Passkeys, Cornell-Studie

Passkeys: Cornell-Studie warnt vor Kontenübernahmen

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung der Cornell University zeigt: Viele Nutzer erkennen manipulierte Passkeys nicht. Besonders gefährdet sind Opfer von Partnergewalt.

Passkeys im Sicherheitscheck: Cornell-Studie deckt gravierende Schwachstellen auf
Eine Person betrachtet besorgt ihr Smartphone in einem schwach beleuchteten Raum, was die Sicherheitsrisiken digitaler Identitäten verdeutlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Forschungsarbeit der Cornell University legt erhebliche Sicherheitsbedenken bei der Nutzung von Passkeys offen. Die Untersuchung, die Mitte August im Rahmen des USENIX Security Symposiums in Baltimore vorgestellt wurde, zeigt auf, dass die Technologie neue Einfallstore für unbefugte Kontenzugriffe bietet.

Insbesondere für Personen, die von Partnergewalt betroffen sind, stellt die aktuelle Implementierung von Passkeys laut den Studienergebnissen eine ernsthafte Gefahr dar.

Mangelnde Transparenz bei der Verwaltung von Sicherheitsschlüsseln

Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie effektiv Nutzer unbefugte Änderungen an ihren Sicherheitseinstellungen erkennen können. Für die Studie wurden 31 Teilnehmer herangezogen, um den Umgang mit Passkeys in realistischen Szenarien zu testen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die große Mehrheit der Probanden nicht in der Lage war, einen von einem Angreifer hinzugefügten Passkey zu identifizieren.

Ein kritisches Ergebnis der Arbeit ist, dass viele Teilnehmer auch bei der gezielten Suche nach unbefugten Zugriffen daran scheiterten, den fremden Passkey aus ihrem Benutzerkonto zu entfernen. Diese Schwierigkeit bei der Erkennung und Bereinigung von Sicherheitsmerkmalen untergräbt das Versprechen der Passkey-Technologie, eine sicherere Alternative zu herkömmlichen Passwörtern zu bieten.

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Während Passkeys eigentlich die Sicherheit erhöhen sollen, könnten sie in der Praxis dazu führen, dass Angreifer einen dauerhaften und schwer zu entdeckenden Zugang zu digitalen Identitäten erhalten.

Gefahrenpotenzial für Opfer von Partnergewalt

Besonderes Augenmerk legten die Wissenschaftler der Cornell University auf die Auswirkungen für Opfer von Partnergewalt. In missbräuchlichen Beziehungen haben Täter oft physischen Zugriff auf die Geräte ihrer Partner oder kennen deren Zugangsdaten. Die Studie verdeutlicht, dass Angreifer diesen Zugang nutzen können, um heimlich einen eigenen Passkey zu einem Konto hinzuzufügen.

Da Passkeys so konzipiert sind, dass sie einen passwortlosen Zugriff ermöglichen, bleibt der Täter auch dann handlungsfähig, wenn das Opfer das Passwort ändert oder andere Sicherheitsmaßnahmen ergreift.

Die Unfähigkeit der Studienteilnehmer, solche Manipulationen zu bemerken oder rückgängig zu machen, lässt darauf schließen, dass Betroffene von Partnergewalt kaum Mittel haben, sich gegen diese Form des digitalen Stalkings oder der Kontenübernahme zu wehren.

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Die Forscher weisen darauf hin, dass die technologische Gestaltung von Passkeys die speziellen Bedrohungsszenarien in toxischen Beziehungen derzeit nicht ausreichend berücksichtigt.

Vorstellung der Ergebnisse auf dem USENIX Security Symposium

Die detaillierten Befunde wurden in diesen Tagen auf dem USENIX Security Symposium präsentiert, das vom 12. bis zum 14. August 2026 in Baltimore stattfindet. Die Konferenz gilt als einer der wichtigsten Termine für Experten aus den Bereichen Computersicherheit und Datenschutz.

Die Veröffentlichung der Cornell University erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem viele große Technologieplattformen die Einführung von Passkeys massiv vorantreiben, um herkömmliche Passwörter langfristig abzulösen.

Die Ergebnisse der Studie könnten nun eine Deabtte darüber auslösen, wie Anbieter die Benutzeroberflächen und Verwaltungstools für Passkeys gestalten müssen, um die Sichtbarkeit unbefugter Einträge zu erhöhen und den Schutz vulnerabler Nutzergruppen zu verbessern.

Die Forscher unterstreichen mit ihrer Arbeit, dass technische Sicherheit nicht ohne die Berücksichtigung menschlicher Faktoren und spezifischer sozialer Risikokontexte gedacht werden darf.

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