Pankreaskarzinom: Neues Medikament verdoppelt Überlebenszeit
04.06.2026 - 20:54:42 | boerse-global.de
Während neue Medikamente selbst bei schwersten Krebserkrankungen Hoffnung geben, kämpfen Gesundheitssysteme in Europa und Asien mit der Finanzierung.
Neue Hoffnung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Besonders vielversprechend sind die jüngsten Fortschritte bei einer der tödlichsten Krebserkrankungen: dem Pankreaskarzinom. In einer Phase-III-Studie mit 500 Patienten zeigte das Medikament Daraxonrasib eine mediane Überlebenszeit von 13,2 Monaten – mehr als doppelt so lange wie die 6,6 Monate unter Standardchemotherapie. Das von Revolution Medicines entwickelte orale Medikament blockiert das mutierte KRAS-Gen, das bei rund 90 Prozent aller Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankungen eine Rolle spielt.
Anzeige: Das neue Medikament Daraxonrasib verdoppelt die Überlebenszeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs – doch viele Krankenkassen zögern bei der Kostenübernahme. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, welche neuen Therapien es gibt und wie Sie die Finanzierung für Ihren Angehörigen sichern. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die Forscher des Dana-Farber Cancer Institute betonen: Eine Heilung ist es nicht. Aber die Lebensqualität der Patienten ist deutlich besser. Nur 43,6 Prozent erlitten schwere Nebenwirkungen, während es bei der Chemotherapie 57,5 Prozent waren.
Auch beim Kopf-Hals-Tumor gibt es Fortschritte. Der bispezifische Antikörper Amivantamab, der die Rezeptoren EGFR und MET blockiert, zeigte in der OrigAMI-4-Studie bei 102 Patienten eine Ansprechrate von 42 Prozent. 15 Prozent der Teilnehmer erreichten sogar eine vollständige Remission. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung betrug im Median 6,8 Monate.
Die Kostenfrage: Asien ringt um Zugang
Doch der medizinische Fortschritt hat seinen Preis – und der ist in Schwellenländern besonders schmerzhaft spürbar. In Vietnam werden jährlich rund 180.000 neue Krebsfälle diagnostiziert. Ein 21-tägiger Zyklus Immuntherapie kostet umgerechnet rund 2.000 Euro. Für einen 60 Kilogramm schweren Patienten schlägt eine dreimonatige Behandlung mit Amivantamab mit etwa 52.000 Euro zu Buche.
Im zweiten Quartal 2026 will Vietnam erstmals seit acht Jahren seine nationale Krankenversicherungsliste umfassend aktualisieren. Ziel: Die Eigenbeteiligung der Patienten an den Kosten für zielgerichtete Therapien und Immuntherapien senken. Ärzte hoffen, dass die neue Liste zwischen 30 und 50 Prozent der Behandlungskosten abdecken wird.
Deutschlands Sparkurs: 16,3 Milliarden Euro bis 2027
Auch in Deutschland wird der Rotstift angesetzt – allerdings von der anderen Seite. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ein „Spargesetz" vorgelegt, das die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stabilisieren soll. Das Paket sieht Entlastungen von 16,3 Milliarden Euro bis 2027 vor.
Die Maßnahmen im Einzelnen:
- Der Festzuschuss für Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 Prozent
- Praxisüberweisungen für Terminvergaben werden gestrichen
- Apotheken und Pharmahersteller müssen höhere Rabatte gewähren
Am 12. Juni stimmt der Bundesrat über das Gesetz ab. Die Länderkammer sorgt sich um die Krankenhausfinanzierung. Die Warnung aus Bremen und Niedersachsen: Werden die Tariflöhne nicht vollständig refinanziert, droht eine Versorgungskrise in der Pflege.
Barmer-Chef Christoph Straub verteidigt das Paket als längst überfällige Anpassung der Ausgaben an die Einnahmen. Die Regionalpolitiker sehen das anders – sie fürchten eine Welle von Klinikinsolvenzen.
Pflegereform: 20 Milliarden Euro bis 2030
Anzeige: Angst vor Nebenwirkungen der Chemotherapie? Das neue Medikament Daraxonrasib zeigt nicht nur doppelt so lange Überlebenszeit, sondern auch deutlich weniger schwere Nebenwirkungen (43,6% vs. 57,5%). Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Ihren Onkologen auf zielgerichtete Therapien ansprechen und die Kostenübernahme beantragen. Ratgeber zu neuen Therapien jetzt sichern
Parallel zum GKV-Sparpaket treibt Warken das Pflegeneuordnungsgesetz voran. Der Grund: Der sozialen Pflegeversicherung (SPV) droht ein Defizit von 7,6 Milliarden Euro bis 2027 – und von 17,4 Milliarden Euro bis 2030.
Die Reform soll Einsparungen und Mehreinnahmen von über 20 Milliarden Euro bis 2030 bringen. Vorgesehen sind:
- Eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze
- Ein Zuschlag von 0,7 Prozent für Kinderlose
- Beitragspflicht für Minijobs
- Verzögerung der Dynamisierung von Pflegeheimzuschüssen
- Ab 2028: Ende der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner
Grüne und Linke warnen vor steigender Altersarmut. Die zentrale Frage bleibt: Wie lässt sich der medizinische Fortschritt finanzieren, ohne dass Patienten den Zugang zu lebensverlängernden Therapien verlieren? Sozialverbände fordern ein nachhaltiges Modell – die Antwort darauf ist offen.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
