Outlook-Umbau, Client

Outlook-Umbau: Neuer Client verbraucht 4x mehr RAM als Classic

20.06.2026 - 06:14:12 | boerse-global.de

Der neue Outlook-Client für Windows leidet unter Verzögerungen und hohem Speicherverbrauch. Microsoft verschiebt die Migration auf 2027.

Neuer Microsoft Outlook: Performance-Probleme und Offline-Update
Outlook-Umbau - A hand over a keyboard with a holographic projection of slow-loading email icons, symbolizing technical issues and performance gaps. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Tests zeigen deutliche Geschwindigkeits- und Effizienznachteile gegenüber der klassischen Version – und das, obwohl der Software-Riese im Juni lang erwartete Funktionen wie Offline-Anhänge ausrollt.

Anzeige

Über 40.000 Nutzer schwören auf diesen gratis Ratgeber für schnellere Mails, bessere Kalendernutzung und reibungslose Synchronisation mit dem Smartphone. 7 Zeitspar-Tricks, die Outlook-Profis täglich nutzen – jetzt kostenlos entdecken

Verzögerte Benachrichtigungen durch Web-Architektur

Ein zentrales Problem für professionelle Anwender: die Reaktionszeit bei Systembenachrichtigungen. Technische Evaluierungen vom Juni 2026 belegen, dass der neue Outlook – basierend auf dem WebView2-Framework – bis zu zehn Sekunden benötigt, um eine E-Mail aus einer Windows-11-Benachrichtigung zu öffnen. Die Classic-Version erledigt denselben Vorgang nahezu augenblicklich.

Der Grund liegt in der Architektur: Der neue Outlook läuft mit rund zehn Hintergrundprozessen und verhält sich eher wie ein Webbrowser denn als native Desktop-Anwendung. Branchenbeobachter berichten, dass Microsoft zwar verschiedene Programmierschnittstellen zur Verbesserung des Nachrichten-Timings getestet hat, die Verzögerung im Client jedoch bislang nicht behoben werden konnte.

Hoher Ressourcenverbrauch im Leerlauf

Neben der Geschwindigkeit fällt der Speicherhunger des neuen Clients ins Gewicht. Im Leerlauf verbraucht die Anwendung zwischen 490 MB und 636 MB RAM – die Classic-Version begnügt sich mit 117 MB bis 148 MB. Auch die CPU-Auslastung unterscheidet sich: rund vier Prozent beim neuen Outlook gegenüber unter einem Prozent beim alten.

In Fachforen berichten Nutzer zudem, dass die reine Webversion von Outlook im Browser oft schneller sei als der dedizierte neue Desktop-Client. Ein vernichtendes Urteil über die Effizienz des WebView2-basierten Wrappers.

Offline-Support: Ein Schritt in die richtige Richtung

Trotz der Performance-Probleme treibt Microsoft die Funktionsentwicklung voran. Seit Juni 2026 können Nutzer E-Mail-Anhänge auch im Offline-Modus hinzufügen. Die seit Oktober 2025 getestete Funktion stellt Nachrichten und Anhänge lokal in eine Warteschlange und sendet sie automatisch, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist.

Anzeige

Der gratis Outlook-Spezialkurs liefert zweimal pro Woche praktische Tipps, mit denen selbst Einsteiger Outlook wie ein Profi beherrschen. Über 40.000 Deutsche nutzen bereits diesen kostenlosen Outlook-Kurs – und das aus gutem Grund

Der Zugewinn adressiert einen zentralen Schmerzpunkt im digitalen Arbeitsalltag: Einer Forrester-Studie von 2023 zufolge verlieren Angestellte täglich 27 bis 30 Minuten durch Verbindungsprobleme. Mit der neuen Offline-Funktion nähert sich Outlook der Konkurrenz von Gmail oder Thunderbird an.

Zeitplan für die Migration verschoben

Microsoft hat angesichts der noch bestehenden Lücken den Zeitplan für Unternehmen angepasst. Die verpflichtende Migration, die den Wechsel vom Classic-Client erzwingen sollte, wurde auf März 2027 verschoben.

Bis dahin sind weitere Updates geplant:

  • Juni 2026: Integration von .PST-Dateien und Serienbrief-Funktion
  • Juni 2026: Gruppierte E-Mail-Benachrichtigungen (Ausrollen bis Mitte Juli)
  • August 2026: Einführung eines Unified-Posteingangs

Bereits im März und Mai kamen Ordnersuche, Unterstützung für freigegebene Postfächer und automatisch zugeordnete Kalender hinzu. Dennoch bleiben einige Legacy-Funktionen exklusiv der alten Version vorbehalten. So hat Microsoft etwa kürzlich die Möglichkeit wiederhergestellt, einzelne AutoComplete-Einträge in der Classic-Version zu löschen – eine Funktion, die im neuen Outlook und seiner Web-Variante weiterhin fehlt.

de | wissenschaft | 69587467 |