Passwörter, Microsoft

Passwörter ade: Microsoft und Nintendo erzwingen Umstieg im Juni

06.06.2026 - 19:30:39 | boerse-global.de

Microsoft Edge setzt Windows Hello voraus, Nintendo führt biometrische Logins ein. Der Trend zur passwortlosen Authentifizierung gewinnt an Fahrt.

Microsoft und Nintendo: Der große Umstieg auf Passkeys im Juni 2026
Passwörter - A glowing digital lock icon over a fingerprint scan on a smartphone, with blurred Nintendo Switch and Microsoft Surface in the background. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich zwei Tech-Giganten forcieren im Juni 2026 den Umstieg auf passwortlose Authentifizierung – mit weitreichenden Folgen für Millionen Nutzer.

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Microsoft Edge: Windows Hello wird zur Pflicht

Am 4. Juni 2026 veröffentlichte Microsoft die Edge-Version 145 – und zog einen Schlussstrich. Die Unterstützung für benutzerdefinierte Master-Passwörter ist Geschichte. Wer künftig auf seine gespeicherten Zugangsdaten im Browser zugreifen will, muss Windows Hello nutzen. Ob PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung – das Betriebssystem selbst übernimmt die Sicherheitsprüfung.

Der Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie. Microsoft stuft SMS-basierte Authentifizierung als eine der Hauptquellen für Betrugsfälle ein. Passkeys und Authenticator-Apps sollen stattdessen das Feld dominieren. Die Botschaft ist klar: Herkömmliche Passwörter gelten als unsicher, selbst wenn sie hinter einem Master-Passwort schlummern.

Nintendo: Spieler setzen künftig auf Biometrie

Auch Nintendo zieht nach. Seit dem 6. Juni 2026 unterstützen die Nintendo-Accounts Passkeys. Statt sich durch komplizierte Passwort-Eingaben zu quälen, reicht ein Fingerabdruck oder ein kurzer Blick in die Kamera.

Die Einrichtung erfolgt über die Sicherheitseinstellungen des Nintendo-Account-Portals. Mehrere Passkeys pro Konto sind möglich – praktisch für Haushalte mit mehreren Geräten. Und wer sein Smartphone verliert? Kein Problem: Nintendo hat eine Wiederherstellungsoption per E-Mail und Passwort vorgesehen. Die digitale Spielesammlung bleibt also erreichbar.

Branche zieht mit: Von Kanada bis nach Japan

Der Trend erfasst die gesamte Technologiebranche. Der kanadische Telekommunikationsanbieter Rogers führte am 4. Juni Passkeys für Kundenkonten ein. Ein wichtiges Detail: Die biometrischen Daten verbleiben auf dem Gerät des Nutzers – Rogers selbst speichert sie nicht.

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Die Hardware-Hersteller reagieren auf die neue Nachfrage. Die japanische Firma Kofuku Trading Co. bringt im Juni 2026 den ACS PocketKey+ Bio auf den Markt. Der Sicherheitsschlüssel vereint Fingerabdruckscanner und NFC-Technologie und unterstützt den FIDO2-Standard. Kompatibel ist er mit Google, iCloud, Facebook und X – ein kleines Gerät für den großen Sicherheitssprung.

Warum Passkeys sicherer sind

Die Technik dahinter ist clever: Passkeys arbeiten mit einem kryptografischen Schlüsselpaar. Ein öffentlicher Schlüssel liegt auf dem Server, ein privater verbleibt lokal auf dem Gerät. Phishing-Angriffe werden damit nahezu unmöglich. Der Grund: Der private Schlüssel ist fest an das Gerät gebunden. Auf einer gefälschten Webseite würde er schlicht nicht funktionieren.

Politik gibt den Takt vor

Die Industrie bewegt sich nicht im luftleeren Raum. Am 2. Juni 2026 erließ das Weiße Haus eine Executive Order zu Künstlicher Intelligenz. Darin wird die digitale Identität als fundamentale Grundlage für vertrauenswürdige Systeme definiert. Bundesbehörden wurden angewiesen, ihre Identitätsprüfungen zu verstärken.

Und die Zukunft? Die Zertifizierungsstelle Let's Encrypt bereitet sich auf die Post-Quanten-Ära vor. Ab Ende 2026 sollen Merkle-Tree-Zertifikate getestet werden. Sie versprechen eine effizientere Alternative zu den größeren quantenresistenten Signaturen – ein weiterer Schritt in eine Welt, in der das klassische Passwort endgültig ausgedient hat.

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