Overthinking: 39,7% der 18-24-Jährigen grübeln täglich
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Phänomen des sogenannten Overthinking, das übermäßige und oft unproduktive Nachdenken über vergangene oder bevorstehende Ereignisse, stellt insbesondere für junge Erwachsene eine erhebliche Belastung dar. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Censuswide im Auftrag von Mars Wrigley zeigt, dass diese Verhaltensweise in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet ist und die Produktivität sowie das Wohlbefinden beeinflusst.
Diskrepanz zwischen den Generationen
Die Ergebnisse der Umfrage unter 2000 Deutschen ab 18 Jahren verdeutlichen, dass das Grübeln kein Randphänomen ist. Insgesamt gaben 82,9 % der Befragten an, gelegentlich in solche Gedankenspiralen zu geraten. Besonders besorgniserregend ist jedoch die Intensität: 48,6 % der Teilnehmer gaben an, viel oder sogar ständig zu grübeln.
Ein detaillierter Blick auf die Altersstruktur offenbart signifikante Unterschiede. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen identifizierten die Marktforscher als besonders gefährdet. In dieser Altersklasse gaben 39,7 % an, täglich unter Overthinking zu leiden. Im Vergleich dazu zeigt sich die Generation der über 55-Jährigen deutlich resilienter oder gelassener; hier berichteten lediglich 16,2 % der Befragten von täglichen Grübelattacken.
Alltagssituationen und soziale Verpflichtungen als Hauptauslöser
Die Ursachen für das übermäßige Nachdenken liegen meist nicht in lebensverändernden Krisen, sondern in gewöhnlichen Alltagssituationen, was 91,9 % der Befragten bestätigten. Ein zentraler Belastungsfaktor ist dabei die Reflexion über soziale Zusagen. Der am häufigsten genannte Auslöser, den 27,6 % der Teilnehmer anführten, war die nachträgliche Frage nach dem Grund für eine bereits erfolgte Terminzusage. Die Unsicherheit darüber, ob eine Verpflichtung vorschnell eingegangen wurde, scheint demnach eine erhebliche mentale Last zu erzeugen.
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Auch die digitale Kommunikation spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Overthinking. Ein unbeantworteter Chat führt bei vielen Menschen zu Unsicherheit, wobei hier geschlechtsspezifische Unterschiede messbar sind. Während 31,9 % der Frauen angaben, dass eine fehlende Antwort das Grübeln auslöst, war dies bei den Männern bei 23,0 % der Fall.
Unsicherheit in der digitalen Korrespondenz
Die Studie vom Juli 2026 belegt zudem ein hohes Maß an Selbstkontrolle bei der Nutzung von Messengerdiensten. Ein Großteil der Bevölkerung neigt dazu, bereits versendete Nachrichten mehrfach zu überprüfen. Laut den Daten lesen 77,3 % der Befragten ihre Mitteilungen mindestens einmal erneut. Fast 40 % (39,9 %) kontrollieren ihre Nachrichten sogar mindestens zweimal.
Dieses Verhalten ist in der jüngsten untersuchten Altersgruppe am stärksten ausgeprägt. Bei den 18- bis 24-Jährigen gaben 65,1 % an, ihre Nachrichten nach dem Absenden zweimal oder noch häufiger zu prüfen. Dieses wiederholte Validieren der eigenen Kommunikation gilt als klassisches Symptom für Overthinking und kann den mentalen Fokus von anderen Aufgaben abziehen.
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Strategien zur Bewältigung der Gedankenspiralen
Trotz der hohen Verbreitung von Overthinking zeigt die Untersuchung auch Ansätze zur Bewältigung auf. Die Befragten nannten verschiedene Methoden, die ihnen dabei helfen, die unproduktiven Gedankengänge zu stoppen. Als besonders wirksam wurden allgemeine Beschäftigung, körperliche Bewegung bei einem Spaziergang sowie das bewusste Einlegen einer Pause bewertet. Diese Maßnahmen dienen dazu, den Fokus vom internen Grübeln zurück auf die äußere Umgebung oder eine konkrete Tätigkeit zu lenken.
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