Parkinson-Diagnose, Bluttest

Parkinson-Diagnose: Bluttest unterscheidet Alzheimer mit 92% Genauigkeit

06.06.2026 - 15:50:56 | boerse-global.de

Studien zeigen: Präzise Messmethoden und Bluttests übertreffen alte Screening-Verfahren bei der Parkinson-Früherkennung deutlich.

Parkinson-Forschung: Neue Bluttests und Sensoren verbessern Diagnose
Parkinson-Diagnose - Hände manipulieren ein leuchtendes Gehirnmodell, umgeben von digitalen Daten und neuronalen Mustern, symbolisiert kognitive Forschung. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Statt komplexer KI-Modelle rückt die Qualität der Messdaten in den Fokus – mit überraschenden Ergebnissen.

Alte Tests sind zu ungenau

Eine im Juni 2026 in npj Digital Medicine veröffentlichte Studie zeigt: Die Vorhersage kognitiver Verschlechterungen bei Parkinson-Patienten scheitert oft an unzureichenden Messmethoden. Während die Klassifikation motorischer Subtypen bereits hohe Genauigkeit erreicht (AUROC=0,869), liefern etablierte Screening-Tests wie der Montreal Cognitive Assessment (MoCA) kaum brauchbare Langzeitprognosen.

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Rund 80 Prozent der Varianz in den MoCA-Domänen entfallen auf statistisches Rauschen. Die Forscher fordern daher einen Strategiewechsel: weg von immer komplexeren Algorithmen, hin zu präziseren Messinstrumenten. Tests wie der Symbol Digit Modalities Test (SDMT) oder der Logical Memory Test schnitten in großen Datensätzen deutlich besser ab als Standard-Screenings.

Sensoren am Handgelenk liefern beste Daten

Parallel dazu arbeiten Forscher an technischen Verfahren zur objektiven Symptom-Erfassung. Die FAIRPARK-II-Studie, veröffentlicht Anfang Juni 2026 in Scientific Reports, untersuchte die optimale Platzierung von Trägheitssensoren (IMUs) bei unbehandelten Patienten. Über zwei Wochen zeigte sich: Sensoren am Handgelenk und am unteren Rücken liefern vergleichbar präzise Daten und sind dem Knöchel überlegen.

Ein Problem bleibt jedoch der Tremor. Hier bietet die Position am unteren Rücken leichte Vorteile.

Wissenschaftler der Polytechnischen Universität Sankt Petersburg entwickelten zudem ein Programm, das die Parkinson-Form per Diskriminanzanalyse prognostiziert – mit einer Genauigkeit von bis zu 96 Prozent. Ein konkretes Ergebnis: Ein niedriger Kupfergehalt im Blut erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Pisa-Syndrom, eine seitliche Neigung des Oberkörpers.

Bluttest unterscheidet Parkinson von Alzheimer

Ein echter Durchbruch zeichnet sich bei proteinbasierten Verfahren ab. Der im April 2026 in Alzheimer's & Dementia vorgestellte Bluttest „GPND-AI“ analysiert 15 Proteine und unterscheidet verschiedene neurodegenerative Erkrankungen. Das System der Washington University erreicht eine Genauigkeit von 92,3 Prozent bei der Abgrenzung von Parkinson, Alzheimer und anderen Demenzformen.

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Basis ist die NULISA-Plattform von Alamar Biosciences.

Für Ende Juni 2026 werden zudem Daten einer Phase-2-Studie des Unternehmens Syntara erwartet. Der Wirkstoff SNT-4728 zielt auf die isolierte REM-Schlaf-Verhaltensstörung (iRBD) ab – ein starker Prädiktor für spätere Parkinson-Erkrankungen. Ziel ist es, durch Reduktion von Neuroinflammation frühzeitig in den Krankheitsverlauf einzugreifen.

Lebensstil hilft – aber nicht jedem

Die NAKO-Gesundheitsstudie der Universität Leipzig zeigt: Der sogenannte LIBRA-Index für Demenzrisiko korreliert bereits bei 20- bis 39-Jährigen mit der kognitiven Leistungsfähigkeit. Bei Jüngeren dominieren Verhaltensfaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel, bei Älteren kardiovaskuläre Risiken.

Doch Vorsicht: Untersuchungen der Kyushu University aus Mai 2026 belegen, dass ein gesunder Lebensstil bei Trägern bestimmter genetischer Merkmale (APOE4-Homozygoten) an Grenzen stößt. Allgemeine Lebensstilempfehlungen reichen hier nicht aus – nötig sind hochspezialisierte Therapieansätze.

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