Parodontitis, Nierenschäden-Risiko

Parodontitis verdoppelt Nierenschäden-Risiko: Hamburg-Studie mit 6.000 Probanden

03.07.2026 - 13:32:31 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Scheinfasten senkt Entzündungen im Zahnfleisch, während Parodontitis das Risiko für Nierenschäden verdoppelt.

Neue Studien 2026: Ernährung, Fasten und Zahngesundheit im Fokus
Parodontitis - Nahaufnahme eines gesunden Mundes mit sauberen Zähnen und Zahnfleisch, im Hintergrund verschwommen ein Forschungslabor. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem Jahr 2026 liefern neue Erkenntnisse – von Scheinfasten gegen Parodontitis bis zu den Risiken unzureichender Zahnarztbesuche.

Scheinfasten senkt Entzündungsmarker im Zahnfleisch

Eine im Juli 2026 im Journal of Clinical Periodontology veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung einer sogenannten Fasting-Mimicking Diet (FMD) auf Patienten mit Parodontitis. 28 Teilnehmer absolvierten über sechs Monate drei Zyklen einer fünftägigen Kalorienrestriktion. In den Fastenphasen lag die Energiezufuhr zwischen 750 und 1100 Kilokalorien pro Tag.

Das Ergebnis: Entzündungsmarker sanken signifikant. Sowohl im Blut als auch in der Zahnfleischflüssigkeit zeigte sich nach 90 und 180 Tagen eine Verringerung des C-reaktiven Proteins (CRP). Allerdings stellten die Forscher keinen unmittelbaren Effekt auf die Heilung der Parodontitis selbst fest.

Bereits ältere Laborstudien deuten in eine ähnliche Richtung. Eine Untersuchung der Universitas Gadjah Mada aus dem Jahr 2015 zeigte, dass ätherische Öle aus Curcuma zedoaria Entzündungsmediatoren in Immunzellen beeinflussen können.

Parodontitis: Ein Risiko für die gesamte Gesundheit

Zahnfleischerkrankungen wirken sich offenbar weit über den Mundraum aus. Die Hamburg City Health Study, deren Ergebnisse im April 2026 im International Journal of Oral Science erschienen, analysierte Daten von über 6.000 Probanden. Die Erkenntnis: Eine schwere Parodontitis verdoppelt das Risiko für Nierenschäden.

36 Prozent der Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion leiden an schwerer Parodontitis. Bei Gesunden sind es nur 14 Prozent. Rund 35 Prozent dieses Zusammenhangs lassen sich durch den Entzündungsmarker hsCRP erklären.

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Eine US-Studie aus dem Jahr 2026 mit über 90.000 Teilnehmern über 55 Jahren beleuchtet zudem die sozioökonomische Dimension. Patienten, die aus finanziellen Gründen auf Zahnarztbesuche verzichten, haben ein höheres Risiko für Herzinsuffizienz, Schlaganfälle und Demenz. Die Autoren schätzen, dass zwei bis vier Prozent dieser Erkrankungen durch den Wegfall finanzieller Barrieren vermeidbar wären.

Was die Ernährung mit Entzündungen zu tun hat

Neben dem Fasten rücken allgemeine Ernährungsgewohnheiten in den Fokus. Studien aus dem Jahr 2026 zeigen: Tierische Proteine, insbesondere aus Rindfleisch, erhöhen die Darmdurchlässigkeit und verdoppeln das Risiko für Typ-2-Diabetes. Pflanzliche Proteine lösen dagegen eine mildere Reaktion aus.

Zur Prävention empfehlen Experten eine ballaststoffreiche Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu täglich 30 Gramm Ballaststoffen. Die deutsche Bevölkerung erreicht mit durchschnittlich 18 bis 19 Gramm diesen Wert jedoch oft nicht.

Auch bei Krebserkrankungen zeigen Ernährungsanalysen deutliche Effekte. Eine Auswertung der University of California, San Francisco ergab: Eine pflanzenbasierte Ernährung senkt bei Männern über 65 Jahren das Progressionsrisiko bei Prostatakrebs um 47 Prozent. Bei Darmkrebs-Patienten im Stadium III reduzierte ein gesunder Lebensstil das Rückfallrisiko um 31 Prozent.

Ein Kontrastprogramm liefern ultra-verarbeitete Lebensmittel. Eine türkische Studie aus dem Jahr 2025 brachte ihren Konsum mit einer Verschlimmerung von prämenstruellen Symptomen (PMS) in Verbindung.

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Das Darmmikrobiom im Fokus

Aktuelle mikrobiologische Forschung zeigt zudem, wie evolutionäre Prozesse im Darmmikrobiom mit Alter und Krankheiten zusammenhängen. Eine im Mai 2026 in Nature veröffentlichte Studie der Universität Wien belegt: Die Zusammensetzung der Bakterienpopulationen wird maßgeblich durch Übertragung zwischen Menschen und ökologische Konkurrenz geformt – und ist eng mit Typ-2-Diabetes oder Darmkrebs verknüpft.

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