday-Desaster, Microsoft

Patchday-Desaster: Microsoft schließt Rekord von 206 Schwachstellen

10.06.2026 - 19:33:29 | boerse-global.de

Microsoft schließt über 200 Schwachstellen, doch viele Nutzer kämpfen mit Installationsfehlern nach System-Upgrades.

Microsoft Patchday: Rekordzahl an Sicherheitslücken und Update-Probleme
Patchday-Desaster - Close-up of a computer screen displaying a blue error message, with blurred hands near a keyboard. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Juni-Patchday wird zum Kraftakt: Microsoft hat heute eine Rekordzahl von über 200 Sicherheitslücken geschlossen – doch viele Nutzer können die Updates gar nicht installieren.

Update-Desaster nach System-Upgrade

Seit der gestrigen Veröffentlichung der Juni-Updates 2026 häufen sich die Fehlermeldungen. Betroffen sind vor allem Windows-Rechner, die kürzlich auf Windows 11 Version 24H2 oder 25H2 aktualisiert wurden. Wer von Windows 10 21H2/22H2 oder Windows 11 23H2 kam, hat jetzt Probleme.

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Die Fehlercodes 0x80073712 und 0x800f0993 tauchen während der Installation auf. Grund sind laut Microsoft inkonsistente Servicing-Stacks und Komponenten, die beim Upgrade entstanden sind. Für Privatanwender gibt es bereits einen Fix, der seit Mitte Mai ausgerollt wird – ein Neustart ist Pflicht. Unternehmen rät Microsoft, das Deployment Image Servicing and Management (DISM) zu nutzen oder direkt ein Inplace-Upgrade durchzuführen.

Rekordverdächtiger Sicherheits-Patch

206 Schwachstellen stopft Microsoft mit diesem Patchday – 38 davon gelten als kritisch. Das ist die höchste Zahl seit 2017. Besonders brisant: Drei Zero-Day-Lücken wurden geschlossen:

  • YellowKey (CVE-2026-45585): Ermöglicht Angreifern, die BitLocker-Verschlüsselung über die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) zu umgehen.
  • GreenPlasma (CVE-2026-45586) und MiniPlasma (CVE-2020-17103): Erlauben eine Ausweitung von Benutzerrechten auf Systemebene über den Cloud Files Mini Filter Driver und CTFMON.

Ein weiterer Brennpunkt: Die aktuellen UEFI-CA-2023-Zertifikate laufen ab dem 24. Juni 2026 aus. Microsoft betont, dass die Installation der Updates für die Boot-Sicherheit auf Unternehmenshardware unerlässlich ist. Zudem sorgt ein kürzlich veröffentlichter Proof-of-Concept für einen Exploit namens RoguePlanet für Unruhe – er soll selbst vollständig gepatchte Systeme über eine Race-Condition im Microsoft Defender angreifen.

Neue Funktionen trotz Installations-Chaos

Die Juni-Builds (KB5094126 und KB5094127) bringen auch Neuerungen. Windows-11-Nutzer freuen sich über Shared Audio via Bluetooth LE Audio – zwei Personen können gleichzeitig dasselbe Gerät hören. Der Taskmanager zeigt jetzt auch die Auslastung von Neural Processing Units (NPUs) an – ein klares Zeichen für die zunehmende KI-Integration.

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Bei der Performance gibt es ein neues Low-Latency-Profil, das App-Starts beschleunigt und die UI-Reaktionsfähigkeit verbessert. Windows-10-Nutzer erhalten mit KB5094127 eine verbesserte Datei-Explorer-Suche, besonders für nicht-lateinische Zeichen und UTF-8-Kodierung.

Countdown für Windows 10 und 11 23H2

Der Patchday kommt zu einer entscheidenden Zeit: Das Extended Security Update (ESU)-Programm für Windows 10 endet am 13. Oktober 2026. Unternehmen, die noch nicht umgestiegen sind, sollten sich beeilen. Auch für Windows 11 Version 23H2 läuft die Unterstützung für Enterprise- und Education-Editionen am 10. November 2026 aus. Wer weiter monatliche Sicherheitsupdates erhalten will, muss auf neuere Builds wechseln.

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