Parkinson, Tischtennis

Parkinson und Tischtennis: PING-PARK-Studie untersucht den Therapieeffekt

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PING-PARK untersucht den Einfluss von Tischtennis auf motorische Fähigkeiten; Vereine und Initiativen bieten Betroffenen Bewegungsangebote.

Parkinson: Tischtennis als Therapie – Studien und Angebote in Europa
Ein professioneller Tischtennistisch in einer hellen, leeren Sporthalle mit Parkettboden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Nutzung von Sportangeboten als ergänzende Therapieform gewinnt in der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere Tischtennis hat sich als Instrument erwiesen, um die Beweglichkeit und Koordination von Parkinson-Betroffenen gezielt zu fördern.

Diese Entwicklung findet ihren Ausdruck in spezialisierten Trainingsgruppen und der Teilnahme von Patienten an internationalen Wettbewerben, wie den Weltmeisterschaften in Hannover.

Wissenschaftliche Untersuchung der therapeutischen Effekte

Um die Auswirkungen des Tischtennistrainings auf den Krankheitsverlauf wissenschaftlich zu fundieren, wurde die Studie „PING-PARK“ initiiert. Nach Angaben des Consejo General de Enfermería (CGE) handelt es sich dabei um die weltweit umfassendste Untersuchung zu diesem Thema. Die Leitung obliegt dem Instituto de Investigación Enfermera des CGE unter Mitwirkung eines Physiotherapeuten sowie in Kooperation mit den Fachverbänden SEDENE und GTMSEDENE.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, belastbare Evidenz dafür zu liefern, inwiefern die Sportart die Lebensqualität der Patienten verbessern kann. Florentino Pérez Raya, Präsident des CGE, unterstrich die Bedeutung dieser Untersuchung für die pflegerische und therapeutische Praxis. Erste Phasen der Studie konzentrieren sich darauf, den Effekt auf motorische Fähigkeiten systematisch zu erfassen.

Institutionelle Förderung und gesellschaftliche Relevanz in Spanien

In Madrid wurde im September 2026 die Fundación Red Parkinson vorgestellt. Die Stiftung erfährt breite Unterstützung durch prominente Schirmherren, darunter LaLiga-Präsident Javier Tebas, der ehemalige Nationaltrainer Vicente del Bosque sowie Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida.

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Letzterer betonte bei der Vorstellung der Stiftung und der Ping-Park-Studie das Ziel, die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu steigern. Zudem kündigte der Bürgermeister an, dauerhafte Räumlichkeiten für die Aktivitäten der Organisation zu suchen.

Die Relevanz solcher Initiativen spiegelt sich in den Patientenzahlen wider: In Spanien sind etwa 200.000 Menschen von Parkinson betroffen. Damit ist die Erkrankung nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Störung im Land. Betroffenenverbände fordern vor diesem Hintergrund verstärkt barrierefreie und speziell an die Bedürfnisse von Parkinson-Patienten angepasste Tischtennis-Anlagen.

Regionale Umsetzung und sportliche Strukturen in Deutschland

In Deutschland haben sich bereits feste Strukturen etabliert, die den therapeutischen Sport fördern. Ein Beispiel ist der ESV Lok Zwickau, der seit vier Jahren einen Stützpunkt für Ping-Pong-Parkinson betreibt. Anfang September 2026 richtete der Verein in Zwickau das siebte Turnier um den Stada-Cup aus, an dem Spieler aus mehreren Bundesländern teilnahmen.

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Für die anstehende Weltmeisterschaft in Hannover entsendet der Verein eine Delegation von drei Frauen und fünf Männern. Dabei stehe laut Vereinsangaben nicht der sportliche Erfolg im Vordergrund, sondern der therapeutische Nutzen.

Auch in anderen Regionen wie Thannhausen trainieren Betroffene regelmäßig in organisierten Gruppen, um ihre Koordination zu verbessern. Vier Teilnehmer aus dieser Region bereiten sich ebenfalls auf die Weltmeisterschaft vor. Ein weiteres Beispiel für die Integration von Sport in die soziale Arbeit bietet der TTV Hervest-Dorsten.

Der Verein wurde für sein seit zehn Jahren bestehendes Projekt „Tischtennis für alle“ mit dem „Stern des Sports in Bronze“ ausgezeichnet. Seit einigen Monaten fungiert der Club zudem als offizieller Stützpunktverein des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Integration und Inklusion. Das Angebot wurde dort kürzlich für Menschen mit Demenz erweitert.

Internationale Perspektiven und ergänzende Bewegungsangebote

Ähnliche Entwicklungen zeigen sich im europäischen Ausland. In Thionville, Frankreich, wurde für das Sportjahr 2026-2027 das Angebot „Ping santé“ für Menschen mit chronischen Krankheiten, einschließlich Parkinson und Krebs, eingeführt. Die Kosten für die notwendige Lizenz belaufen sich auf 80 Euro pro Jahr, wobei Kooperationen mit Organisationen wie France Parkinson eine Mitfinanzierung ermöglichen können.

In Den Haag verfolgt die Organisation Rondje Park, die im Oktober 2026 ihr vierjähriges Bestehen feiert, einen multidisziplinären Ansatz. Neben Tischtennis werden dort Boxen, Tanzen, Yoga und spezialisierte Physiotherapie angeboten.

Im Fokus stehen dabei auch kognitive Tricks wie das Zählen oder die Nutzung von Bodenmarkierungen, um Bewegungsblockaden zu überwinden und sozialer Isolation entgegenzuwirken. Für Ende Oktober 2026 ist dort eine Aktionswoche geplant, um die Angebote einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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