PAH-Patienten, Leber-Funktionsstörungen

PAH-Patienten: Leber-Funktionsstörungen senken Gehstrecke um 58 Meter

07.06.2026 - 14:11:09 | boerse-global.de

Fortschritte in der Pneumologie: Bluttests erkennen Lungenkrebs Jahre vor der Diagnose, FeNO-Messung senkt Asthma-Kosten.

Lungenheilkunde: Neue Studien zu PAH, Asthma und Krebs-Früherkennung
PAH-Patienten - Ein detailliertes Modell einer menschlichen Lunge mit leuchtend blauen Venen, die hohen Blutdruck symbolisieren, umgeben von medizinischen Geräten. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders bei Lungenhochdruck, Asthma und der Früherkennung von Lungenkrebs zeigen aktuelle Studien neue Perspektiven auf.

Therapieerfolge bei Lungenhochdruck

Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) gilt als seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung. Unbehandelt führt sie häufig zum Tod. Moderne Therapiestrategien haben die Überlebensrate der Betroffenen deutlich gesteigert. Heilbar ist die Krankheit zwar nicht – aber eine engmaschige Betreuung verbessert die Lebensqualität wesentlich.

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Besonders häufig sind junge Frauen betroffen. Die Symptome sind oft unspezifisch, weshalb die Diagnose meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium erfolgt. Experten fordern daher eine frühzeitige Erkennung, um den Krankheitsverlauf stabilisieren zu können.

Neue Erkenntnisse zur Lungen-Leber-Achse

Wissenschaftler erweitern ihr Verständnis über die systemischen Auswirkungen von Lungenhochdruck. Eine am 5. Juni in der Fachzeitschrift „Comprehensive Physiology“ veröffentlichte Studie liefert Hinweise auf eine sogenannte Lungen-Leber-Achse bei PAH-Patienten.

Die Untersuchung von 25 Patienten ohne primäre Lebererkrankung ergab: Subtile Funktionsstörungen der Leber korrelieren mit schlechterer körperlicher Leistungsfähigkeit. Patienten mit höheren Leber-Risiko-Scores wiesen einen gesteigerten pulmonal-vaskulären Widerstand auf. In der klinischen Erprobung zeigte sich das unter anderem in der 6-Minuten-Gehstrecke: Betroffene mit höheren Werten schafften im Schnitt nur 353 Meter, während Patienten mit niedrigeren Scores 411 Meter erreichten. Forscher beobachteten zudem eine erhöhte Aktivität von Entzündungsgenen in den Lungenzellen.

Asthma-Diagnostik mit Einsparpotenzial

Neben der Behandlung des Lungenhochdrucks steht die Optimierung der Asthma-Versorgung im Fokus. Ein im April veröffentlichtes Positionspapier führender pneumologischer Fachgesellschaften – darunter die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) – hebt das Potenzial der FeNO-Messung hervor.

Dieses Verfahren misst Stickoxid in der Ausatemluft. Damit könnte die Versorgung von rund fünf Millionen Asthma-Patienten in Deutschland verbessert werden. Die Autoren gehen von jährlichen Einsparungen von bis zu 300 Millionen Euro aus. Grund: Die Rate schwerer Krankheitsausbrüche (Exazerbationen) ließe sich um bis zu 40 Prozent senken. In der Schweiz, Großbritannien und Tschechien gehört das Verfahren bereits zur Kassenleistung. In Deutschland wurde ein Antrag auf Methodenbewertung beim Gemeinsamen Bundesausschuss eingeleitet.

Transplantation als letzte Option

Trotz verbesserter medikamentöser Optionen bleibt für Patienten mit weit fortgeschrittenen Lungenschäden – etwa durch schwere Lungenfibrose – oft nur die Transplantation. Aktuelle Berichte aus Norwegen vom Juni verdeutlichen die Komplexität dieser Eingriffe. Eine Listung für eine Spendenlunge erfolgt in der Regel erst, wenn die Lebenserwartung ohne Eingriff bei etwa einem Jahr liegt.

In Deutschland bleibt die Zahl der Organspenden im internationalen Vergleich weiterhin niedrig. Grund sind regulatorische Hürden, wie Analysen Anfang Juni bestätigten. Das verschärft die Situation für Patienten, deren Zustand sich innerhalb weniger Monate dramatisch verschlechtert.

Früherkennung durch innovative Verfahren

Parallel zu den therapeutischen Fortschritten gewinnen neue Diagnosewerkzeuge an Bedeutung. Seit April ist in Deutschland ein neues Lungenkrebs-Screening für Risikopersonen etabliert. Ergänzt wird das durch internationale Forschungsergebnisse zu Bluttests.

Eine am 6. Juni vorgestellte Studie mit über 48.000 Teilnehmern identifizierte eine Kombination aus 14 Eiweißen im Blut. Diese können bereits fünf Jahre vor einer klinischen Diagnose auf ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko hinweisen. Das Modell erreichte eine Erkennungsrate von 78 Prozent und übertraf damit bisherige Vergleichsmodelle deutlich.

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