Parodontitis: Fasten-Diät senkt Entzündungsmarker messbar
12.06.2026 - 10:11:04 | boerse-global.de
Forscher des King's College London haben untersucht, ob Fasten-imitierende Diäten die Parodontitis beeinflussen. Die Ergebnisse wurden Mitte Juni 2026 im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht.
Wie die Studie ablief
28 Probanden mit Parodontitis führten über sechs Monate dreimal eine fünftägige Fasten-Diät durch. Das Ernährungsprotokoll sah am ersten Tag 1.100 Kilokalorien vor, gefolgt von 750 Kilokalorien an den vier darauffolgenden Tagen.
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Die Analyse zeigte eine signifikante Senkung spezifischer Entzündungsmarker. Besonders das C-reaktive Protein (CRP) sowie weitere Entzündungsmoleküle im Blut und direkt im Zahnfleischgewebe konnten reduziert werden. Lifestyle-Modifikationen wie diese könnten eine wichtige Ergänzung zur herkömmlichen Behandlung von Zahnfleischerkrankungen darstellen, so die Wissenschaftler.
Klinische Verbesserung blieb aus
Trotz messbarer biochemischer Veränderungen betonten die Autoren: Die Entzündungshemmung ging nicht mit einer sichtbaren klinischen Verbesserung des Zahnfleischzustands einher. Eine optische Veränderung oder Heilung der betroffenen Gewebestrukturen war im Beobachtungszeitraum nicht feststellbar.
Die Untersuchung wurde durch Mittel des MRC-IAA unterstützt. Die speziellen Diät-Kits stellte das Unternehmen L-Nutra Inc. zur Verfügung. Ein Co-Autor der Studie, V. Longo, hält Anteile an diesem Unternehmen. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl von 28 Personen forderten die Forscher größere klinische Studien, um die Ergebnisse zu validieren und langfristige Effekte zu prüfen.
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Warum Zahnfleischentzündungen gefährlich sind
Die Relevanz effektiver Behandlung unterstreichen Berichte der Sepsis-Stiftung aus dem Juni 2026. Unbehandelte Infektionen im Mundraum führen demnach jährlich zu erheblichen Komplikationen – bis hin zur Sepsis. In Deutschland werden jährlich etwa 140.000 Sepsis-Todesfälle verzeichnet, rund 80 Prozent davon außerhalb von Krankenhäusern.
Besonders gefährdet sind Menschen mit Herzklappenerkrankungen, Diabetes oder Immunschwäche. Um das Risiko einer Bakteriämie – dem Eintritt von Bakterien in die Blutbahn – bei zahnärztlichen Behandlungen zu senken, empfiehlt die Stiftung antiseptische Mundspülungen mit Chlorhexidin.
Fasten im Trend der Stoffwechselforschung
Die Erkenntnisse korrespondieren mit aktuellen Entwicklungen in der Stoffwechselmedizin. Daten einer norwegischen Studie an 284 Erwachsenen, vorgestellt im Mai 2026 in Istanbul, zeigten: Schnelle Gewichtsabnahme durch starke Kalorienrestriktion (unter 1.000 kcal pro Tag) kann langfristig effektiv sein, ohne zwangsläufig einen verstärkten Jo-Jo-Effekt auszulösen.
Parallel deuten Beobachtungsstudien aus dem Juni 2026 darauf hin, dass auch medikamentöse Interventionen wie GLP-1-Präparate das Risiko für entzündungsassoziierte Folgeerkrankungen senken könnten. Metabolische Ansätze gewinnen offenbar zunehmend an Bedeutung in der Prävention und Therapie chronisch-entzündlicher Prozesse.
