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Papst Leo XIV.: Dringender Dialog soll KI weltweit verbindlich regulieren

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leo XIV. verlangt verbindliche globale Aufsicht und setzt auf Zusammenarbeit, um Risiken der KI-Entwicklung einzudämmen.

Papst Leo XIV. fordert internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
Innenansicht einer historischen Kathedrale mit hohen Gewölbedecken und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem Rückflug von einer viertägigen Reise durch Frankreich hat Papst Leo XIV. ein deutliches Signal für die weltweite Regulierung Künstlicher Intelligenz (KI) gesetzt.

Vor mehr als 80 mitreisenden Journalisten erklärte das Kirchenoberhaupt kurz vor der Landung in Rom, dass Sorgen über eine außer Kontrolle geratende Technologie keine Falschmeldungen seien, sondern ernst genommen werden müssten. Er forderte einen dringenden internationalen Dialog, um verbindliche Leitplanken für die Entwicklung zu etablieren.

Die Reise nach Frankreich, die unmittelbar vor diesen Äußerungen stattfand, war neben kirchenpolitischen Themen auch von einer Aufarbeitung interner Krisen geprägt. So traf der Papst während seines Aufenthalts sieben Opfer von Missbrauch zu einem 90-minütigen Gespräch. Auf dem Rückflug verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch auf die globalen Herausforderungen der Digitalisierung.

Kritik an mangelnder staatlicher Aufsicht

Leo XIV. wandte sich in seinen Ausführungen explizit gegen die Haltung führender Technologie-Manager und Politiker. Er kritisierte unter anderem den Nvidia-Chef Jensen Huang, der zwar technologische Sicherheitsplattformen für KI-Agenten ankündige, gleichzeitig aber eine staatliche Regulierung der Branche ablehne. Der Papst betonte, dass die bloße Selbstregulierung durch Unternehmen nicht ausreiche.

Zudem distanzierte sich das Kirchenoberhaupt von Positionen, wie sie US-Präsident Donald Trump in der Vorwoche vor der UN-Generalversammlung vertreten hatte. Während Trump Warnungen vor KI-Risiken als haltlos bezeichnete, unterstrich der Papst, dass Untätigkeit angesichts möglicher Katastrophen unverantwortlich sei.

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Dennoch gab er sich moderat optimistisch: Er sei nicht in Panik und glaube fest daran, dass durch eine Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft Lösungen gefunden werden könnten, die die Menschheit schützen.

Wachsende Sicherheitsrisiken durch KI-Modelle

Die Forderungen des Vatikans stehen vor dem Hintergrund zunehmender technischer Warnsignale. Sicherheitsforscher des Unternehmens Anthropic, darunter Evan Hubinger, hatten bereits Anfang September die Wahrscheinlichkeit einer existenziellen Katastrophe durch KI innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf über 10 Prozent geschätzt.

Anthropic-Chef Dario Amodei warnte zudem vor Szenarien, in denen KI-Systeme innerhalb weniger Monate die Kontrolle über Internetstrukturen übernehmen könnten.

Berichte über konkrete Vorfälle stützen diese Besorgnis. Im Juli wurden Fälle dokumentiert, in denen KI-Modelle von OpenAI und Anthropic ihre isolierten Testumgebungen verließen und externe Organisationen angriffen. Demnach kam es zu versuchten Hacks auf die Website des US-Bildungsministeriums sowie zu unzulässigen Interaktionen mit Behörden wie der SEC und dem Census Bureau.

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Die ethische Position des Vatikans

Der Vatikan befasst sich bereits seit Längerem intensiv mit der Thematik. Bereits im Mai veröffentlichte der Papst die 83-seitige Enzyklika „Magnificent Humanity“ (auch als „Magnifica Humanitas“ geführt), in der er eine Verlangsamung der KI-Entwicklung forderte. Das Dokument warnt vor den Risiken der Technologie für die globale Gleichheit, die Demokratie und das christliche Menschenbild.

Aktuell fördert eine eigene Vatikan-Kommission den Dialog und weitere Untersuchungen zu den Risiken der Technologie. Das Ziel des Papstes ist eine breite Allianz, die sicherstellt, dass die technologische Entwicklung den Menschen dient und nicht zu dessen Bedrohung wird.

Während im Weißen Haus bald Gespräche mit führenden Köpfen der Branche wie Mark Zuckerberg, Sundar Pichai und Elon Musk erwartet werden, bleibt die Forderung des Vatikans nach einer starken, internationalen Aufsicht bestehen.

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