Outlook-Abschaltung gestoppt: Microsoft behält Klassiker bis 2029
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern reagiert auf Nutzerproteste und verschiebt die geplante Abschaltung der erweiterten Personenansicht im klassischen Outlook. Ein Sieg für Traditionalisten?
Strategischer Rückzieher
Microsoft hat die für den 21. Juli 2026 geplante Abschaltung der erweiterten Personenansicht im klassischen Outlook gestoppt. Grund sind massive Kundenbeschwerden. Der Schritt zeigt: Der Konzern muss bei der Migration zur „New Outlook"-App vorsichtiger taktieren, als ursprünglich geplant.
Die neue Version wird auf immer mehr Geräten als Standard gesetzt. Doch Microsoft verspricht: Der klassische Outlook-Client bleibt mindestens bis 2029 unterstützt. Das passt zum Support-Ende von Office 2024 im Oktober 2029. Wer noch Office 2021 nutzt, muss sich bis Oktober 2026 umstellen.
Künstliche Intelligenz für die alte Version
Überraschende Entwicklung: Trotz des geplanten Wechsels rüstet Microsoft den Klassiker mit KI-Funktionen auf. Noch 2026 soll die Copilot-Funktion „E-Mail-Entwurf schreiben" im klassischen Outlook aktiviert werden. Der Assistent kann Mails erstellen, umschreiben und verfeinern.
Voraussetzung ist eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz. Für Web-, Mobil- und „New Outlook"-Nutzer startet der Rollout zwischen Mitte Juli und Anfang August 2026. Mac-Anwender müssen sich noch gedulden.
Parallel dazu hat xAI am 21. Juli 2026 Grok als Outlook-Add-on vorgestellt. Das Drittanbieter-Tool hilft beim E-Mail-Schreiben, sortiert den Posteingang und unterstützt bei der Terminplanung – allerdings hauptsächlich in der Web- und neuen Outlook-Version.
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Kostenfalle KI
Microsoft baut sein KI-Angebot um – und das hat seinen Preis. Die bisher kostenlose Funktion „Meeting Insights" wird zwischen Mitte August und Anfang September 2026 eingestellt. Ersatz bietet die Funktion „Für dieses Meeting vorbereiten" – allerdings nur mit einem Copilot-Abo für 30 Euro pro Monat.
Auch andere KI-Dienste fallen weg: Die Podcasts-Funktion in der Copilot-App wird am 18. August 2026 abgeschaltet. Bestehende Inhalte werden ohne Exportmöglichkeit gelöscht. Einen direkten Ersatz gibt es nicht.
Mehr Speicher, mehr Ärger
Positiv: Seit dem 10. Juli 2026 stockt Microsoft die Postfach-Kapazitäten für Business Basic, Standard und Premium von 50 auf 100 Gigabyte auf. Allerdings bleiben geteilte Postfächer bei 50 GB gedeckelt. Experten raten Administratoren, Archivierungsstatus zu prüfen, bevor sie bestehende Pläne ändern.
In der Verwaltungsebene gibt es eine Gnadenfrist: Microsoft verschiebt die Entfernung des -Credential-Parameters in Exchange Online PowerShell auf Dezember 2026. Unternehmen haben damit mehr Zeit, von gespeicherten Passwörtern auf moderne Authentifizierung umzustellen.
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Juristischer Ärger in Australien
Und dann ist da noch der Rechtsstreit: Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC hat Microsoft verklagt. Vorwurf: Der Konzern soll günstigere „Classic"-Pläne vor 2,7 Millionen Kunden versteckt haben, die automatisch verlängerten. Die Rede ist von einer Preiserhöhung um 45 Prozent für bestimmte Microsoft-365-Abos. Der Prozess soll 2027 beginnen.
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