Parkinson: Erstmals Proteinablagerungen im lebenden Gehirn sichtbar
28.05.2026 - 10:30:30 | boerse-global.deEin internationales Forschungsteam hat einen spezifischen PET-Tracer entwickelt, der gezielt an Alpha-Synuclein-Ablagerungen bindet.
Durchbruch in der Bildgebung
Die Methode namens [¹¹C]MODAG-005 wurde von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Tübingen, des Max-Planck-Instituts in Göttingen und der Firma MODAG entwickelt. Erste klinische Tests an drei Patienten waren erfolgreich. Der radioaktiv markierte Stoff macht das Protein sichtbar, das als zentraler Treiber für das Absterben von Nervenzellen bei Parkinson gilt.
Während die Wissenschaft neue Wege zur Früherkennung von Nervenerkrankungen erforscht, können Sie selbst aktiv werden, um Ihre geistige Fitness zu prüfen. Dieser Experten-Test bietet eine erste Einschätzung zu frühen Warnsignalen. Anonymen 2-Minuten-Selbsttest jetzt durchführen
„Die Bildgebung ermöglicht es, krankheitstypische Prozesse direkt im lebenden Gehirn zu beobachten", erklärten die Forscher in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine. Das Verfahren könnte nicht nur die Früherkennung verbessern, sondern auch die Entwicklung neuer Therapien beschleunigen. Denn die Wirkung von Medikamenten auf die Proteinablagerungen wird nun messbar.
Biomarker unterscheidet Krankheitsformen
Parallel dazu gelang einem chinesischen Team ein Fortschritt in der Labordiagnostik. Forscher der Shanghai Jiao Tong Universität identifizierten das Protein TPPP/p25 als entscheidenden Biomarker in der Nervenflüssigkeit. Ihr neu entwickelter Test (TPPP/p25-SAA) unterscheidet Parkinson präzise von der oft schwer abgrenzbaren Multisystematrophie (MSA).
Die Ergebnisse basieren auf der Analyse von über 200 Proben und wurden im Journal Cell veröffentlicht. Während die PET-Bildgebung die räumliche Verteilung im Gehirn zeigt, bietet der labormedizinische Ansatz eine ergänzende Methode zur frühen Differenzialdiagnose.
Bereits im April deuteten Studien darauf hin, dass Infrarot-Sensoren im Blut künftig Parkinson-Risiken mit hoher Sensitivität erkennen könnten. Allerdings stehen dafür noch regulatorische Zulassungen aus.
Moderne Labordiagnostik ist komplex, doch das Verständnis der eigenen Werte ist ein entscheidender Baustein für die langfristige Gesundheit. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen dabei, wichtige Blutparameter und Vitalstoff-Werte richtig einzuordnen. 25-Seiten-Report: Laborwerte richtig deuten
Wirkstoff senkt schädliche Lipide deutlich
Die Fortschritte in der Diagnostik treffen auf eine intensive Phase der Wirkstoffprüfung. Das Unternehmen Gain Therapeutics legte Zwischenergebnisse einer Phase-1b-Studie für den Kandidaten GT-02287 vor. Nach 90 Tagen sank ein spezifisches Lipid (GluSph) in der Nervenflüssigkeit der Probanden um 81 Prozent.
Zudem blieben die klinischen Scores zur Bewertung der motorischen Fähigkeiten über 150 Tage stabil. Das ist ein vielversprechendes Signal für die weitere Entwicklung.
Jupiter Neurosciences startet derweil eine Phase-2a-Studie (RESET). Der Wirkstoff JOTROL wird an 30 Patienten auf Sicherheit und Pharmakokinetik geprüft. Mit Ergebnissen rechnet das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2027.
Ultraschall stoppt Zittern
Neben der medikamentösen Forschung etablieren sich neue interventionelle Verfahren. In Neapel berichteten Ärzte über die erfolgreiche Behandlung der ersten Patientengruppe mit fokussiertem Ultraschall (MRgFUS). Bei den behandelten Parkinson-Patienten reduzierte sich der Tremor um 80 bis 100 Prozent.
Solche präzisen Eingriffe könnte künftig eine neue Software-Plattform unterstützen. Das in Nature Protocols beschriebene System UNITE verarbeitet Bilddaten für personalisierte Hirnstimulation in unter 30 Minuten. Das würde klinische Abläufe deutlich effizienter machen.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
