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Pass-the-Passkey: Forscher zeigen Angriffsmethoden auf Windows

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 14:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher decken Sicherheitslücken bei Passkeys auf. Windows 11 speicherte Schlüssel im Klartext. GMX und Web.de starten dennoch den Rollout.

Passkeys unter Beschuss: Neue Angriffe auf Windows-Nutzer
Ein leuchtendes digitales Schloss auf einem Laptop-Bildschirm in einer modernen, düsteren Cybersecurity-Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die als sicher geltende Passwort-Alternative hat Schwachstellen. Forscher zeigen, wie Angreifer digitale Schlüssel klauen können.

„Pass-the-Passkey“: Gefahr für Windows-Nutzer

Kurz vor der Sicherheitskonferenz Black Hat USA veröffentlichte der Forscher Michael Grafnetter Details zu neuen Angriffsmethoden. Unter dem Namen „Pass-the-Passkey“ beschreibt er Techniken, mit denen Hacker die angeblich unkopierbaren digitalen Schlüssel kompromittieren können.

Besonders betroffen: Microsoft-Nutzer. Windows 11 speicherte private Schlüssel zeitweise im Klartext in Ereignisprotokollen. Zudem verhinderte der Identitätsdienst Microsoft Entra ID die unzulässige Wiederverwendung von Schlüsseln nicht ausreichend.

Der Konzern reagierte umgehend. Mitte Juli schloss ein Sicherheitsupdate die kritische Lücke (CVE-2026-34348). Ironisch: Ab dem 1. September will Microsoft Passkeys zum Standard-Login für Cloud-Konten machen.

Krypto-Hack trotz Passkey-Schutz

Dass die Technologie keinen absoluten Schutz bietet, zeigt ein aktueller Vorfall. Am 25. Juli wurde der offizielle Account des Krypto-Projekts Bankr X auf X geknackt – obwohl er durch einen On-Device-Passkey gesichert war.

Die Angreifer verbreiteten betrügerische Links für einen gefälschten Airdrop. Wie sie die Sicherheitsbarriere umgingen, blieb zunächst unklar. Nutzergelder seien nach aktuellem Stand nicht betroffen.

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Die Fachwelt unterscheidet zwischen cloudbasierten und Hardware-Passkeys. Erstere lassen sich zwischen Geräten synchronisieren und sind potenziell über das Cloud-Konto angreifbar. Bei Hardware-Tokens verlassen private Schlüssel den Chip nicht. Allerdings können auch ältere Modelle durch spezialisierte Angriffe wie die EUCLEAK-Methode geklont werden.

GMX und Web.de schalten Passkeys frei

Trotz der Erkenntnisse treiben große Anbieter den Rollout voran. Am 23. Juli aktivierten GMX und Web.de Passkeys für rund 38 Millionen Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nutzer loggen sich nun per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Geräte-PIN ein. Das Passwort bleibt als Rückfalloption bestehen – Sicherheitsexperten raten jedoch, es nach erfolgreicher Einrichtung zu deaktivieren.

Auch Google zieht nach: Der Konzern integriert FIDO2-Schlüssel und Telefon-Passkeys in den Google Credential Provider für Windows. Unternehmen können so strengere Richtlinien für die Zwei-Faktor-Authentifizierung durchsetzen.

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Phishing-Welle: 146 Prozent mehr SMS-Angriffe

Die Dringlichkeit für sichere Verfahren zeigt die aktuelle Bedrohungslage. Im ersten Halbjahr 2026 stieg SMS-Phishing in einzelnen Regionen um 146 Prozent. Besonders Kunden der DKB und Sparkassen standen im Visier koordinierter Kampagnen.

Erfolge gegen die Infrastruktur gelangen dennoch: BKA und FBI schalteten über 200 Server des Phishing-Dienstes „Kratos“ ab. Die Plattform wurde von 1.800 Tätern für monatlich 15.000 Angriffe genutzt.

Neue Bedrohungen tauchen aber kontinuierlich auf. Das Phishing-Kit „CryptoChameleon“ attackiert US-Behörden und Kryptobörsen mit Textnachrichten und Sprachanrufen.

Fachleute betonen: Trotz der neu entdeckten Schwachstellen sind Passkeys sicherer als Passwörter. Die Entwicklung zeigt jedoch: Mit der Evolution der Verteidigung werden auch die Methoden der Angreifer komplexer.

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