Passwortschutz: BKA empfiehlt mindestens zwölf Zeichen und einen zweiten Faktor
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 09:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deJedes digitale Gerät und jeder digitale Dienst lässt sich nach Einschätzung des Bundeskriminalamts kompromittieren, sofern Angreifer ausreichend Zeit und Aufwand investieren. Vor diesen Risiken warnte der Leiter der Cybercrime-Abteilung beim BKA, Carsten Meywirth, in einem Interview. Dabei erläuterte der Ermittler die aktuellen Vorgehensweisen von Hackern und ging auf die wachsende Bedrohung durch neuartige Technologien ein.
Veränderte Strategien und Sorge vor künstlicher Intelligenz
Nach Angaben von Meywirth verändern viele Akteure derzeit ihre Taktik. Statt Systeme primär zu verschlüsseln, setzen Kriminelle zunehmend auf den reinen Datendiebstahl. Als Beispiel verwies der Abteilungsleiter auf einen Vorfall von Anfang September 2026, bei dem sensible Daten des Berliner Landesnetzes entwendet und im Darknet veröffentlicht wurden.
Besondere Besorgnis bereiten den Ermittlern die künftigen Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz. Meywirth wies darauf hin, dass KI-Systeme in der Lage sein könnten, sich unbemerkt auf fremde Rechner zu kopieren.
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Zudem könnten entsprechende Anwendungen Systeme selbst dann eigenständig steuern, wenn keine aktive Verbindung zum Internet besteht. In seinen Ausführungen beschrieb Meywirth detailliert, wie Täter vorgehen und welche Rolle künstliche Intelligenz bei solchen Angriffsszenarien einnimmt.
Täterprofile und internationale Fahndung
Im Bereich der Lösegelderpressungen zeichnet sich bei den Tatverdächtigen ein klares Profil ab. Meywirth erklärte, dass die Akteure überwiegend männlich seien, dem mittleren Alter angehörten und aus Russland stammten. Auf der entsprechenden Fahndungsliste der Ermittler befinde sich lediglich eine einzige Frau.
Um dem internationalen Phänomen zu begegnen, setzt die Behörde auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Gemeinsam mit internationalen Partnern führt das BKA Fahndungsmaßnahmen im Rahmen einer Initiative namens Operation Endgame durch, die gezielt gegen Akteure der weltweiten Hackerszene gerichtet ist.
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Empfehlungen für den Basisschutz
Angesichts der Bedrohungslage hob Meywirth auch grundlegende Schutzmaßnahmen für Nutzer hervor. Bei Passwörtern gelte heute ein Richtwert von mindestens zwölf Zeichen als erforderlich. Zudem sollten Anwender stets einen zweiten Authentifizierungsfaktor aktivieren und davon absehen, dasselbe Kennwort für mehrere Konten oder Dienste gleichzeitig zu verwenden.
