Passkeys: Fünf Millionen Nutzer, 60% weniger Passwort-Support
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund fünf Millionen Passkeys sind weltweit bereits im Einsatz, die Technologie erreicht eine Bekanntheit von 90 Prozent unter Verbrauchern. Besonders Unternehmen spüren die Vorteile: Die Zahl der Helpdesk-Anfragen zu Passwort-Problemen sinkt um bis zu 60 Prozent.
Sicherheit durch Kryptografie
Das Prinzip der Passkeys unterscheidet sich fundamental von herkömmlichen Passwörtern. Statt eines shared secrets, das bei jedem Login übertragen wird, kommt ein Public-Key-Verfahren zum Einsatz. Der private Schlüssel bleibt sicher auf dem Gerät des Nutzers – geschützt durch Biometrie wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, alternativ durch Hardware-Token wie YubiKeys. Der öffentliche Schlüssel liegt beim Dienstanbieter.
Die entscheidende Neuerung: Weil die Authentifizierung an eine bestimmte Relying Party ID gebunden ist, wird Phishing technisch unmöglich. Der kryptografische Handshake lässt sich von betrügerischen Webseiten weder abfangen noch umleiten. Das System basiert auf dem FIDO2-Standard mit WebAuthn und dem Client-to-Authenticator Protocol (CTAP2).
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Drei Akteure sind an der Kommunikation beteiligt: der Dienstanbieter, der WebAuthn-Client (Browser oder Betriebssystem) und der Authenticator auf dem Nutzergerät.
Plattform-Unabhängigkeit und neue Dienste
Entgegen mancher Annahme sind Passkeys nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden. Die Technologie funktioniert plattformübergreifend. Das belegt auch ein aktueller Fund: Im Quellcode der Spotify-Android-App wurden Hinweise auf eine bevorstehende Passwortlos-Funktion entdeckt. Nutzer könnten sich künftig per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Geräte-PIN anmelden.
Spotify galt bislang als einer der größten Streaming-Dienste ohne native Passkey-Unterstützung. Eine offizielle Bestätigung des Unternehmens steht noch aus, die Funktion ist öffentlich nicht verfügbar.
Zukunftspläne: Interoperabilität und neue Verfahren
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Die Branche arbeitet bereits an der nächsten Generation der Standards. Ein am 20. Juli vorgestellter Vorschlag beschreibt ein Format für interoperable Passkey-Datensätze – mit einem klaren Fokus auf Datenhoheit. Eine dazugehörige Go-API ist für das Release Go 1.28 geplant und soll Registrierungs- und Anmeldevorgänge vereinfachen.
Parallel dazu erforschen Wissenschaftler alternative biometrische Verfahren. Aktuelle Studien untersuchen Atemmuster als eindeutiges Identifikationsmerkmal. Die Technologie erzielt eine hohe Erkennungsgenauigkeit, wirft jedoch Fragen zum Schutz sensibler Gesundheitsdaten auf – ein Problem, das bei kryptografischen Passkeys nicht besteht.
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