Parkinson-Früherkennung, Infrarot-Wellenlängen

Parkinson-Früherkennung: Fünf Infrarot-Wellenlängen ordnen Stoffwechselmuster

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Pilotstudie fand unterschiedliche VOC-Muster, doch größere altersangepasste Untersuchungen sind für eine verlässliche Bewertung nötig.

Fraunhofer-IIS prüft Biomarker für Parkinson und kognitive Beeinträchtigung
Laborumgebung mit präzisen optischen Messgeräten und Laser-Spektroskopie-Technik für die medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Die Suche nach verlässlichen Biomarkern für neurodegenerative und chronische Erkrankungen beschäftigt die medizinische Forschung seit Jahren. Ein Forschungsteam des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) untersuchte in einer Pilotstudie, inwieweit flüchtige organische Verbindungen (VOC) Hinweise auf bestimmte Krankheitsbilder liefern können. Zum Einsatz kam dabei ein laserbasiertes photoakustisches Spektroskopieverfahren, mit dem Proben von verschiedenen Körperstellen analysiert wurden.

Untersuchung an Nase, Bauchnabel und Ohr

In der Untersuchung des Fraunhofer-IIS-Forschungsteams wurden insgesamt 24 Personen erfasst. Die Studienkohorte gliederte sich in vier Gruppen zu jeweils sechs Personen: Probanden mit Parkinson, Teilnehmer mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, Personen mit einer COVID-19-Infektion sowie eine gesunde Kontrollgruppe. Das Team entnahm Proben flüchtiger organischer Verbindungen an drei unterschiedlichen Körperstellen: der Nase, dem Bauchnabel und dem Ohr.

Die laserbasierte photoakustische Spektroskopie zeigte dabei auf, dass sich die gemessenen Muster zwischen den untersuchten Gruppen unterschieden. Besonders deutliche Abweichungen zeigten sich nach Angaben der Forscher an den Proben aus dem Bauchnabel, speziell beim Vergleich zwischen gesunden Probanden und Personen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung.

Dass veränderte Geruchs- oder Stoffwechselmuster bei neurodegenerativen Erkrankungen eine Rolle spielen könnten, deckt sich auch mit individuellen Beobachtungen: So berichtete Joy Milne aus eigener Erfahrung, dass sie den veränderten Geruch ihres Mannes bereits Jahre vor dessen offizieller Parkinson-Diagnose wahrgenommen habe.

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Differenzierung über Infrarot-Wellenlängen

Die Auswertung der Parkinson-Proben gestaltete sich im Detail differenziert. Wie das Fraunhofer-IIS-Forschungsteam feststellte, überschnitten sich die Parkinson-Proben teilweise mit jenen anderer Gruppen. Um die Beständigkeit der Messungen zu überprüfen, wurden nach zwei Wochen drei weitere Parkinson-Proben analysiert; diese fügten sich in das zuvor beobachtete Muster ein.

Zur weiteren Präzisierung führten die Forscher eine Nachanalyse durch. Unter Verwendung von fünf spezifischen Wellenlängen im Infrarotbereich ermöglichte das Verfahren laut der Studie eine recht genaue Gruppierung der Probanden anhand ihrer Stoffwechselmuster.

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Grenzen der Erhebung und methodische Anforderungen

Trotz der messbaren Unterschiede betont das Fraunhofer-IIS-Forschungsteam die Grenzen der bisherigen Resultate. Bei der Erhebung handelt es sich ausdrücklich nicht um einen diagnostischen Test für den klinischen Einsatz.

Aufgrund der geringen Fallzahl von 24 Teilnehmern können Einflüsse des Alters auf die Zusammensetzung der flüchtigen Verbindungen bislang nicht ausgeschlossen werden. Für eine belastbare Bewertung der photoakustischen Spektroskopie in der Früherkennung sind daher künftig größere und altersangepasste Untersuchungen erforderlich.

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