PAN-OS-Lücke, CVE-2026-0257

PAN-OS-Lücke CVE-2026-0257: CISA ordnet sofortiges Patchen an

02.06.2026 - 07:18:09 | boerse-global.de

US-Behörde stuft Sicherheitslücke in Palo-Alto-Firewalls als kritisch ein. Angreifer nutzen gefälschte Cookies für Netzwerkzugriff.

PAN-OS-Lücke CVE-2026-0257: CISA ordnet sofortiges Patchen an - Bild: über boerse-global.de
PAN-OS-Lücke CVE-2026-0257: CISA ordnet sofortiges Patchen an - Bild: über boerse-global.de

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat Bundesbehörden angewiesen, eine kritische Sicherheitslücke in Palo Alto Networks' Firewall-Software PAN-OS umgehend zu schließen. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-0257 ermöglicht Angreifern, sich als lokale Administratoren auszugeben und komplette Firmennetzwerke zu kompromittieren.

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Am 29. Mai wurde der Fehler in den Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen – mit einer Patchnachfrist bis zum 1. Juni. Das ist ungewöhnlich knapp und zeigt die Dringlichkeit.

Gefälschte VPN-Cookies als Einfallstor

Die Sicherheitslücke steckt im GlobalProtect-Portal und -Gateway von PAN-OS. Das Problem: Die Software prüft nach der Entschlüsselung von Authentifizierungs-Cookies nicht, ob diese auch wirklich gültig sind. Angreifer können sogenannte „Authentication Override"-Cookies fälschen – und zwar mit öffentlichen Schlüsseln aus HTTPS-Zertifikaten.

Das Sicherheitsunternehmen Rapid7 bestätigt: Ein Angreifer kann sich damit als lokaler Administrator anmelden. In beobachteten Fällen wies das System dem Angreifer sogar eine echte VPN-IP-Adresse zu – der komplette Netzwerkzugriff war frei.

Die Bewertung des Risikos wurde nach oben korrigiert: Lag der CVSS-Score zunächst bei 7,8, stufte man ihn später auf 9,1 hoch – in manchen Konfigurationen sogar als kritisch.

Zwei Angriffswellen binnen weniger Tage

Die aktive Ausnutzung begann bereits am 17. Mai – nur vier Tage, nachdem Palo Alto Networks am 13. Mai einen ersten Patch veröffentlicht hatte. Sicherheitsforscher identifizierten zwei Angriffswellen:

  • Welle 1 (18. Mai): Die Täter nutzten die Infrastruktur von Vultr und griffen mehrere Organisationen an.
  • Welle 2 (21. Mai): Der gleiche Akteur wechselte zu Dromatics Systems. Die Erfolgsquote für vollständige VPN-Sitzungen stieg.

Rapid7 untersuchte zehn betroffene Kunden: In acht Fällen akzeptierte das System die gefälschten Cookies. Zwar führte nicht jeder Versuch zu einer vollständigen VPN-Sitzung, doch die administrative Authentifizierung gelang durchgängig. Bislang wurde keine laterale Bewegung innerhalb der Netzwerke beobachtet – die Gefahr bleibt aber hoch.

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Welche Systeme betroffen sind und was jetzt zu tun ist

Die Schwachstelle betrifft mehrere PAN-OS-Versionen: 10.2, 11.1, 11.2 und 12.1 sowie den Cloud-Dienst Prisma Access.

Palo Alto Networks und die CISA empfehlen:

  1. Sofort Patchen – die verfügbaren Updates einspielen
  2. „Authentication Override" deaktivieren – falls Patchen nicht sofort möglich
  3. Dedizierte Zertifikate verwenden – kein wiederverwendetes Zertifikat für die Cookie-Verschlüsselung

Sicherheitsforscher haben zudem Proof-of-Concept-Code und Indikatoren für Kompromittierung (IoCs) veröffentlicht. IT-Teams sollten ihre Logs dringend auf unautorisierte lokale Admin-Logins oder ungewöhnliche Hostname-Aktivitäten prüfen.

Für Unternehmen in Deutschland, die Palo-Alto-Firewalls einsetzen, gilt: Die Angreifer sind aktiv, die Methode ist dokumentiert – und der Patch liegt seit Wochen bereit. Wer jetzt nicht handelt, spielt mit dem Feuer.

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