Padel und Gelenke: Orthopäde rät Einsteigern zu langsamem Trainingsaufbau
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Rückschlagsportart Padel verzeichnet weltweit einen starken Zulauf. Das Spiel kombiniert Elemente aus Tennis sowie Squash, wird üblicherweise im Doppel ausgetragen und bezieht die Wände des Spielfelds aktiv ein. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die dynamische Sportart erhebliche Anforderungen an den Körper stellt.
Nach Einschätzung von Prof. Sven Ostermeier, Orthopäde an der Gelenk-Klinik Gundelfingen, sollten Einsteiger ihre Trainingszeit zunächst langsam aufbauen, regelmäßige Pausen einlegen und das Pensum nur schrittweise steigern, um Gelenkproblemen vorzubeugen.
Hohe Dynamik fordert Muskeln und Gelenke
Aus sportmedizinischer Sicht bietet Padel zahlreiche Vorzüge für die Fitness. Nach Angaben von Ostermeier trainiert die Mischung aus schnellen Ballwechseln und Laufarbeit das Herz-Kreislauf-System, die Beweglichkeit, die Koordination sowie die Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.
Gleichzeitig ist das Spiel von hoher Intensität geprägt. Zahlreiche Stopps, Sprünge, abrupte Richtungswechsel, Drehungen und wiederholtes Hocken belasten Knie, Sehnen und die Muskulatur stark.
Wer bereits unter Beschwerden leidet, insbesondere am Knie, sollte vor den ersten Einheiten eine ärztliche Absicherung einholen. Bei bestehenden Problemen an Schulter oder Ellenbogen rät Ostermeier sogar vollständig vom Padelspiel ab.
Um das Verletzungsrisiko im Vorfeld zu senken, empfiehlt sich ein gründliches Aufwärmen vor dem Match, etwa durch Hampelmänner, Armkreise und Kniebeugen oder alternativ durch das Radfahren zur Spielstätte. Auf dem Platz bieten spezielle Padelschuhe Halt und schützen Sprunggelenke sowie die Achillessehnen. Nach der Partie gehören Dehnübungen und ein anschließender Erholungstag zur Regeneration.
Häufige Verletzungsmuster und Warnsignale
Mediziner differenzieren bei den Ursachen für körperliche Beschwerden zwischen Leistungsstufen. Dr. Mikhail Kasatkin und Dr. Tatiana Lukyanova führen Blessuren bei Amateuren vor allem auf Mängel in der Technik, ein unzureichend ausgebildetes Muskelkorsett und Übereifer zurück, während bei Profisportlern das hohe Trainingsvolumen und Verschleißerscheinungen dominieren.
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Zu den typischen Padel-Verletzungen zählt der sogenannte Padel-Ellbogen, medizinisch als Epicondylitis bekannt. Warnzeichen eines Tennisarms wie Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens durch einseitige Belastungen und Mikrorisse sollten Betroffene ernst nehmen und mit einer Spielpause reagieren.
Weitere häufige Problemzonen sind das Sprunggelenk durch Umknicken bei seitlichen Schritten, Bremsmanövern oder Landungen sowie das Knie, bei dem Meniskus und Bänder durch Bremsen und Rotieren auf dem Standbein gefährdet sind.
Treten während des Spiels Schmerzen, lokalisierte Gelenk- und Sehnenbeschwerden, Schwellungen, Hämatome, Gelenkinstabilitäten oder Ruheschmerzen auf, sollte das Match abgebrochen und ein Arzt konsultiert werden. Als Akutmaßnahme gilt Kühlen über einen Zeitraum von bis zu 20 Minuten mittels eines Tuchs, das Anlegen eines Stützverbands und Hochlagern. Wärme sowie Massagen sollten in den ersten Tagen vermieden werden.
Gezielte Vorbereitung und begleitendes Krafttraining
Zur Vermeidung von Überlastungen empfehlen Kasatkin und Lukyanova ein rund zehnminütiges dynamisches Aufwärmprogramm, Padel- oder Tennisschuhe mit festem Seitenhalt und gezieltes Krafttraining für Knie, Sprunggelenk, Schulterrotatoren und die Rumpfmuskulatur.
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Auch Trainer betonen die Relevanz eines begleitenden Aufbautrainings. Coach Fernando Surya verweist darauf, dass Aktive teils zwei bis drei Stunden pro Einheit auf dem Spielfeld verbringen. Er empfiehlt mindestens zwei Krafttrainingstage pro Woche als Basis.
Übungen für Arme, Schultern, Hüfte, Gesäß und den unteren Rücken – wie etwa Kniebeugen, Wadenheben und Seitwärtsbewegungen – bereiten den Bewegungsapparat auf die repetitiven Beanspruchungen vor. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Training, Intensitätssteuerung und Erholung mindere die Verletzungsgefahr nachhaltig.
