Parkinson-Risiko, SNT-4728

Parkinson-Risiko: SNT-4728 senkt Hirnentzündung bei 20 von 30 Patienten

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 20 von 30 Behandelten sank die Entzündungsaktivität; ein klinischer Nutzen für Betroffene ist bislang nicht belegt.

SNT-4728 senkt Entzündungsaktivität im Gehirn in Phase-2-Studie
Mikroskopische Aufnahme von Nervengewebe und synaptischen Verbindungen in einem medizinischen Labor. Illustration mit AI erstellt.

Entzündliche Prozesse im Gehirn stehen seit Langem im Verdacht, das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen maßgeblich zu beeinflussen. Eine australische Phase-2-Studie der Macquarie University unter der Leitung von Professor Simon Lewis liefert nun neue Einblicke in die gezielte Reduktion von Neuroinflammation bei Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko.

Untersucht wurde der Wirkstoff SNT-4728 bei Patienten mit einer isolierten REM-Schlafverhaltensstörung (iRBD), die in der Neurologie als frühes Warnzeichen für die spätere Entwicklung von Parkinson gilt.

Signifikante Entzündungshemmung im Putamen

An der klinischen Untersuchung nahmen insgesamt 41 Personen teil. Rund drei Viertel der Probanden erhielten den Prüfwirkstoff SNT-4728, während der verbleibende Teil der Gruppe mit einem Placebo behandelt wurde. Nach einer Behandlungsdauer von 12 Wochen zeigte sich bei 20 von 30 mit dem Wirkstoff behandelten Patienten ein messbarer Rückgang der Entzündungsaktivität im zentralen Nervensystem.

Mithilfe von Positronen-Emissions-Tomographie-Scans (PET) wiesen die Forscher eine statistisch signifikante Reduktion der Entzündung auf einer Seite des Putamen nach, einer Hirnregion, die eng mit der Steuerung motorischer Prozesse verknüpft ist. In der Kontrollgruppe, die das Scheinmedikament erhalten hatte, blieb eine solche Veränderung hingegen aus.

Anzeige

Während die medizinische Forschung nach Wegen sucht, Entzündungsprozesse im Gehirn zu modulieren, können Sie selbst aktiv werden und chronische Beschwerden durch die richtige Ernährung lindern. Dieser kostenlose Ratgeber stellt Ihnen die 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killer vor. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt entdecken

Die Forschungsergebnisse wurden auf dem International Congress of Parkinson's and Movement Disorders in Seoul vorgestellt. Eine Veröffentlichung der vollständigen Studiendaten in einer peer-reviewten Fachzeitschrift ist nach Angaben des Studienteams geplant.

Offene Fragen zur klinischen Relevanz

Trotz des messbaren biologischen Effekts mahnen Fachleute zur Zurückhaltung bei der therapeutischen Bewertung der Daten. Professor Carolyn Sue von Neuroscience Research Australia wies darauf hin, dass es noch zu früh sei, um von einem spürbaren klinischen Effekt für Betroffene zu sprechen.

Anzeige

Wer sich mit der langfristigen Gesundheit des Nervensystems befasst, sollte auch die Rolle stiller Entzündungen im gesamten Körper nicht unterschätzen. Ein spezieller Gratis-Report erklärt den Zusammenhang zwischen Gelenkschmerzen, Erschöpfung und Entzündungswerten und bietet praktische Lösungen. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung sichern

Zudem bleibe vorerst ungeklärt, ob die beobachteten Entzündungsprozesse im Gehirn eine eigentliche Ursache der Neurodegeneration darstellen oder lediglich eine Begleit- und Folgeerscheinung des pathologischen Prozesses abbilden.

Die Untersuchung der Macquarie University zeigt damit auf, dass sich Entzündungsparameter in frühen Krankheitsstadien zwar gezielt medikamentös modulieren lassen, der genaue funktionelle Nutzen für die Prävention motorischer Ausfälle jedoch weiterer systematischer Erforschung bedarf.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70260299 |