Padel-Boom in Deutschland: 2.200 Plätze an mehr als 600 Standorten
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Trendsportart Padel verzeichnet in Deutschland ein starkes Wachstum, wobei Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle einnimmt. Sowohl privatwirtschaftliche Investoren als auch kommunale Träger und Sportvereine investieren zunehmend in neue Spielflächen, um der steigenden Nachfrage nachzukommen.
Neben großen kommerziellen Hallenkomplexen entstehen derzeit auch im ländlichen Raum durch gezielte Förderungen moderne Anlagen auf bisher ungenutzten Vereinsarealen.
Großprojekte und Vereinsmodernisierungen treiben das Wachstum
In Oelde entsteht an der Von-Büren-Allee eine neue Großanlage. Die Eröffnung der Halle ist für den 11. Oktober 2026 geplant. Auf einer Innenfläche von 2100 m² sowie einem Außenbereich von 1000 m² bietet der Standort insgesamt neun Padel-Plätze.
Betreiber der Anlage ist der Motions Racket Club, der bundesweit Padel-Standorte entwickelt. Dessen Mitgründer Christian Miele erklärte, die Nachfrage liege deutlich über der Zahl der verfügbaren Plätze, und stufte die Oelder Halle als so gut wie einzigartig in Nordrhein-Westfalen ein.
Parallel dazu rüsten kleinere Vereine ihre bestehende Infrastruktur um. In Blankenheim-Reetz plant der TV Rot-Weiß Reetz, der 60 Mitglieder zählt, den Umbau seines ungenutzten dritten Tennisplatzes in einen Padel-Doppelcourt.
Das Vorhaben ist mit Gesamtkosten von rund 270.000 Euro veranschlagt, wovon die Courts inklusive Bodenplatte und Statik rund 180.000 Euro ausmachen. Für die Finanzierung liegt ein Förderbescheid des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW über 213.000 Euro vor, was 70 Prozent der Gesamtkosten abdeckt.
Die verbleibende Summe soll als Eigenanteil durch die Gemeinde getragen werden. Eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung liegt vor, die endgültige Entscheidung des Gemeinderats steht für den 8. Oktober an. Nach vorbereitenden Arbeiten im Jahr 2026 soll der Aufbau im ersten Halbjahr 2027 erfolgen.
Während die Zahl der Padel-Plätze in Deutschland sich binnen eines Jahres auf rund 2.200 verdoppelt hat, stehen viele Vereine vor derselben Frage: Wie wird ein ungenutzter Tennisplatz förderfähig umgebaut? Ein Praxisbeispiel zeigt, dass bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten über Landesmittel gedeckt werden können. Der kostenlose Leitfaden führt Sie in drei Schritten von der Förderprüfung über den Kostenplan bis zum Betreiber-Modell. Padel-Leitfaden für Vereine jetzt anfordern
Öffentliche Fördermittel stärken den ländlichen Raum
Die Maßnahme in Reetz ist Teil einer umfassenderen Förderung im Kreis Euskirchen. Dort erhalten sechs Kommunen insgesamt 910.000 Euro an Fördermitteln. Zu den Begünstigten gehört unter anderem Mechernich mit 591.000 Euro für drei Vorhaben. Weitere Gelder fließen nach Hohn-Kolvenbach mit 33.000 Euro sowie an den SV Rhenania Bessenich mit 148.000 Euro. Diese Zuwendungen ermöglichen es den Vereinen, ihre Sportangebote zeitgemäß zu erweitern.
Bundesweiter Trend und internationale Spitzenwettkämpfe
Die Entwicklungen in den Kommunen spiegeln die bundesweite Dynamik wider. Nach Angaben von Padelfinder.de existierten im September 2026 rund 2.200 Plätze an über 600 Standorten in ganz Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr, als knapp 1.100 Plätze registriert waren, hat sich die Anzahl damit binnen zwölf Monaten verdoppelt. Auf Nordrhein-Westfalen entfallen rund 680 Courts.
Auf internationaler Ebene verzeichnete der Weltverband FIP in einem Bericht aus dem Jahr 2025 weltweit rund 77.300 Plätze und über 35 Millionen Spieler. Spitzenreiter bei der Infrastruktur sind Spanien mit mehr als 17.300 Courts sowie Italien mit mehr als 10.200 Plätzen.
Rund 270.000 Euro Gesamtkosten für einen einzelnen Padel-Doppelcourt — für einen Verein mit 60 Mitgliedern ist das ohne Förderung nicht stemmbar. Genau deshalb entscheidet die Finanzierungskonstruktion, ob Ihr Projekt zustande kommt oder im Ausschuss hängen bleibt. Der Leitfaden zeigt, welche Förderwege für Sportanlagen infrage kommen und wie Sie den kommunalen Eigenanteil sauber begründen. Förder- und Finanzierungsplan jetzt sichern
Die wachsende Popularität zeigt sich auch im Spitzensport. Im Düsseldorfer Stadtteil Reisholz findet im „Castello“ vom 4. bis 11. Oktober 2026 ein Turnier der Premier-Padel-Serie statt. Das Halbfinale am 10. Oktober und die Finalspiele beider Geschlechter am 11. Oktober in der bis zu 3.300 Zuschauer fassenden Halle sind nach Angaben des Veranstalters ausverkauft.
Auf dem Feld treffen etablierte Weltranglistenerste wie Arturo Coello und Agustin Tapia oder Gemma Triay und Delfi Brea auf deutsche Starter wie Agustin Reca und den 17-jährigen Jonas Trümpler. Das Zusammentreffen von Spitzensportveranstaltungen und dem kontinuierlichen Ausbau von Breitensportanlagen unterstreicht die Etablierung des Sports im Land.
