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Passkeys: Google meldet Milliarden-Meilenstein bei sicherer Authentifizierung

13.06.2026 - 04:36:27 | boerse-global.de

Google erreicht eine Milliarde Passkey-Authentifizierungen. Unternehmen sparen Millionen, während KI-Phishing die Bedrohungslage verschärft.

Google Passkeys: Milliarde Authentifizierungen und Zukunft ohne Passwörter
Passkeys - A close-up of a hand holding a smartphone displaying a fingerprint icon for biometric authentication, with digital security elements. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google meldet einen Meilenstein: Über eine Milliarde Authentifizierungen wurden bereits mit der neuen Passkey-Technologie durchgeführt. Seit der Einführung vor weniger als einem Jahr haben mehr als 400 Millionen Google-Konten auf das phishing-resistente Verfahren umgestellt.

Der Preis der Sicherheit: Millionenersparnis für Unternehmen

Die Umstellung von traditionellen Passwörtern auf moderne Authentifizierungsverfahren zahlt sich aus – und zwar buchstäblich. Branchenexperten beziffern die Einsparungen für ein Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitern auf umgerechnet knapp drei Millionen Euro jährlich. Der Grund: Weniger Helpdesk-Anfragen und höhere Produktivität.

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Die FIDO-Allianz, die treibende Kraft hinter dem Standard, verzeichnet bereits über 15 Milliarden Online-Konten, die Passkeys unterstützen. Allen voran Microsoft und Google Workspace treiben die Entwicklung in der Unternehmenswelt voran. Der Druck ist enorm: In mehr als 80 Prozent aller Datenschutzverstöße spielen kompromittierte Zugangsdaten eine Rolle.

Ein erfreulicher Nebeneffekt: Die durchschnittliche Anzahl der Passwörter pro Nutzer ist laut aktuellen Zahlen von NordPass von 170 auf 120 gesunken. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, je mehr Unternehmen auf biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung setzen.

Banken und Gesundheitswesen ziehen nach

Am 11. Juni 2026 gab xMoney in Bukarest bekannt, als erster Mastercard-Herausgeber die Erstellung von Zahlungs-Passkeys direkt in der Banking-App zu ermöglichen. Die Folge: eine Halbierung der Abbrüche bei Authentifizierungsvorgängen und eine Vervierfachung der Geschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Einmalpasswörtern.

Auch der Sicherheitsspezialist OneSpan mischt mit. Das Unternehmen präsentierte ein System, das FIDO-basierte Passkeys mit künstlicher Intelligenz für digitale Signatureen kombiniert. Besonders in sicherheitskritischen Umgebungen wie dem Bankensektor verspricht die Kombination aus KI-gestützter Identitätsprüfung und manipulationssicheren Audit-Trails einen Quantensprung.

Der unsichtbare Feind: KI-gesteuerte Phishing-Wellen

Der Vorstoß in Richtung Passkeys kommt nicht von ungefähr. Die Bedrohungslage hat sich dramatisch verschärft. Am 12. Juni 2026 reichte Google eine Zivilklage vor dem US-Bezirksgericht für den Südbezirk von New York gegen ein in China ansässiges Netzwerk namens „Outsider Enterprise" ein.

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Gruppe soll Googles KI Gemini für massenhafte Phishing-Kampagnen genutzt haben. Über 9.000 betrügerische Websites und eine Million irreführende URLs wurden identifiziert. Zwischen November 2025 und April 2026 entdeckten Ermittler rund 1,59 Millionen URLs, die mit dem Netzwerk in Verbindung standen.

Besonders perfide: Die Gruppe bot „Phishing-as-a-Service"-Plattformen auf Telegram an. Abonnenten erhielten Zugriff auf fast 300 Vorlagen für Betrugsversuche. Allein im Mai 2026 meldeten Android-Nutzer 55.000 Spam-SMS, die von der Bande stammten. Innerhalb von zwei Wochen verschickte das Netzwerk schätzungsweise 2,5 Millionen Nachrichten mit betrügerischen Links.

Google arbeitet bei der Zerschlagung der Infrastruktur mit dem FBI und den großen Telekommunikationsanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon zusammen. Da Passkeys auf Public-Key-Kryptografie basieren und an legitime Domains gebunden sind, gelten sie als wirksamste Verteidigung gegen solche automatisierten Phishing-Angriffe.

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Softwaregiganten rüsten um

Die Softwareindustrie stellt sich ebenfalls neu auf. Am 4. Juni 2026 entfernte Microsoft Edge die optionale Funktion für benutzerdefinierte Hauptpasswörter. Der Konzern verweist Nutzer nun auf gerätebasierte Authentifizierungsmethoden wie Windows Hello oder Touch ID.

Parallel dazu hat Google sein digitales Wallet überarbeitet. Eine neue Suchfunktion für Transaktionen und eine übersichtlichere Darstellung der Zahlungsmethoden sollen den Alltag erleichtern. Die Botschaft ist klar: Die Branche bereitet sich auf eine Zukunft ohne Passwörter vor – und der Milliarden-Meilenstein von Google zeigt, dass diese Zukunft bereits begonnen hat.

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