Paramount, Ynon Kreiz

Paramount: Mattel-Chef Ynon Kreiz wird Co-Chef vor Warner-Übernahme

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Paramount beruft Mattel-Chef Ynon Kreiz an die Konzernspitze. Als Co-Chef soll er ab dem 5. Oktober vor allem das Tagesgeschäft und die Integration von Warner leiten – unmittelbar vor dem geplanten Abschluss der mehr als 110 Milliarden Dollar schweren Übernahme.

Paramount bereitet sich darauf vor, bald die Überahme des Hollywood-Konkurrenten Warner abzuschließen. - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
Paramount bereitet sich darauf vor, bald die Überahme des Hollywood-Konkurrenten Warner abzuschließen. - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa

Paramount beruft Mattel-Chef Ynon Kreiz kurz vor dem geplanten Abschluss der Warner-Übernahme zum Co-Chef des künftigen Medienkonzerns.

Kreiz übernimmt Tagesgeschäft

Kreiz soll den Posten am 5. Oktober antreten. Einen Tag später soll nach der aktuellen Planung der Zusammenschluss von Paramount und Warner vollzogen werden. Er führt das Unternehmen gemeinsam mit dem bisherigen Paramount-Chef David Ellison.

Ellison soll sich in der Doppelspitze um Strategie, die kreative Ausrichtung und Technologie kümmern. Kreiz übernimmt dagegen das Tagesgeschäft sowie die Integration der beiden Konzerne.

Milliarden-Einsparungen geplant

Bei der Zusammenlegung der Studios wird der Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze erwartet. Paramount hat Investoren jährliche Einsparungen von sechs Milliarden Dollar innerhalb von drei Jahren in Aussicht gestellt.

Kreiz hatte bei Mattel einen Sanierungskurs verfolgt, zu dem ebenfalls der Abbau von Arbeitsplätzen gehörte. Bekannt wurde er in Hollywood vor allem durch den Erfolg des vor gut drei Jahren gestarteten Films „Barbie“.

„Barbie“ als Einstieg in Hollywood

Kreiz ließ den Machern des Films rund um Regisseurin Greta Gerwig nach deren Bekunden freie Hand. „Barbie“ wurde zum Kassenschlager und entwickelte sich auch wegen seiner feministischen Botschaft zu einem kulturellen Phänomen des Sommers 2023.

Der Film ließ zeitweise auch den Verkauf der Barbie-Puppen anziehen. Kreiz gab anschließend grünes Licht für weitere Filme rund um Mattel-Spielzeug.

Übernahme auf der Zielgeraden

Der Abschluss der mehr als 110 Milliarden Dollar schweren Warner-Übernahme wurde für die nächsten Tage erwartet. Kalifornien und weitere Bundesstaaten hatten ihre Klage gegen den Deal nach einer Einigung fallen gelassen.

Paramount versprach unter anderem, in den kommenden fünf Jahren mehr Geld für Dreharbeiten in den USA auszugeben und die Gelände beider Studios in Los Angeles zu erhalten.

Kontroverse um CNN

Paramount war vor gut einem Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen worden. Sein Sohn David wurde anschließend Konzernchef. Er will Warner Bros. Discovery übernehmen, um Paramount in der Medienbranche größeres Gewicht zu verschaffen.

Zum Warner-Konzern gehört auch der Nachrichtensender CNN, der wegen seiner häufig kritischen Berichterstattung über US-Präsident Donald Trump besonders im Mittelpunkt der Debatte steht. Trump wettert regelmäßig gegen CNN und verbannte den Sender zuletzt aus dem Weißen Haus.

Larry Ellison gilt als Unterstützer Trumps. Der Paramount-Sender CBS schlug nach der Übernahme durch dessen Familie einen freundlicheren Ton gegenüber dem Präsidenten und seiner Regierung an. Kritiker des Warner-Deals warnten deshalb davor, dass CNN unter der Kontrolle der Ellisons seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Eine Fusion mit hohem Integrationsdruck

Die geplante Übernahme von Warner durch Paramount würde zwei große US-Unterhaltungsunternehmen zusammenführen. Für den neuen Konzern geht es nicht nur um Studios und bekannte Marken, sondern auch um Streaming, Fernsehsender, Produktionsstandorte und den Wettbewerb um attraktive Inhalte. Die angekündigten Einsparungen von sechs Milliarden Dollar binnen drei Jahren zeigen, dass der Zusammenschluss stark auf Kostensenkung ausgerichtet ist.

Ynon Kreiz bringt dafür Erfahrungen aus einem Sanierungsprozess mit. Bei Mattel verband er die Stärkung bekannter Marken mit einer Ausweitung des Filmgeschäfts. Der Erfolg von „Barbie“ machte sichtbar, welches wirtschaftliche Potenzial in der Verbindung von Spielzeug, Kino und Lizenzgeschäft liegen kann. Bei Paramount dürfte seine Aufgabe allerdings wesentlich breiter ausfallen: Die Integration zweier Konzernstrukturen und der erwartete Abbau mehrerer tausend Stellen erhöhen den organisatorischen und sozialen Druck.

Folgen für Medien und Publikum

Besondere Aufmerksamkeit gilt CNN. Der Nachrichtensender gehört zu Warner und würde nach dem Zusammenschluss unter die Kontrolle der Ellison-Familie kommen. Damit verbinden sich wirtschaftliche Interessen mit Fragen zur publizistischen Unabhängigkeit, zumal Paramount zugleich den Sender CBS kontrolliert und die politische Ausrichtung der neuen Eigentümer in den USA kontrovers bewertet wird.

Für Zuschauerinnen und Zuschauer könnten sich mittelfristig Veränderungen bei Serien, Filmen, Nachrichtenangeboten und Streaming-Abonnements ergeben. Kurzfristig steht jedoch die Umsetzung der Fusion im Mittelpunkt: Entscheidend wird sein, ob Paramount die versprochenen Einsparungen erreicht, ohne kreative Produktion, journalistische Eigenständigkeit und wichtige Arbeitsplätze stärker zu beeinträchtigen als geplant.

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