Osteoporose-Messung, Ultraschall-REMS

Osteoporose-Messung: Ultraschall-REMS stimmt nur zu 64 Prozent mit DXA überein

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 11:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine russische Untersuchung findet geringe Übereinstimmung zwischen REMS und DXA; die Autoren sehen REMS nicht als Ersatz für DXA.
Ein steriler, menschenleerer Untersuchungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit einem Untersuchungstisch. Illustration mit AI erstellt.

Die präzise Bestimmung der Knochendichte bildet das Fundament für die frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung von Osteoporose. Als klinischer Referenzstandard gilt seit Langem die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA). Immer wieder werden alternative, strahlungsfreie Verfahren auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüft.

Eine in der Fachzeitschrift Frontiers in Endocrinology veröffentlichte Untersuchung aus Russland zeigt nun deutliche Grenzen der ultraschallbasierten REMS-Technologie (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) im direkten Vergleich mit dem etablierten DXA-Verfahren auf.

Geringe Übereinstimmung bei Diagnose und Therapiekontrolle

In der zwölfmonatigen russischen Studie untersuchten Forscher eine Kohorte von 25 Frauen im Alter zwischen 49 und 88 Jahren mit einem Durchschnittsalter von rund 72 Jahren.

Bei der Gegenüberstellung von DXA und Ultraschall-REMS lag die Übereinstimmung bezüglich der Osteoporose-Diagnose bei lediglich 64 Prozent. Der statistische Übereinstimmungswert nach Cohens Kappa betrug 0,28. Zudem erreichte das REMS-Verfahren eine Sensitivität von 0,63 sowie eine Spezifität von 0,64.

Auch bei der Korrelation der T-Scores zeigten sich deutliche Abweichungen zwischen den beiden Methoden. An der Lendenwirbelsäule lag der Korrelationswert bei 0,65, während er am Schenkelhals lediglich 0,35 betrug und sich als nicht signifikant erwies.

Im weiteren Verlauf erhielten die Teilnehmerinnen ein Jahr lang eine antiresorptive Therapie, aufgeteilt auf 14 Behandlungen mit Zoledronsäure und elf mit Denosumab. Nach diesem Behandlungsjahr verringerte sich die Korrelation zwischen den Verfahren weiter auf 0,47 an der Lendenwirbelsäule beziehungsweise 0,22 am Schenkelhals.

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Die Studienautoren zogen daraus das Fazit, dass REMS nicht als Ersatz für DXA zur Verlaufskontrolle unter medikamentöser Therapie geeignet ist. Die Relevanz präziser Messungen verdeutlichen auch die im Bericht genannten epidemiologischen Daten: In Russland sind 34 Prozent der Frauen sowie 27 Prozent der Männer ab einem Alter von 50 Jahren von Osteoporose betroffen.

DXA bleibt Messstandard im Praxisalltag

Wie die Verbraucherzentrale NRW hervorhebt, bleibt die DXA-Messung der Standard zur Bestimmung der Knochendichte. Als optimal gilt dabei die Erfassung der Werte an der Lendenwirbelsäule und an beiden Hüften. Ein T-Wert zwischen 0 und -1 signalisiert eine gesunde Knochendichte, während Werte von unter -2,5 das Vorliegen einer Osteoporose definieren.

Ohne konkreten Krankheitsverdacht müssen gesetzlich Versicherte die Kosten von 30 bis 70 Euro selbst tragen. Nach einem Knochenbruch oder bei einer geplanten medikamentösen Behandlung übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Bei einer gesicherten Osteoporose-Diagnose besteht alle fünf Jahre ein Anspruch auf eine Kassenleistung. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW aus dem Jahr 2024 zeigte jedoch, dass Praxen die Untersuchung häufig ausschließlich als Selbstzahlerleistung (IGeL) anbieten.

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Herausforderungen und Entwicklungen in der Knochenbildgebung

Fehlinterpretationen bildgebender Verfahren betreffen nicht nur die Dichtemessung. Orthopädische Leitlinien weisen darauf hin, dass bei der Früherkennung einer Hüftkopfnekrose in den Stadien ARCO 0 und I die Positivitätsrate konventioneller Röntgenaufnahmen nur bei 25 bis 30 Prozent liegt.

Da Knochenmarködeme als Weichteilveränderungen im Röntgenbild nicht dargestellt werden können, raten Leitlinien bei fortbestehenden Risikofaktoren wie Alkoholkonsum, Glukokortikoid-Therapien oder Hüfttraumata zur Magnetresonanztomografie (MRT), die eine Sensitivität und Spezifität von jeweils über 92 Prozent erreicht.

Gleichzeitig arbeiten Forschungsinstitute an neuen Ansätzen zur Dichtebestimmung. Das Fraunhofer IGD entwickelt gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und garritz online media das Projekt BMDNow.

Die Software berechnet Knochendichten einzelner Wirbelkörper per künstlicher Intelligenz nachträglich aus ohnehin vorhandenen CT-Aufnahmen, aktuell aus Dual-Energy-CTs und perspektivisch auch aus Single-Energy-CTs.

Für das Projekt, das 2025 den zweiten Platz beim Wettbewerb „Hessen Ideen“ belegte und von der Hessen Agentur gefördert wird, wird in ein bis zwei Jahren eine Zulassung als Medizinprodukt angestrebt.

Unterdessen dokumentieren Berichte des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu Stichprobenprüfungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für das Jahr 2025 in der ambulanten konventionellen Röntgendiagnostik bei 588 Routineprüfungen eine Quote von 97,1 Prozent an guten bis sehr guten Ergebnissen bei zehn erheblichen und sieben schweren Beanstandungen. Während Prüfungen für CT-Leistungen dauerhaft aufgehoben wurden, sind MRT-Prüfungen seit Anfang 2025 für fünf Jahre ausgesetzt.

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