Passkeys, Google

Passkeys: Google zwingt Werbekunden ab 15. Juli zur Umstellung

08.06.2026 - 12:46:37 | boerse-global.de

FIDO Alliance meldet fünf Milliarden Passkeys weltweit. Google, NCSC und KI-Bedrohungen treiben die Abkehr vom Passwort voran.

Fünf Milliarden Passkeys: Der Siegeszug der passwortlosen Anmeldung
Passkeys - Close-up of a smartphone screen showing a passkey authentication prompt, with a blurred hand ready to use a fingerprint sensor. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Siegeszug der passwortlosen Authentifizierung gewinnt rasant an Fahrt – angetrieben von Tech-Giganten, Sicherheitsbehörden und einer nie dagewesenen Bedrohungslage durch KI-gestützte Cyberangriffe.

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Google zwingt Werbekunden zur Umstellung

Ab dem 15. Juli 2026 macht Google ernst: Werbekunden müssen dann für sensible Kontovorgänge zwingend Passkeys nutzen. Dazu gehören Änderungen an Zahlungsdetails und andere kritische Einstellungen. Der Konzern begründet den Schritt mit dem Schutz vor unbefugtem Zugriff – Passkeys nutzen lokale Biometrie oder gerätespezifische PINs, die das Endgerät nie verlassen.

Parallel führt Google einen KI-gestützten Sicherheitsagenten für Werbekonten ein. Das System analysiert Nutzerverhalten in Echtzeit und schlägt Alarm bei Abweichungen – etwa bei Logins von ungewöhnlichen Standorten oder verdächtigen Zugriffsmustern.

Britische Sicherheitsbehörde gibt grünes Licht

Das National Cyber Security Centre (NCSC) des Vereinigten Königreichs hat Passkeys offiziell als bevorzugten Authentifizierungsstandard empfohlen. Ein technischer Bericht der Behörde stellt die Technologie sowohl über klassische Passwörter als auch über die übliche Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Die NCSC-Führung betont, dass Passkeys den Verwaltungsaufwand für Passwörter eliminieren und gleichzeitig der aktuellen Cyber-Bedrohungslage gerecht werden.

Die Empfehlung untermauert Daten der FIDO Alliance: 90 Prozent der Menschen kennen Passkeys inzwischen. Branchengrößen wie Microsoft und Bitwarden sehen in den Schlüsseln das primäre Mittel gegen Credential-Stuffing und Phishing. Da Passkeys sowohl an den Nutzer als auch an die jeweilige Website gebunden sind, können Angreifer gestohlene Zugangsdaten nicht plattformübergreifend einsetzen.

KI-Kriminalität treibt Entwicklung an

Der Druck zur Umstellung wächst mit der Explosion automatisierter Cyberangriffe. Eine Studie vom Frühjahr 2026 schätzt, dass 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails von Künstlicher Intelligenz erzeugt wurden – ein Anstieg um das Vierzehnfache gegenüber Ende 2025. KI-gestützte Phishing-Attacken wirken persönlicher und sind für Nutzer kaum noch zu erkennen.

Hinzu kommt ein alarmierender Fund: Sicherheitsforscher entdeckten kürzlich eine unverschlüsselte Datenbank mit über 149 Millionen Zugangsdatensätzen, darunter rund 48 Millionen Gmail-bezogene Einträge. Der betroffene Dienstanbieter selbst wurde nicht gehackt – die Daten stammten von älteren Lecks und Schadsoftware wie RedLine und Vidar. Experten betonen, dass Passkeys die Gefahr solcher Lecks entschärfen, weil sie sich weder durch klassische Malware noch über gefälschte Login-Seiten stehlen lassen.

Android-Update und mobile Revolution

Google hat im Juni 2026 ein Android-Update veröffentlicht, das das Exportieren und Importieren von Passkeys vereinfacht. Nutzer können ihre Zugangsdaten nun leichter zwischen Geräten sichern und übertragen.

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Besonders dynamisch entwickelt sich der Finanz- und Kryptosektor. Auf der Consensus-2026-Konferenz diskutierten Branchenführer die Zukunft mobiler Wallets. Moderne Smartphones mit ihren Sicherheitschips können inzwischen dedizierte Hardware-Wallets übertreffen. Aktuelle Zahlen zeigen: 75 Prozent der Nutzer haben mindestens einen Passkey aktiviert. Marktprognosen zufolge könnten bis 2028 bis zu 85 Prozent der neuen Privatkunden auf Smartphone-basierte Selbstverwahrung setzen.

Warnung vor trügerischer Sicherheit

Trotz aller Fortschritte warnen Sicherheitsexperten: Passkeys allein reichen nicht. Sie müssen mit Transaktionsüberwachung und umfassenderen Governance-Ebenen kombiniert werden. Ein Blick nach Japan macht das Ausmaß des Problems deutlich: Dort entstanden 2025 Schäden von umgerechnet rund 4,44 Milliarden Euro durch Kontodiebstähle. Die Botschaft ist klar: Die Authentifizierung wird besser – die umfassende Betrugsprävention bleibt eine Daueraufgabe.

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