Orientierungslauf, Gehirntraining

Orientierungslauf: Gehirntraining und Ausdauer in einer Sportart

17.06.2026 - 15:39:47 | boerse-global.de

Orientierungslauf kombiniert Ausdauer mit kognitiven Reizen. Ein EU-Projekt digitalisiert die Sportart für breite Nutzung in Therapie und Schule.

Orientierungslauf: Digitales EU-Projekt macht Sport für alle zugänglich
Orientierungslauf - Eine Person orientiert sich im Wald mit Karte und Kompass, umgeben von Bäumen und Sonnenlicht. Fokus auf Bewegung und Konzentration. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während klassisches Laufen primär die Fitness trainiert, fordert Orienteering das Gehirn gleichzeitig durch Kartenlesen und Routenplanung.

Sportpsychologen sehen darin einen besonderen Wert. Assoz. Prof. Dr. Peter Gröpel von der Universität Wien erklärt: „Beim Orientierungslauf müssen Sportler gleichzeitig ihre physischen und psychischen Ressourcen mobilisieren.“ Die ständigen Entscheidungen unter Belastung trainieren das Gehirn weit über reines Körpertraining hinaus.

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Diese sogenannte Dual-Task-Belastung verbessert kognitive Flexibilität und räumliches Vorstellungsvermögen. Die Sportpsychologie beobachtet zudem eine Stärkung von Resilienz und Konzentrationsfähigkeit.

EU-Projekt macht Orienteering digital

Das Projekt COMPASS will Orientierungslauf einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Fünf Partner entwickeln ein Modell, das die Sportart als Werkzeug für körperliche Aktivität in der Gesellschaft etabliert.

Herzstück ist eine App mit digitalisierten Trainings. Sie richtet sich an Individualsportler, Trainer, Lehrer und Therapeuten. Die Digitalisierung soll Orienteering-Elemente einfacher in Schulunterricht oder Therapie integrieren.

Ein kostenloser Workshop zur Vorstellung ist für den 25. Juni 2026 in Wien am Universitätssportzentrum (USZ1) geplant.

Breitensport boomt: Rekordzahlen bei Läufen

Die Nachfrage nach anspruchsvollen Laufevents steigt. Der 3. „Rocks and Run“ im Steinbruch Rielingshausen verzeichnete Mitte Juni mit 198 Startern eine Verdopplung der Teilnehmerzahl. Der Citylauf in Oelde meldete am 16. Juni mit über 2.100 Zieleinläufen einen neuen Rekord.

Auch spezialisierte Wettbewerbe boomen: Beim Niesen-Treppenlauf wurde am 13. Juni eine neue Bestzeit aufgestellt. Beim Ironman Klagenfurt am 14. Juni erzielten auch Sportler mit Beeinträchtigungen bemerkenswerte Leistungen.

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Brandenburg meldete für 2025 mit knapp 12.300 erfolgreichen Sportabzeichen einen neuen Höchststand. Der Trend zum ambitionierten Breitensport ist ungebrochen.

Bewegung als Therapie: Neue Perspektiven für die Gesundheit

Seit Januar 2025 ist in bestimmten Regionen Trainingstherapie per ärztlicher Überweisung möglich – ohne vorherigen Reha-Aufenthalt. Die Maßnahme richtet sich gegen chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Krebs.

Die Kosten tragen gesetzliche Krankenkassen noch nicht flächendeckend. Doch die Entwicklung zeigt: Sport wird zunehmend als präventives und therapeutisches „Medikament“ verstanden.

Innovative Ansätze wie Orientierungslauf könnten hier künftig eine Rolle spielen – für die physische und die neurologische Gesundheit gleichermaßen.

de | wissenschaft | 69563094 |