Passkeys statt Passwörter: Igor Bederov wirbt für den Sicherheitswechsel
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 00:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer IT-Experte Igor Bederov hat sich öffentlich für einen grundlegenden Umstieg auf Passkeys als überlegene Alternative zu herkömmlichen Passwörtern ausgesprochen. Wie Medienberichte vom 20. Oktober 2026 darlegen, zielt dieser Vorstoß darauf ab, den Schutz digitaler Benutzerkonten signifikant zu stärken und die strukturellen Schwachstellen klassischer Authentifizierungsverfahren zu überwinden.
Risiken traditioneller Passwort-Verwaltung
Bederov wies auf die Gefahren hin, die durch alltägliche Nachlässigkeiten bei der Speicherung von Zugangsdaten entstehen. Passwörter sollten keinesfalls in Notiz-Anwendungen, Messengern, ungeschützten Webbrowsern, unverschlüsselten Textdateien oder handschriftlich auf Papier festgehalten werden. Eine solche unzureichend gesicherte Aufbewahrung begünstige Identitätsdiebstahl.
Zudem warnte der Experte davor, identische Passwortkombinationen für mehrere Online-Dienste zu verwenden. Sobald Zugangsdaten infolge eines Datenlecks bei einem Anbieter in Umlauf geraten, nutzten Angreifer automatisierte Verfahren, um dieselben Kombinationen systematisch bei weiteren Webseiten auszuprobieren. Dieses sogenannte Credential Stuffing stelle eine erhebliche Bedrohung für Nutzer dar, die auf wiederkehrende Kennwörter setzen.
Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Authentifizierung als Zwischenschritt
Als Gegenmaßnahme empfiehlt Bederov den Einsatz spezialisierter Passwort-Manager. Diese Programme ermöglichen die verschlüsselte Speicherung von jeweils einzigartigen Passwörtern für jeden Dienst, wobei die Nutzer den Zugriff über ein zentrales Master-Passwort absichern.
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Darüber hinaus rät der Experte zur obligatorischen Aktivierung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Bei der Auswahl der Methode mahnte er jedoch zur Vorsicht: Bestätigungscodes per SMS seien durch Angriffe wie SIM-Tausch und das Abfangen von Übertragungen anfällig. Authenticator-Apps mit dynamischen Einmalcodes oder physische FIDO2-Hardware-Schlüssel böten demgegenüber ein wesentlich höheres Sicherheitsniveau.
Passkeys und differenzierte Schutzmaßnahmen
Als modernsten und langfristig überlegenen Schutzansatz hob Bederov Passkeys hervor. Das Verfahren setzt auf kryptografische Schlüsselpaare in Verbindung mit biometrischen Merkmalen oder einer gerätegebundenen PIN. Dadurch gelten Passkeys als weitgehend resistent gegen Phishing-Versuche sowie serverseitige Datenlecks.
Der Experte räumte jedoch ein, dass derzeit noch praktische Herausforderungen bezüglich der plattformübergreifenden Kompatibilität und der Verfahren zur Kontowiederherstellung bestehen.
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Für die praktische Umsetzung empfiehlt Bederov ein nach Schutzbedarf gestaffeltes Vorgehen: Für hochsensible Zugänge wie Bankkonten, Behördenportale und geschäftliche E-Mail-Postfächer sei die Verwendung von FIDO2-Hardware-Schlüsseln in Verbindung mit vorab gesicherten Backup-Codes angeraten.
Für die übrigen, weniger kritischen Konten genüge im Alltag die Kombination aus einem zuverlässigen Passwort-Manager und einer appbasierten Zwei-Faktor-Authentifizierung.
